Die Grüne Stadt

Naturbasierte Lösungen im Garten- und Landschaftsbau in NRW

Naturbasierte Lösungen bieten ökologische, soziale und wirtschaftliche Vorteile und werden zunehmend in Gesetzen verankert. Sie erfordern landschaftsgärtnerische Expertise für Flächenentsiegelung, Renaturierung und Stadtbegrünung, um Klimaschutz und Klimaanpassung voranzutreiben.

Grün-blaue Stadtentwicklung und Klimaanpassung in NRW

Stadtgrün ist ein anerkanntes Instrument für Städte, um sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. In Neubaugebieten Nordrhein-Westfalens sind kommunale Vorgaben wie Dach- und Fassadenbegrünung, Schottergarten-Verbote und Konzepte zur Regenwassernutzung weitgehend Standard.

Eine zentrale Herausforderung besteht darin, wie eine funktionierende grün-blaue Infrastruktur nachträglich in Bestandsquartieren etabliert werden kann. Mennigmann stellt fest:

Viele Kommunen in NRW haben sich Klimaschutz und Klimaanpassung ausdrücklich zum Ziel gesetzt. Immerhin hat NRW bereits 2021 das bundesweit erste Klimaschutzgesetz verabschiedet. Aber in der Umsetzung sind Städte und Gemeinden noch sehr unterschiedlich weit.

Die Anlage und Qualifizierung von öffentlichem Grün in Städten und Gemeinden ist mit Erwartungen an ökologische und soziale Vorteile verbunden. Naturbasierte Lösungen sollen die biologische Vielfalt fördern und weitere Ökosystemdienstleistungen erbringen.

Markus Theß, Präsidiumsmitglied im VGL NRW, erläutert:

Das geschieht beispielsweise mit der Anlage von siedlungsnahen Versickerungsmulden und Rigolen, die ganzjährig als Grünflächen nutzbar sind, dann aber vor allem bei Starkregenereignissen eine wichtige Schutzfunktion übernehmen.

Regenwasser, das in solchen Flächen vor Ort versickert, entlastet die Kanalisation und trägt zur Grundwasserneubildung bei. Bei starken Regenfällen verhindert es Überschwemmungen in Gebäuden. Das gespeicherte Wasser kann zur Bewässerung umliegender Grünflächen genutzt werden, wodurch Trinkwasser und Arbeitszeit gespart werden.

Theß ergänzt:

So werden Ressourcen gespart, die Umwelt geschont und gleichzeitig angenehme und von den Menschen gewünschte Außenbereiche im direkten Wohnumfeld geschaffen.

Die Aufenthaltsqualität von Innenstadtplätzen und Fußgängerzonen hängt, insbesondere in den Sommermonaten, direkt von der Begrünung ab. Schatten und Verdunstungskühle gelten als wirksame Mittel gegen die Aufheizung von Gehwegen und Plätzen. Auch die Außengastronomie setzt vermehrt bepflanzte Gefäße ein, und wo möglich, werden schattenspendende Bäume oder Hecken gepflanzt.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für NRW

Städte verbrauchen weltweit über 70 Prozent der Energie und Ressourcen. Theß betont:

Das gilt natürlich in hohem Maße für das bevölkerungsreiche und hochverdichtete NRW. Unsere Städte tragen erheblich zum Klimawandel bei.

Daher ist es wichtig, Städte besser für die Folgen der Erderwärmung zu rüsten – durch mehr Grün- und Sickerflächen, energieeffiziente und nachhaltig errichtete Gebäude sowie umweltfreundlichere Verkehrssysteme.

Mennigmann führt aus:

Für die Entwicklung einer blaugrünen Stadt müssen wir systemisch denken und über das Lokale hinaus. Gerade hier in der Metropole Ruhr gibt es dafür langjährige Erfahrungen, auf die wir als Branche aufbauen können.

Die Vorbereitungen für die Internationale Gartenschau (IGA) 2027, ein dezentrales Großprojekt unter der Leitfrage „Wie wollen wir morgen leben?“, sollen umweltbezogene Kernthemen zu Gärten, Umwelt, Klima und Energie vermitteln. Die IGA 2027 dient auch als Leistungsschau des Gartenbaus.

02.04.2024

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen e. V.

Zum Steigerhaus 14
46117Oberhausen
Deutschland

Tel.:+49 208 84830-0
Fax:+49 208 84830-57

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