Schnellwachsende Baumarten als Rohstofflieferanten und Klimaschützer
Schnellwachsende Baumarten tragen maßgeblich zum Klimaschutz bei, da Wälder und Holzprodukte Kohlenstoff speichern. Zudem ersetzen Holzprodukte fossile Brennstoffe und energieintensive Materialien. In Deutschland werden dadurch 14 Prozent der Treibhausgasemissionen eingespart. Diese Baumarten sind zudem entscheidend für die Rohstoffproduktion, die von Holz bis zur Herstellung von Biokraftstoffen reicht und somit den Weg für eine biobasierte Wirtschaft ebnet.
Nicht Stilllegung ist das Gebot der Stunde, sondern Ausschöpfung der Potentiale, die in einer größeren Baumartenauswahl und in der Verwendung hochwertigen Saat- und Pflanzguts liegen.
Strukturreiche Mischwälder, eine konsequente Kaskadennutzung von Holzprodukten und zuwachsstarke Baumarten leisten laut Bleser langfristigen Klimaschutz.
Deutschlands Wald: Biodiverse Mischwälder bei konstanter Fläche
Bleser begrüßte die Absicht der IPC, den Fokus über Pappeln und Weiden hinaus auf weitere Baumarten zu erweitern, die für die Waldentwicklung in Deutschland relevant sind. Er hob die deutsche, multifunktionale Forstwirtschaft als Vorbild für nachhaltige Wälder hervor. Die Bundeswaldinventur belegt den guten Zustand der deutschen Wälder:
- Die Waldfläche nimmt leicht zu.
- Deutschland weist europaweit die höchsten Holzvorräte auf.
- Es wächst weiterhin mehr Holz nach als genutzt wird.
- Die Wälder sind im Durchschnitt älter, vielfältiger und naturnäher strukturiert.
Impulse für Pflanzenzüchtung und BMEL-Waldpolitik
Die Konferenz soll Impulse für die Forstpflanzenzüchtung in Deutschland geben und die nachhaltige sowie effiziente Waldbewirtschaftung unterstützen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat mit der Waldstrategie 2020 einen Rahmen für eine Forstpolitik geschaffen, die gesellschaftliche Ansprüche an den Wald – von Klimaschutz über Einkommen und Arbeit, Biodiversität, Erholung bis hin zur Rohstoff- und Energieversorgung – vereint.
Im Rahmen der „Allianz für den Wald“ wurden Akteure aus Forst- und Holzwirtschaft, Naturschutz, Wissenschaft und Gesellschaft zu Dialogveranstaltungen eingeladen, um Handlungsbedarfe zu konkretisieren. Die Ergebnisse dieser Dialoge werden auf dem 1. Deutschen Waldtag am 18. und 19. Oktober 2016 unter dem Motto „Unser Wald – Klimaschützer und Multitalent“ diskutiert. Bund und Länder suchen gemeinsam nach Wegen, wie der Wald seine vielfältigen Funktionen auch zukünftig erfüllen kann.
Zur Umsetzung der Waldstrategie finanziert das BMEL das „Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe“ und gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium den Waldklimafonds. Im Rahmen des Waldklimafonds fördert der Bund das Projekt „FitforClim“ mit rund 4 Millionen Euro. Ziel ist die Bereitstellung leistungsfähigen Saat- und Pflanzguts für den klima- und standortgerechten Wald der Zukunft.
Hintergrund der Tagung
Die Tagung findet vom 13. bis 16. September 2016 im Kongresszentrum Adlershof in Berlin-Schönefeld statt. Mehr als 250 Forstexperten aus über 40 Ländern diskutieren die Bedeutung von Pappeln, Weiden und anderen schnellwachsenden Baumarten als erneuerbare Ressourcen und ihren Beitrag zur Bioökonomie. Der Kongress wird vom BMEL und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) geschirmt. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) unterstützt die Organisation.
Das wissenschaftliche Programm umfasst über 200 Fachvorträge sowie Studienreisen in und um Berlin, nach Hessen und Niedersachsen sowie nach Südschweden.
