Einblicke in das Berliner Modellprojekt für Naturerfahrungsräume
Ein neues Modellprojekt in Berlin widmet sich der Frage, wie Kinder in urbanen Umgebungen für die Natur begeistert werden können. Ziel ist die Schaffung von Räumen, in denen Naturerlebnisse ohne künstliche Spielgeräte möglich sind. Die erste Fläche wurde nun zur Nutzung übergeben.
Das Vorhaben „Naturerfahrungsräume im Großstädten am Beispiel Berlin“ wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums, dem Bezirk Pankow sowie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt gefördert.
Wer als Kind die Chance erhält, Natur zu erfahren, wird sie auch als Erwachsener schätzen und schützen.
Dies betont Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz. Die Naturbewusstseinsstudie 2015 des BfN und des Bundesumweltministeriums zeigt, dass Stadtbewohner Naturangebote in der Stadt regelmäßig nutzen und insbesondere den freien Zugang zu Parks und Grünanlagen schätzen. Diese Erkenntnisse bestärken das BfN in seinem Ziel, sich für eine positive Mensch-Natur-Beziehung einzusetzen, besonders bei der jungen Bevölkerung und in städtischen Gebieten.
Naturerfahrungsräume in Städten können einen wichtigen Beitrag zu dieser Beziehung leisten. Sie erfüllen nicht nur stadtökologische, sondern auch soziale Anforderungen, indem sie Freiräume für die Natur in dicht bebauten Arealen schaffen. Gleichzeitig ermöglichen sie Kindern eine positive mentale und soziale Entwicklung durch den Kontakt zur Natur.
Deshalb wünschen wir uns, dass dieses Modell aus Berlin langfristig in vielen bundesdeutschen Großstädten Schule macht. Als größte deutsche Stadt bot sich Berlin als Modellstandort für dieses beispielhafte Vorhaben an.
Dies erklärt Matthias Herbert, Leiter der Abteilung „Natur und Landschaft in Planungen und Projekten“ im BfN.
Hintergrund und Ziele des Projekts
Das Bundesamt für Naturschutz entwickelt seit den 1990er-Jahren Konzepte zur Schaffung von Naturerfahrungsräumen in Großstädten. Eine Vorstudie zum aktuellen Projekt hat gezeigt, dass solche Konzepte praktikabel und umsetzbar sind.
Das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben unter der Projektleitung der Stiftung Naturschutz Berlin umfasst drei Pilotflächen in den Bezirken Pankow, Spandau und Marzahn-Hellersdorf. Das Projekt soll untersuchen, wie Kindern in Großstädten der Zugang zur Natur wieder ermöglicht werden kann, welche Standards Naturerfahrungsräume benötigen, wie hoch der Pflege- und Betreuungsaufwand ist und wie mit Sicherheits- und Haftungsfragen umgegangen wird.
Das Modellprojekt läuft bis Mitte 2018 und wird von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde wissenschaftlich begleitet.
