Naturschutz

Ökologische Vorrangflächen: Empfehlungen zum Schutz der Natur

Ein neues Praxishandbuch gibt Empfehlungen zur naturschutzfachlichen Ausgestaltung ökologischer Vorrangflächen. Es zeigt auf, wie diese Flächen einen Mehrwert für die biologische Vielfalt in Ackerlandschaften schaffen können.

Praxishandbuch für mehr Biodiversität in Agrarlandschaften

Das Praxishandbuch „Naturschutzfachliche Ausgestaltung von Ökologischen Vorrangflächen“ befasst sich mit der Frage, wie auf ökologischen Vorrangflächen im Rahmen des Greenings ein Mehrwert für die biologische Vielfalt in Ackerlandschaften geschaffen werden kann.

Das Handbuch erläutert zunächst die Anforderungen an ökologische Vorrangflächen (ÖVF), die mit der GAP-Reform 2015 eingeführt wurden. Betriebe mit mehr als 15 Hektar Ackerfläche sind demnach verpflichtet, fünf Prozent ihres Ackerlandes als ÖVF anzulegen. Ziel ist die flächendeckende Integration von Nutzungsformen und Strukturen zur Förderung der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft. Landwirte können dabei aus einem Katalog verschiedener Flächentypen wählen, der auch produktive Nutzungen wie Flächen mit Zwischenfruchtanbau umfasst.

Der Zustand der Biodiversität in der Agrarlandschaft gibt noch immer Anlass zu großer Sorge. Es muss sichergestellt sein, dass die für den Naturschutz zentrale Greening-Maßnahme der ÖVF tatsächlich einen zusätzlichen ökologischen Nutzen entfaltet. Dieser Nutzen der ÖVF ist maßgeblich vom gewählten Flächentyp, dessen Lage und Standort sowie der Nutzungsform abhängig.

Das Forschungsvorhaben, aus dem das Handbuch hervorgegangen ist, untersucht erste Erfahrungen mit der Ausweisung von ÖVF und deren Nutzen für den Naturschutz. Dazu gehören Feldaufnahmen zur Untersuchung von Flora und Fauna auf ausgewählten Flächen und Betrieben, Befragungen von Landwirten und Verwaltungsvertretern sowie die Analyse von Daten zur tatsächlichen Auswahl von ÖVF.

Das Praxishandbuch bietet konkrete Empfehlungen für die Anlage und das Management von ÖVF unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten. Es richtet sich an Personen in der Landwirtschafts- und Umweltverwaltung, Landwirtschaftskammern und Beratungsorganisationen sowie direkt an Landwirtinnen und Landwirte.

Ein zentraler Bestandteil des Handbuchs sind Merkblätter für verschiedene ÖVF-Typen, darunter Brachen, streifenförmige Elemente, Leguminosen, Zwischenfrüchte und Kurzumtriebsplantagen. Diese Merkblätter enthalten Informationen zu den ökologischen Vorteilen sowie Empfehlungen für Management und Aufwertung im Sinne des Naturschutzes.

Zusätzlich sind Informationen zur Einsaat von Blühmischungen und eine Zusammenfassung der wichtigsten Eigenschaften von ÖVF für einen wirksamen Schutz der Biodiversität in der Agrarlandschaft enthalten. Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Die Koordination liegt beim Institut für Ländliche Strukturforschung (IfLS), weitere Beteiligte sind das Thünen Institut für Ländliche Räume (TI-LR) und das Institut für Agrarökologie und Biodiversität (ifab).

Das Handbuch ist als kostenlose PDF-Version unter ifls.de verfügbar.

31.07.2016

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