Nutzungsverhalten der Abnehmergruppen im Staudenmarkt
Staudengärtnereien bieten durchschnittlich ein Spektrum von rund 1.500 verschiedenen Staudenarten und -sorten an. Eine Mitgliederumfrage des Bundes deutscher Staudengärtner (BdS) aus dem Jahr 2011, durchgeführt und ausgewertet von der AMI Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH, zeigt, dass Privatkunden dieses Sortiment am intensivsten nutzen, während Kommunen es am wenigsten in Anspruch nehmen.
Die Umfrageergebnisse verdeutlichen die prozentuale Nutzung des Angebots durch verschiedene Abnehmergruppen:
- 62 % Privatkunden
- 52 % Verwender
- 52 % Handel
- 32 % Kommunen
BdS setzt sich für mehr Artenvielfalt ein
Die Vorsitzende des BdS, Beate Zillmer, äußerte sich erfreut über das hohe Interesse der Freizeitgärtner. Sie stellte fest, dass private Kunden im Bereich der Artenvielfalt oft besser abschneiden als Handel und Verwender. Gleichzeitig zeigte sie sich verwundert darüber, dass Kommunen die Artenvielfalt nur etwa halb so intensiv fördern wie private Gärtner.
Es gibt zahlreiche vorbildliche Städte und Gemeinden, die mit attraktiven Pflanzungen das öffentliche Grün und Leben bereichern. Aber natürlich kann man im Stadtgrün nicht so experimentieren wie im Hausgarten.
Zillmer wies auf die Unterschiede zwischen Privatgärten und öffentlichen Anlagen hin. Privatgärten ermöglichen aufgrund ihrer Pflegeintensität, Individualität und persönlichen Finanzierung mehr Spielraum für Vielfalt. Im Gegensatz dazu konzentrieren sich öffentliche Anlagen, die aus Steuermitteln finanziert werden, auf bewährte und funktionierende Lösungen.
Politische Forderungen und Lösungsansätze des BdS
Die Politik fordert eine stärkere Artenvielfalt, basierend auf dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD). Dieses Übereinkommen umfasst die Vielfalt an Ökosystemen, die Artenvielfalt und die genetische Vielfalt.
Der BdS bietet gemeinsam mit dem Arbeitskreis Pflanzenverwendung Konzepte an, um die Artenvielfalt auch bei knappen öffentlichen Haushalten in Städten und Kommunen zu fördern. Dazu gehören Staudenmischungen, die seit 2006 wissenschaftlich erprobt und mit dem Innovationspreis des BMEL ausgezeichnet wurden. Diese Mischungen sind kostengünstig in Planung und Pflege und bieten ganzjährig attraktive und abwechslungsreiche Pflanzenbilder, basierend auf einem breiten Arten- und Sortenspektrum. Der BdS unterstützt die Umsetzung durch zahlreiche Veröffentlichungen mit praxisnahen Informationen und Hilfestellungen.
Präsentation auf der IPM 2012
Vom 24. bis 27. Januar 2012 informierten die Staudengärtner auf der IPM in Essen (Halle 11) am Gemeinschaftsstand mit dem Bund deutscher Baumschulen (BdB) über ihr breites Sortiment, die Staude des Jahres sowie aktuelle Entwicklungen rund um Artenvielfalt und Staudenverwendung.