Die Linde als Namensgeber und Symbol
Die Tilia Awards sind nach dem botanischen Namen der Linde benannt, einem Baum, der traditionell Gemeinschaft, Gerechtigkeit und Frieden symbolisiert. Der Preis würdigt Personen und Projekte, die mit Pflanzen neue Wege für eine zukunftsfähige Welt aufzeigen. Über 80 Einreichungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden bereits registriert. Diese reichen von einem „wurzellosen Baum“ für versiegelte Stadtflächen über vertikale Begrünungssysteme bis hin zu Gartenprojekten für Menschen mit Demenz. Weitere Projekte können bis zum 31. Januar eingereicht werden.
Die Projekte decken bewusst ein breites Spektrum ab, um die Vernetzung von Akteuren aus verschiedenen Bereichen zu fördern. Fünf Disziplinen mit unterschiedlichen Unterkategorien zeigen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Pflanzen auf. Dazu gehören grüne Lösungen in der Stadtarchitektur, in Gärten, Wohnungen und Häusern, neue Produkte und digitale Ideen wie Pflanzen-Apps, Ansätze in der Forschung sowie nachhaltige Konzepte im Garten- und Landschaftsbau, in Baumschulen und Gärtnereien. Auch soziale Projekte, die das gemeinschaftliche Zusammenleben durch Pflanzen verbessern, und mediale Formate zur Wissensvermittlung über Pflanzen werden berücksichtigt.
Renommierte Jury und Preisverleihung in Berlin
Ein Format, das Menschen und Know-how aus allen Bereichen zusammenbringt, in denen mit Pflanzen gearbeitet wird, das gab es bislang noch nicht. Daher ist uns das Treffen aller Personen bei den Tilia Awards so wichtig.
Die Preisverleihung findet am 20. März in Berlin statt, passend zum kalendarischen Frühlingsanfang. An diesem „Pitch Day“ präsentieren nominierte Projekte ihre Ideen einem Publikum. Die Jury besteht aus 24 Fachpersonen, darunter Wissenschaftler, Architekten, Künstler, Journalisten, Gärtner und Landschaftsarchitekten. Zu den Jurymitgliedern zählen Dr. Jennifer Schulz, Expertin für urbane Waldgärten, Dr. Grit Bürgow, Gründerin von Roof Water-Farm, der Wissenschaftspublizist Bernhard Kegel, der Künstler Friedrich Liechtenstein und die TV-Gartenjournalistin Sabine Platz. Prof. Dr. Alexander Gutzmer, Architekturpublizist und Professor an der Quadriga Hochschule Berlin, vertritt die Hochschule als wissenschaftlichen Kompetenzpartner der Tilia Awards in der Jury. Die Preisverleihung findet auf dem Campus der Quadriga Hochschule statt.
Die Tilia Awards im Überblick
- Was: Tilia Awards, der interdisziplinäre Pflanzenpreis
- Wann: Pitch Day am 20. März 2026
- Wo: Berlin am Campus der Quadriga Hochschule
- Wer: innovative Pflanzenprojekte aus allen Bereichen
- Einreichung: noch möglich bis 31.01.2026
Die folgenden Beispiele illustrieren die Bandbreite der eingereichten Projekte, die unterschiedliche Probleme adressieren, aber Pflanzen als zentralen Bestandteil ihrer Lösungsansätze nutzen.
ecotrii – Der wurzellose Baum
ecotrii ist ein Klimaschirm für urbane Räume, der Schatten und Grün an Orten schafft, wo klassische Bäume aufgrund von Versiegelung, Tiefgaragen oder dichter Leitungsführung nicht gepflanzt werden können. Die baumartige Unterkonstruktion benötigt wenig Platz. Im „Stamm“ befinden sich sechs Pflanztöpfe, die vielfältig bepflanzt werden können, beispielsweise mit rankenden Stauden, die sich an den „Ästen“ entlangwinden und Schatten spenden. Rosa Pöttiger, Gründerin von ecotrii, betont die Bedeutung des Systems für Orte, an denen Bäume nicht möglich sind, aber Kühlung dringend benötigt wird, da Hitze eine große Gefahr des Klimawandels darstellt.
Nikolaistraße in Hannover: Innenhof als Pflanzenoase
Das Landschaftsarchitekturbüro Lohaus Carl Köhlmos hat das Dach einer Tiefgarage in einen grünen Innenhof umgewandelt. Wein- und Pfeifenwinden-Traversen ranken zehn Meter hoch. Regenwasser wird in Boxen gespeichert, und Mooswände mit Farnen verbessern das Mikroklima. Sitzinseln und Spielbereiche fördern das generationenübergreifende Miteinander. Dieses Projekt zeigt, wie kleine Bestandsflächen zu klimaaktiven, biodiversen Freiräumen mit hoher Aufenthaltsqualität umgestaltet werden können.
Der dritte Frühling: Gartengestaltung für Menschen mit Demenz
Ulrike Kreuer ist auf die Planung und Entwicklung therapeutisch wirksamer Gärten für Senioren spezialisiert. Ihr Unternehmen „Der Dritte Frühling – Gärten für Menschen mit Demenz“ arbeitet bundesweit mit Trägern der Altenhilfe zusammen. Im Rahmen der Projekte werden Pflegekräfte und Angehörige in der Grünpflege geschult, und es gibt Patenschaften für einzelne Beete.
Die Arbeit von Ulrike Kreuer zeigt positive Auswirkungen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Eine Angehörige aus dem Thomas-Müntzer-Haus Köln, einer Wohngruppe für Menschen mit Demenz, berichtet:
Meine Mutter ist im Garten viel entspannter, und manchmal erzählt sie von ihrem eigenen Garten – das hat sie schon lange nicht mehr getan.


