Nachhaltige Nutzungskonzepte für Flussauen
Das Thema „Naturverträgliche Landwirtschaft in Auen“ stand im Mittelpunkt einer Fachtagung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Mehr als zwei Drittel der rezenten Flussauen werden landwirtschaftlich genutzt. Vor diesem Hintergrund wurden drei Themenkomplexe behandelt: die Rahmenbedingungen einer naturverträglichen Nutzung, die Bereitstellung zusammenhängender Tauschflächen und die dauerhafte Nutzungsänderung.
Bedeutung intakter Flussauen
Intakte Flussauen haben für den Naturschutz und die biologische Vielfalt, aber auch für die Wasserwirtschaft in Deutschland eine herausragende Bedeutung. Deshalb müssen nicht nur die Anstrengungen zur Renaturierung, sondern auch zur naturverträglichen Nutzung von Auen in den nächsten Jahren weiter vorangetrieben werden.
Dies erklärte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel anlässlich der Tagung. Eine Umsteuerung zur extensiven Grünlandnutzung sei wünschenswert. Um Flächeneigentümern und -bewirtschaftern ökonomisch tragfähige Angebote für eine standortangepasste Nutzung in Auen bieten zu können, sind entsprechende Konzepte erforderlich. Akteure aus Naturschutz, Landwirtschaft, Bodenordnung, Wissenschaft und weiteren Fachrichtungen berichteten über ihre Erfahrungen zur naturverträglichen Landwirtschaft in Auen.
Rolle von Flurbereinigung und Flächenmanagement
Ein besonderes Augenmerk lag auf der Rolle von Flurbereinigung, Landgesellschaften und Flächenagenturen. Diese können dazu beitragen, den Flüssen in Zukunft wieder mehr Raum für ihre naturnahe Entwicklung zu geben. Die Teilnehmenden informierten sich zudem vor Ort über die Landnutzung an der Ahr. Auenflächen werden intensiv durch den Menschen genutzt.
Der Auenzustandsbericht von BfN und BMUB aus dem Jahr 2009 zeigt, dass rund zwei Drittel der ursprünglichen Überschwemmungsflächen der Flüsse verloren gegangen sind. Die verbleibenden Auenflächen weisen häufig keinen Auencharakter mehr auf. Etwa ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten rezenten Auenfläche ist Ackerland.
Vorteile extensiver Grünlandnutzung
Die Nutzung von Auen als extensives Grünland ist naturverträglicher als die ackerbauliche Bewirtschaftung. Dadurch können Nährstoffausträge in Grund- und Oberflächengewässer sowie die Bodenerosion verringert werden. Eine naturverträgliche Nutzung von Auenflächen dient dem Erhalt der biologischen Vielfalt.
