Aus- und Weiterbildung

Nutzung alternativer Wasserressourcen in der Feldbewässerung

Die Feldbewässerung ist für stabile Ernteerträge essenziell. Angesichts des steigenden Wasserbedarfs durch den Klimawandel rückt die Nutzung von gereinigtem Abwasser in den Fokus. Eine DLG-Tagung beleuchtete diese alternativen Ressourcen und deren Anwendung.

Herausforderungen und Chancen der modernen Feldbewässerung

Die Feldbewässerung, die Verfahren wie Beregnung, Berieselung und Tropfbewässerung umfasst, ist unter bestimmten bodenklimatischen Bedingungen essenziell für stabile Ernteerträge. Auch in Mitteleuropa, einschließlich Deutschland, sind zusätzliche Wassergaben auf Trockenstandorten oder leichten Böden mit geringer Wasserhaltekapazität notwendig, um Erträge zu sichern. Besonders im Gemüse- und Obstanbau sind sie eine Grundvoraussetzung für die Erzeugung der gewünschten Qualitäten.

Die Digitalisierung in der Bewässerungssteuerung ermöglicht einen effizienteren Wassereinsatz und erschließt neue Anwendungen. Gleichzeitig führen klimatische Veränderungen zu einer Ausweitung der bewässerten Flächen. Der daraus resultierende Mehrbedarf an Wasser kann nicht überall in Deutschland ausschließlich aus traditionellen Quellen wie Flüssen, Seen und Grundwasser gedeckt werden. Daher rückt die Nutzung von kommunal und betrieblich gereinigten Abwässern, sogenanntem Klarwasser, zur Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen in den Fokus.

Die DLG-Bewässerungstagung am 29. und 30. Mai in Linthe (Südbrandenburg) befasste sich mit der Nutzung solcher alternativer Ressourcen. Nach der Eröffnung durch Ekkehard Fricke, Vorsitzender der DLG-Arbeitsgruppe Bewässerung, gab Dr. Jürgen Trilk vom Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung Teltow/Ruhlsdorf einen Überblick über die Landwirtschaft in Brandenburg.

Veikko Junghans von der Humboldt-Universität Berlin informierte über nutzbare Ressourcen für die Feldbewässerung. Heinrich Ripke vom Abwasserverband Braunschweig referierte über Erfahrungen mit der Beregnung mittels geklärtem Abwasser in Niedersachsen. Ronald Haase von der Milcherzeugergenossenschaft Klötze e.G. stellte Erfahrungen zur Reduzierung der Grundwasserinanspruchnahme durch die Nutzung von gereinigtem Abwasser aus der Kläranlage Immekath vor.

Ein Vertreter des Landesamtes für Umwelt in Potsdam erläuterte den rechtlichen Rahmen und Probleme bei der Nutzung alternativer Wasserressourcen. Stefan Scholz von HYDRO-AIR international irrigation systems GmbH präsentierte Techniken zur Ausbringung von gereinigten Abwässern und Gärresten.

Dr. Frank Riesbeck von der Humboldt-Universität Berlin beleuchtete unter dem Titel „Water Reuse - ein Risiko für den Verbraucher?“ hygienische Aspekte und Probleme der Verwendung von aufbereitetem Abwasser (Water Reuse) für die Bewässerung in Landwirtschaft und Gartenbau. Jürgen Kleber vom Institut für Gemüsebau der Hochschule Geisenheim University informierte über das Projekt EPoNa zur Ertüchtigung von Abwasserteichanlagen im Norden Namibias zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit.

Am zweiten Veranstaltungstag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, bei einer Fachexkursion den Maschinenbaubetrieb Hydro-Air in Niedergörsdorf und die Agrargenossenschaft Niederer Fläming mbH Petkus zu besuchen. Dort konnten sie sich vom Bau der Bewässerungstechnik und dem technischen Fortschritt beim Einsatz in der landwirtschaftlichen Praxis überzeugen.

13.05.2018

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