Dünger und Substrate

„Natur im Garten“ setzt auf torffreies Gärtnern

Die Initiative „Natur im Garten“ fördert torffreies Gärtnern, um Moore zu schützen und den Klimawandel zu bekämpfen. Torfabbau setzt große Mengen an Treibhausgasen frei und zerstört wertvolle Lebensräume. Erfahren Sie mehr über Alternativen und ein Fachsymposium.

Warum torffreies Gärtnern so wichtig ist

Die Initiative „Natur im Garten“ rückt unter dem Motto „Torffrei – Sei dabei!“ die ökologischen Vorteile torffreier Erden in den Fokus. Das Gärtnern ohne Torf in Pflanzenerden ist ein zentrales Kriterium der Umweltbewegung.

Ein Kernkriterium von ‚Natur im Garten‘ beschäftigt sich mit torffreiem Gärtnern. Daher widmet sich ‚Natur im Garten‘ speziell mit dem Gärtnern ohne Torf in unseren Pflanzenerden. Einmal mehr zeigt die Umweltbewegung ‚Natur im Garten‘ vor, wie das im eigenen Garten funktioniert.

Torferden werden als Klimakiller bezeichnet, da Moore zu den gefährdetsten Lebensräumen weltweit gehören. Obwohl sie nur etwa drei Prozent der Erdoberfläche ausmachen, speichern sie 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs – mehr als jedes andere Ökosystem. Beim Abbau von Torf werden neben CO2 auch Methan und Lachgas freigesetzt, wobei Lachgas eine 300-mal höhere Klimaschädlichkeit aufweist. Zudem geht durch den Torfabbau der Lebensraum vieler seltener Tier- und Pflanzenarten verloren.

Torf ist zwar ein Naturprodukt, jedoch werden durch seinen Abbau wichtige CO2-Speicher zerstört und Moore bilden sich erst nach Jahrhunderten wieder nach. Greifen Sie beim Garteln zu torffreier Erde, denn das bedeutet aktiven Klimaschutz! Gerade jetzt am Beginn der zweiten Saisonhälfte im Gemüsegarten.

90 Prozent des in Österreich verwendeten Torfs wird als Erde in Beeten, Kübeln oder Kisten eingesetzt. Die Bezeichnung „Bio“ ist dabei irreführend, da solche Erden bis zu 70 Prozent Torf enthalten dürfen. Bei Fortsetzung des aktuellen Torfabbaus könnten in 50 Jahren keine Moore mehr zur Torfgewinnung zur Verfügung stehen.

Ein 40 Liter Sack Torferde setzt 10 Kilogramm CO2 frei. Das entspricht einer Wegstrecke von 50 Kilometer mit einem Benzin-Verbrennungsmotor.

Torfmoose bilden pro Jahr lediglich einen Millimeter Torf nach, was bedeutet, dass für eine Torfschicht von einem Meter 1.000 Jahre benötigt werden. Zusätzlich legen Torfprodukte weite Transportwege aus Nord- und Osteuropa zurück, bevor sie in den Handel gelangen.

Alternativen und Fachsymposium

Für Hobbygärtner stehen Alternativen zu Torferden zur Verfügung. Mehr als 160 Partnerbetriebe von „Natur im Garten“ bieten entsprechende Produkte an. Diese können zwar teurer sein, sind aber für den Umwelt- und Klimaschutz von Bedeutung.

Für Fachleute der Gartenbranche, Redakteure und Bildungseinrichtungen bietet das Symposium „Torffreie Substanzen“ einen Einblick in das torffreie Gärtnern. Vom 15. bis 16. Oktober befasst sich das Symposium mit dem Jahresthema von „Natur im Garten“: der Torffreiheit in Gärten und im öffentlichen Grünraum.

Behandelt werden die Vorteile torffreier Substrate, die torffreie Pflege für Hobbygärtner, der praktische Umgang sowie der Erfahrungsaustausch in der torffreien Kulturführung im Produktionsgartenbau. Das Symposium findet in Präsenz in Gmünd (NÖ) mit einer Exkursion zu zwei Mooren oder online via Zoom statt.

12.08.2021

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