Nitratbelastung im Grundwasser: Herausforderungen und Lösungsansätze

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Die Nitratbelastung im Grundwasser bleibt ein drängendes Problem, besonders in viehstarken Regionen. Ein DLG-Kolloquium beleuchtete die Ursachen und diskutierte Lösungsansätze, um die Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft zu reduzieren und die Wasserqualität zu verbessern.

Aktuelle Situation und regionale Unterschiede der Nitratbelastung

Die Diskussion um Nitratbelastungen im Grundwasser besteht seit über 30 Jahren und ist weiterhin aktuell. Besonders in Regionen mit intensiver Viehhaltung sind die Einträge ins Grundwasser hoch. Ein DLG-Kolloquium befasste sich mit den Nitrateinträgen aus der Landwirtschaft und den damit verbundenen Herausforderungen.

Obwohl die Stickstoffüberschüsse bundesweit leicht zurückgegangen sind, zeigen sich in viehstarken Regionen im Westen und Nordwesten Deutschlands deutliche Anstiege der Nitratkonzentrationen, insbesondere im Grundwasser. Dies geht aus dem aktuellen Nitratbericht des Bundeslandwirtschafts- und Bundesumweltministeriums hervor.

Prof. Dr. Hans-Georg Frede vom Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement der Universität Gießen nannte als Gründe hierfür regional steigende Tierzahlen, Biogasanlagen auf Güllebasis und Gülleimporte aus den Niederlanden. Eine Entspannung der Situation sei nicht in Sicht:

Steigende Preise auf den Getreide-, Futtermittel- und Bioenergiemärkten fördern die spezielle Intensität der N-Düngung. Damit wird sich die Stickstoffproblematik in diesen Regionen weiter verschärfen.

Maßnahmen zum Gewässerschutz müssten zukünftig regional ansetzen, betonte auch Dr. Horst Gömann vom Johann Heinrich von Thünen-Institut in Braunschweig, der Lösungsansätze für die Flussgebietseinheit Weser vorstellte.

Nachhaltige Landwirtschaft und Reduzierung von N-Überschüssen

DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer hob die Notwendigkeit einer nachhaltigen, modernen Landwirtschaft hervor, die maximalen Ertrag bei minimalem Ressourcenverbrauch anstrebt. Er betonte:

Nachhaltige Produktionsprozesse sind eine Bringschuld der Branche und die Basis für gesellschaftliche Akzeptanz.

Stefan Dunajtschik von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zeigte verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung betrieblicher N-Überschüsse auf. Dazu gehören eine gezielte N-Bedarfsermittlung, Düngeplanung sowie ein besseres Management von Wirtschaftsdüngern und Gärresten. Er wies jedoch darauf hin, dass diese Maßnahmen allein nicht ausreichen werden, um die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie fristgerecht und flächendeckend zu erreichen.

Dr. Rüdiger Wolter vom Umweltbundesamt stellte fest, dass 27 Prozent aller Grundwasserkörper in Deutschland aufgrund zu hoher Nitratgehalte in einem schlechten chemischen Zustand sind. Er kritisierte, dass es bisher zu wenige Anreize für Landwirte gebe, bestimmte Maßnahmen umzusetzen:

Das muss sich ändern.

Für eine erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen müsse sich die Branche an einem klaren Schema orientieren: "Wissen - Können - Wollen/ Müssen - Tun", so Stefan Dunajtschik. In allen diesen Bereichen bestehe weiterhin Handlungsbedarf.

Nachhaltige Intensivierung und gesellschaftliche Verantwortung

Prof. Dr. Friedhelm Taube vom Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Universität Kiel erörterte die Frage einer nachhaltigen Intensivierung. Er erklärte:

Einfach gesagt, geht es darum, agrarische Leistungen und Ökosystemleistungen sinnvoll miteinander zu verbinden.

Dies erfordere lokal optimierte Produktionsstrategien. Bisherige Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, wie die Reduktion der nationalen N-Bilanzsalden auf maximal 80 kg N/ha LN bis 2010, wurden verfehlt.

Prof. Taube wies darauf hin, dass Landwirte in Intensivregionen oft die Düngeverordnung nicht einhalten und dass auch die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Novellierung der Düngeverordnung keine wesentlichen Verbesserungen erwarten lassen. Er betonte, dass eine nachhaltige Intensivierung auch die Gesellschaft mit ihren Konsumgewohnheiten in die Verantwortung nimmt. Angesichts der Tatsache, dass über 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Europa zur Futterproduktion genutzt werden, müsse man anstelle einer "Tank oder Teller-" eine "Teller oder Trog-Diskussion" führen.

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