Auszeichnung würdigt Engagement für Biodiversität und naturnahes Gärtnern
Mit der Auszeichnung „Natur im Garten“ wurden in Hessen drei Gärten für ihr besonderes Engagement im naturnahen Gärtnern geehrt: das Naturschutzzentrum Bergstraße in Bensheim, der Freundeskreis Erlenbacher Tierpark der Gemeinde Fürth e. V. sowie der Landgarten Frank. Die prämierten Anlagen stehen beispielhaft für eine ökologische Gartenkultur und leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität.
Die „Natur im Garten“-Plakette wird in Deutschland seit 2012 vergeben. Grundlage der Auszeichnung sind drei verbindliche Kriterien: der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, der Verzicht auf chemisch-synthetische Düngemittel sowie torffreies Gärtnern. Darüber hinaus müssen Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt umgesetzt werden.
Naturnahe Gestaltung als Voraussetzung
Zu den typischen Elementen eines zertifizierten Naturgartens zählen Blumenwiesen, Obstgärten, Wildstrauchhecken, Mulchflächen und die Nutzung von Regenwasser. Solche Strukturen schaffen Lebensräume für zahlreiche Tierarten und fördern ein stabiles ökologisches Gleichgewicht.
Insbesondere Insekten, Vögel und Kleinsäuger profitieren von naturnahen Bereichen mit Totholz, Laubhaufen, Wildwuchs oder Mischhecken. Die Vielfalt an Pflanzen und Lebensräumen unterstützt zudem natürliche Prozesse des biologischen Pflanzenschutzes.
Naturschutzzentrum Bergstraße überzeugt mit Artenvielfalt
Das Naturschutzzentrum Bergstraße in Bensheim verbindet Umweltbildung mit praktischer Naturschutzarbeit. Der Garten zeichnet sich durch eine hohe Pflanzenvielfalt und zahlreiche Naturgartenelemente aus. Besucher finden dort unter anderem einen Bauerngarten, eine Kräuterspirale, einen Froschteich, Trockenmauern, Bienenhotels und mehrere Bienenvölker.
Auf den zahlreichen Blühflächen sammeln Wildbienen, Honigbienen, Hummeln und Schwebfliegen Nektar und Pollen. Künftig sollen zusätzliche Steckbriefe und Informationstafeln über Kräuter, Heilpflanzen und deren Verwendung informieren.
Im Rahmen der Bewertung erreichte der Garten die volle Punktzahl bei den Prüfkriterien. Für die pädagogische Leiterin Veronika Lindmayer ist die naturnahe Bewirtschaftung ein zentraler Bestandteil des Gesamtkonzepts der Einrichtung.
Umweltbildung im Erlenbacher Tierpark
Auch der Freundeskreis Erlenbacher Tierpark der Gemeinde Fürth e. V. wurde mit der Plakette ausgezeichnet. Rund um das Haus im Bergtierpark entstand in den vergangenen Jahren ein umfassendes Biotopkonzept, das aktiv in die Umweltbildungsarbeit eingebunden wird.
Zur Ausstattung gehören verschiedene Naturgartenelemente wie eine Benjeshecke, Totholzbereiche, eine Hirschkäfer-Wiege, Steinhaufen für Eidechsen sowie ein Wildbienenhaus mit einsehbaren Brutröhren. Ergänzt wird die Anlage durch zahlreiche mehrjährige Blütenstauden, Kräuter und Wildblumen für trockene Standorte.
Für sein Engagement im Bereich Umweltbildung wurde der Freundeskreis bereits 2019 mit dem Umweltpreis des Kreises Bergstraße ausgezeichnet.
Landgarten Frank bewahrt wertvolle Pflanzensammlungen
Der Landgarten Frank zählt zu den bemerkenswerten privaten Naturgärten der Region. Die Anlage verbindet vielfältige Stauden- und Gehölzpflanzungen mit bewusst zugelassenen Wildbereichen und schafft damit wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tierarten.
Eine besondere Rolle spielt der Erhalt der Pflanzensammlung der verstorbenen Staudenexpertin und Buchautorin Reinhilde Frank. Dazu gehört insbesondere eine umfangreiche Päonien-Sammlung, die im Netzwerk Pflanzensammlungen dokumentiert ist.
Christine Bahlo und Bettina Matthäus setzen sich dafür ein, die über Jahrzehnte aufgebaute Sammlung von Stauden, Rosen und Gehölzen langfristig zu bewahren. Der Garten kann ebenso wie die beiden weiteren ausgezeichneten Anlagen besucht werden.
Wachsende Bewegung für naturnahes Gärtnern
Die Bewegung „Natur im Garten“ ist inzwischen in mehreren deutschen Bundesländern vertreten, darunter Baden-Württemberg, Bayern, Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt sowie die Region Weserbergland in Nordrhein-Westfalen.
Ziel der Initiative ist die Förderung ökologisch gestalteter Gärten und Grünräume. Gartenbesitzer werden durch Beratung und Informationsangebote auf dem Weg zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung unterstützt. Mit der Auszeichnung machen die Teilnehmer sichtbar, dass sie konsequent auf naturnahe Methoden setzen und die Artenvielfalt fördern.
Nach Angaben von „Natur im Garten International“ wurden europaweit bereits rund 20.000 Plaketten an Naturgärtnerinnen und Naturgärtner vergeben.


