Bodenqualität als Entscheidungskriterium für nachhaltige Entwicklung
Täglich werden in Bayern rund 16 Hektar verbaut. Diese Fläche wollen wir weiter verringern.
Bereits zuvor wurde ein Verfahren zur Erfassung und Aktivierung innerörtlich brachliegender Flächen entwickelt. Die neuen Karten erweitern diesen Ansatz, indem sie Städten und Gemeinden ermöglichen, bei der Auswahl von Standorten für Neubaugebiete am Ortsrand die Bodenqualität einzubeziehen. Dies soll sensible Standorte schützen und die Inanspruchnahme von Flächen auf weniger wertvolle Böden lenken.
Ein Beispiel hierfür sind die Ton- und Lehmböden um Hof, die das Grundwasser effektiver schützen als Sandböden. Für die Erstellung der Karten wurden etwa 300 Hektar Bodenflächen im Umfeld von Hof erfasst. Dabei wurden 45 Prozent als robuste, belastbare Böden und 43 Prozent als sensible Böden klassifiziert. Zwölf Prozent der untersuchten Böden eignen sich als Biotopstandorte. Hof ist eine von drei Modellkommunen – neben Kümmersbruck (Landkreis Amberg-Sulzbach) und Moosinning (Landkreis Erding) –, in denen das Bayerische Landesamt für Umwelt die Böden detailliert kartiert und bewertet hat.
Vorteile für die kommunale Planung
Die Erfahrungen in den drei Modellkommunen kommen allen bayerischen Städten und Gemeinden zugute.
Bei der Aufstellung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen ist eine Umweltprüfung vorgeschrieben, die auch den Bodenschutz umfasst. Kommunen benötigen hierfür aussagekräftige Bodendaten mit detaillierter Beschreibung und Bewertung. Diese Informationen stellen die neuen Stadtrand-Bodenkarten bereit.