Dauerhafte Belastung der Gewässer durch Nitrat
Der aktuelle Nitratbericht zeigt, dass Düngemittel aus der Landwirtschaft weiterhin die Gewässerqualität in Deutschland beeinträchtigen. Der Bericht, der vorwiegend Messdaten aus landwirtschaftlich genutzten Flächen auswertet, hebt den übermäßigen Einsatz von Stickstoffdüngern als Hauptproblem hervor. Nitrat belastet insbesondere das Grundwasser. Die Bundesregierung legt diesen Bericht alle vier Jahre der Europäischen Kommission vor.
Zwischen 2012 und 2014 wiesen fast ein Drittel der Messstellen für die Grundwasserqualität zu hohe Nitratwerte auf. Auch an den Küsten der Nord- und Ostsee sind kaum Verbesserungen erkennbar. Hier führen zu hohe Phosphor- und Stickstoffeinträge, bekannt als Eutrophierung, zu übermäßigem Algenwachstum. Bei Seen und Flüssen gehen die Einträge leicht zurück.
Die intensivierte Landwirtschaft kommt uns immer wieder teuer zu stehen. Das zeigt sich gerade beim Grundwasser. Wenn es zu stark mit Nitrat belastet ist, muss es für unsere Trinkwasserversorgung verdünnt oder das Nitrat muss technisch beseitigt werden. Das treibt die Wasserkosten für alle in die Höhe. Im Sinne des Gemeinwohls müssen wir hier stärker als bisher gegensteuern. Dafür brauchen wir jetzt verschärfte Düngeregeln. Diese haben wir 2016 auf den Weg gebracht, jetzt müssen sie zügig in Kraft treten.
Der Zustand des Grundwassers hat sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verbessert. Der Anteil der unbelasteten oder nur gering belasteten Grundwassermessstellen ist zwischen 2012 und 2014 gegenüber den Messungen von 2008 bis 2011 kaum gestiegen, obwohl eine deutliche Verbesserung prognostiziert worden war. 28 Prozent der Messstellen überschreiten zudem Konzentrationen von 50 Milligramm pro Liter. An Flüssen und Seen wird dieser Wert flächendeckend unterschritten.
Phosphoreinträge und Gegenmaßnahmen
Der Nitratbericht bewertet erstmals auch die Einträge von Phosphor in Seen, Flüsse und Küstengewässer, der ebenfalls durch Düngemaßnahmen in die Umwelt gelangt. Wie Nitrat löst auch Phosphor in Gewässern ein übermäßiges, schädliches Pflanzenwachstum aus, das die Ökologie der Gewässer verändert und sie verlanden lassen kann.
Die Phosphoreinträge sind zwischen 2012 und 2014 deutlicher zurückgegangen. Der angestrebte Zielwert, für den je nach Gewässertyp unterschiedliche Vorgaben existieren, wird jedoch an circa 65 Prozent der Messstellen an Oberflächengewässern überschritten. Dies wirkt sich vor allem auf die deutschen Nordsee- und Ostseeküsten aus, wo es aufgrund der hohen Nährstoffeinträge aus den Flüssen zu vermehrtem Algenwachstum kommt.
Die Bundesregierung hat deshalb strengere Regeln beim Einsatz von landwirtschaftlichen Düngern auf den Weg gebracht. Ab diesem Jahr sollen neue Vorgaben in der Düngeverordnung gelten, die mittelfristig zu weniger Nitrat in den Gewässern führen und die Eutrophierung deutlich verringern sollen. Die parlamentarischen Beratungen zur Novelle des Düngegesetzes und die Verhandlungen zwischen Bund und Ländern zur Änderung der Düngeverordnung müssen zügig finalisiert werden. Ziel ist die Verabschiedung des Regelungspakets noch im ersten Quartal des Jahres.
