Naturschutz

Biologische Vielfalt im Privatgarten: Potsdamer Projekt fördert seltene Wildpflanzen

Ein neues Projekt des Botanischen Gartens Potsdam ermöglicht Privatpersonen, seltene Wildpflanzen im eigenen Garten oder auf dem Balkon zu kultivieren. Ziel ist es, die biologische Vielfalt zu erhalten und konkrete Naturschutzangebote für Stadtbewohner zu schaffen. Die DBU unterstützt das Vorhaben mit 223.000 Euro.

„Urbanität und Vielfalt“: Ein Projekt für den Artenschutz

Der Botanische Garten der Universität Potsdam hat ein Projekt initiiert, das Privatpersonen die Möglichkeit bietet, sich aktiv am Erhalt der biologischen Vielfalt zu beteiligen. Unter dem Titel „Urbanität und Vielfalt“ sollen seltene Wildpflanzen in privaten Gärten und auf Balkonen kultiviert werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt dieses Vorhaben mit rund 223.000 Euro.

Ziel des Projekts ist es, konkrete Handlungsangebote im Naturschutz für Menschen in Städten und Ballungsgebieten zu schaffen. Diese Angebote sind auf geringe Vorkenntnisse und begrenzte Freizeit ausgerichtet. Durch die Kultivierung und spätere Ausbringung gefährdeter Wildpflanzen auf frei zugänglichen Flächen sollen Teilnehmer Wissen zu Artenvielfalt sowie Natur- und Biotopschutz erwerben.

Kleingärtner, Gartenbesitzer und Familien mit Kindern können nun aktiv zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen, indem sie seltene Wildpflanzen im eigenen Garten oder auf dem Balkon kultivieren.

Dies erklärte Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU, bei der Übergabe des Förderbescheids an Direktorin Prof. Dr. Jasmin Joshi und Kustos Dr. Michael Burkart. Prof. Dr. Joshi ergänzte, dass das Projekt darauf abzielt, die gefährdete Vielfalt regionaler Wildpflanzenarten zu bewahren.

Ablauf und Inhalte des Projekts

Zu Beginn des Projekts werden in den Botanischen Gärten Potsdam, Berlin und Marburg seltene heimische Wildpflanzen vermehrt. Das Saatgut stammt von Wildpopulationen und wird in Absprache mit Naturschutzämtern von Experten gesammelt. Die Jungpflanzen werden zusammen mit Pflegeanleitungen und Informationsmaterialien an die Teilnehmer ausgegeben.

Die Teilnehmer können die seltenen Arten in ihren Gärten, Kleingartenkolonien oder Balkonkästen pflanzen. In den Folgejahren werden die privat vermehrten Pflanzen auf zentral gelegenen und öffentlich zugänglichen Flächen ausgebracht. Diese Flächen dienen als Orte der Umweltbildung und des Naturschutzes und werden durch Naturerlebnisräume für Kinder ergänzt.

Ein Webportal ermöglicht den Zugang zu Informationen für Teilnehmer aus anderen Städten und fördert den Erfahrungsaustausch über ein moderiertes Forum. Exkursionen zu den Herkunfts-Lebensräumen der Pflanzenarten und Informationen zu Biotop-Pflegemaßnahmen ergänzen das Programm. Auf den Ausbringungsflächen sind zudem zahlreiche Infoveranstaltungen geplant.

Bedeutung der Botanischen Gärten

Botanischen Gärten kommt laut Brickwedde eine besondere Bedeutung bei der Umweltbildung zu. Sie können eine breite Öffentlichkeit für das Thema Artenvielfalt sensibilisieren und über bedrohte Pflanzenarten informieren. Das Potsdamer Projekt zeichnet sich dadurch aus, dass es über die reine Wissensvermittlung hinausgeht und Bürger zum aktiven Engagement für den Natur- und Artenschutz motiviert.

Das Vorhaben des Botanischen Gartens in Potsdam ist besonders, weil es über die reine Wissensvermittlung hinausgeht und Bürger zum aktiven Engagement für den Natur- und Artenschutz motiviert.

Das Projekt soll im Herbst 2012 beginnen und nach der dreijährigen Förderperiode unter fachlicher Anleitung von den Teilnehmern fortgeführt werden.

02.11.2011

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