Naturschutz

Nulltoleranz bei Raps-Saatgut: Keine Gentechnik in Deutschland

Aktuelle Saatgutanalysen zeigen: In Deutschland wurde kein gentechnisch verunreinigter Raps gefunden. Greenpeace und Bioland fordern die Beibehaltung der Nulltoleranz gegenüber GVO im Saatgut. Die Ergebnisse sind ein Erfolg für die Reinhaltung der Produktionskette.

Erfreuliche Ergebnisse der Saatgutanalysen

Die aktuellen Saatgutanalysen der Bundesländer für Herbst 2011 zeigen, dass in Deutschland kein gentechnisch verunreinigter Raps gefunden wurde. Dies geht aus einer Abfrage hervor, die Greenpeace und Bioland bei den zuständigen Länderbehörden durchgeführt haben.

Von über 300 untersuchten Raps-Saatgutproben war keine einzige gentechnisch verunreinigt. Im Jahr 2010 lag der Anteil verunreinigter Proben noch bei etwa einem Prozent. Beide Verbände betonen die Notwendigkeit, die Nulltoleranz gegenüber Verunreinigungen mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) im Saatgut beizubehalten.

Die aktuellen Analyseergebnisse zeigen, dass die konsequente Reinhaltung von Saatgut möglich ist. Gentechnikfreies Saatgut ist die Basis unserer Produktionskette und genau hier muss konsequent jegliche gentechnische Verunreinigungen vermieden werden.

Diese Aussage stammt von Jan Plagge, Präsident von Bioland, der die Ergebnisse als erfreulich bewertet.

Forderungen nach Nulltoleranz und Anbauverzicht

Die Saatgutindustrie fordert hingegen häufig eine Aufweichung der Nulltoleranz durch Grenzwerte oder technische Lösungen. Dem widersprechen die Umwelt- und Bioverbände.

Die Reinhaltung des Saatgutes von gentechnischen Verunreinigungen ist im deutschen und europäischen Recht vorgeschrieben. Mit ihren Forderungen nach Aufweichung der Nulltoleranz sucht die Industrie nach einer Möglichkeit, dem Verbraucher Gentechnik aufzuzwingen.

Dies erklärt Dirk Zimmermann, Gentechnikexperte von Greenpeace. Er betont zudem, dass Gen-Raps-Sorten in Europa niemals für den Anbau zugelassen werden sollten.

Raps neigt dazu, sich leicht mit anderen Kulturen zu kreuzen. Daher bietet nur ein vollständiger Anbauverzicht für Gen-Raps die notwendige Sicherheit. Im Jahr 2007 gelangte bereits gentechnisch verunreinigtes Raps-Saatgut in den Handel und zur Aussaat.

Kontinuierliche Überprüfung und weitere Ergebnisse

Greenpeace und Bioland fordern die Bundesländer auf, Saatgut stärker zu überprüfen, um die Qualitätssicherung der Saatgutfirmen hinsichtlich GVO weiter zu verbessern. Dies soll dazu beitragen, Verunreinigungen zu vermeiden.

Im Frühjahr dieses Jahres waren beispielsweise 29 von 417 Mais-Proben mit Gen-Mais verunreinigt, was einem Anteil von sieben Prozent entsprach. Diese Ergebnisse wurden von Greenpeace und Bioland im Mai veröffentlicht. Die aktuellen Ergebnisse des Saatgutmonitorings der Bundesländer für Raps sowie eine rechtliche Stellungnahme zur Nulltoleranz beim Saatgut sind im Internet verfügbar.

02.11.2011

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