Grünflächen als Investition in die Zukunft und Lebensqualität
Immer mehr Menschen ziehen in die Städte, wollen aber die Natur nicht missen. Allerdings werden Grünflächen von städtischen Kämmerern oft nur als Kostenfaktor wahrgenommen. Darum ist es wichtig, den großen gesellschaftlichen und ökonomischen Wert von urbaner grüner Infrastruktur aufzuzeigen: Natur in der Stadt verbessert die Luftqualität und das Stadtklima, mildert Hitzewellen und mindert den Lärm. Grünflächen fördern die Begegnung und dienen der Erholung. Kurz: Grün in der Stadt sorgt für eine höhere Lebensqualität. Deshalb ist es auch ein neuer Schwerpunkt unserer Stadtentwicklungspolitik.
Dies betonte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, ergänzte, dass die Leistungen von Stadtnatur ökologische, ökonomische und soziale Wirkungen umfassen. Die Summe dieser Effekte mache Stadtnatur stark. Um diese positiven Wirkungen in städtische Planungs- und Investitionsentscheidungen zu integrieren, seien integrierte Ansätze in der Stadtentwicklung und neue Wege der Zusammenarbeit erforderlich.
Positive Effekte von Stadtnatur
Der Naturkapital-Bericht illustriert die positiven Wirkungen von Stadtnatur anhand verschiedener Beispiele:
- Luftqualität und Hitzeminderung: Städtisches Grün reduziert die Luftverschmutzung durch Feinstaub. Es mindert zudem nachweislich Fälle akuten Herz- und Kreislaufversagens, die durch Hitzestress entstehen können. Während der Hitzewellen im Sommer 2003, bei denen europaweit bis zu 70.000 Menschen zusätzlich verstarben, wäre diese Zahl ohne Stadtgrün höher ausgefallen.
- Sozialer Zusammenhalt: Parks und Grünanlagen dienen als Orte der sozialen Begegnung. Klein- und Nachbarschaftsgärten verbinden Menschen unterschiedlicher Schichten und Kulturen und stärken so den sozialen Zusammenhalt.
- Hochwasserschutz: Vegetation und unversiegelte Böden speichern Wasser. Dies trägt dazu bei, Überschwemmungen bei Starkregen zu verhindern und somit Ausgaben für Schäden an der Kanalisation einzusparen.
Das Projekt „Naturkapital Deutschland“ wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und dem Bundesamt für Naturschutz finanziert. Die wissenschaftliche Leitung obliegt Prof. Dr. Bernd Hansjürgens vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. Verantwortlich für den aktuellen Stadt-Bericht ist Prof. Dr. Ingo Kowarik von der Technischen Universität Berlin.
