Pflanzen und Pflanzenteile

Knötericharten im Garten- und Landschaftsbau: Klare Abgrenzung von invasiven Formen

Knötericharten wie Persicaria, Bistorta und Aconogonon werden oft fälschlicherweise mit der invasiven Gattung Fallopia gleichgesetzt. Diese Verwechslung schadet dem Ruf der nicht-invasiven Arten. Erfahren Sie, welche Knötericharten unbedenklich sind und welche als Neophyten gelten.

Unterscheidung zwischen gärtnerischen und invasiven Knötericharten

Die verschiedenen Knötericharten, die im Gartenbau verwendet werden – Persicaria, Bistorta und Aconogonon – werden oft fälschlicherweise mit der invasiven Gattung Fallopia (bzw. Reynoutria) gleichgesetzt. Diese Verwechslung führt zu Irritationen und schadet dem Ruf der nicht-invasiven Arten. Fallopia, als sogenannter Neophyt, breitet sich in heimischen Gefilden aus, verdrängt die ursprüngliche Vegetation und kann Bauwerke schädigen. Ursprünglich gehörten alle genannten Arten zur Gattung Polygonum, doch botanische Unterschiede führten zu einer Neueinteilung.

Invasive Stauden haben wir schon lange aus unseren Sortimenten verbannt. Denn dies ist im Sinne des verantwortungsbewussten Gärtnerns. Zudem haben wir ein sehr breites Sortiment mit vielen anderen Attraktionen.

Dies berichtet Beate Zillmer, Vorsitzende des Bundes deutscher Staudengärtner (BdS). Als der Zentralverband Gartenbau (ZVG) 2008 gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz eine Empfehlung zur Eindämmung invasiver Arten herausgab, konnten die Staudengärtner diese Vereinbarung ohne Schwierigkeiten unterzeichnen.

Gärtnerische Knötericharten sind nicht invasiv

Ausschließlich Arten der Gattung Fallopia (bzw. Reynoutria) gelten als invasiv. Dazu zählen Fallopia japonica (Gewöhnlicher Japan-Knöterich), Fallopia sachalinensis (Sachalin-Knöterich) und Fallopia x bohemica (Bastard-Knöterich). Professor Dr. Cassian Schmidt, Vorsitzender des BdS-Arbeitskreises Pflanzenverwendung, erläutert, dass Arten der ehemaligen Gattung Reynoutria in Deutschland steril sind und keine reifen Samen bilden, da es sich um einen einzigen Klon je Art handelt.

Das Hauptproblem bei Fallopia (Reynoutria) liegt in der schnellen Ausbreitung durch lange, tiefreichende Rhizome. Die Verschleppung erfolgt meist unabsichtlich auf vegetativem Weg, beispielsweise durch den Transport von Erdaushub oder Gartenabfällen in die freie Landschaft oder durch Abdrift an Flüssen. Im gärtnerischen Sortiment ist Bistorta officinalis (Persicaria bistorta) eine heimische Staude, die Rhizome bildet, aber keine Ausläufer im Sinne invasiver Arten treibt. Bistorta amplexicaulis (Persicaria amplexicaulis) besitzt dicke, kurze Rhizome und wuchert nicht. Neue Sorten dieser Art sind zudem oft kleiner und schwachwüchsig.

Vielfalt nicht-invasiver Knötericharten

Aconogonon 'Johanniswolke' ist eine Solitärstaude, die etwa 1,50 Meter hoch wird, jedoch streng horstig wächst und sich nicht aussät. Im Handel sind zudem zwei nordamerikanische Arten der Gattung Persicaria erhältlich: Persicaria virginiana und Persicaria filiformis (syn. Polygonum filiforme). Nur P. virginiana ist mit einigen Auslesen mit verschiedenfarbigem, panaschiertem Laub im Handel (z.B. 'Painters Palette'), die Ausläufer bilden können. Die Art P. filiformis ist nur in Weinbauklimaten winterhart und kann sich dort mäßig aussäen. Auch diese Arten sind nicht invasiv.

Die "Polygonum im engeren Sinne" umfassen fast ausschließlich einjährige, manchmal halbstrauchige bis strauchige und kaum winterharte Arten, die gärtnerisch bedeutungslos sind. Die "Empfehlungen für Gärtner, Planer und Verwender – Vereinbarung zum Umgang mit invasiven Arten" können beim Bund deutscher Staudengärtner angefordert werden.

17.11.2011

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