Bedeutung von Fördermitteln für den Waldumbau
Waldbesitzende aus Frielendorf (Hessen) haben die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Bettina Hoffmann, auf die Notwendigkeit von Fördermitteln für die Wiederaufforstung nach Kalamitäten und den klimaresilienten Waldumbau hingewiesen.
„Ohne die Förderung wäre die klimagerechte Wiederaufforstung von Mischwäldern für uns unmöglich“, sagte Frank Wiegand, Vorsitzender der Waldinteressenten Frielendorf-Verna.
Der Gemeinschaftswald der Waldinteressenten Frielendorf-Verna besteht seit 1870, umfasst 153 Hektar und gehört 56 Waldbesitzern. Seit 2020 investierte die Waldgemeinschaft rund 140.000 Euro in die Wiederaufforstung und erhielt dafür etwa 49.000 Euro Fördermittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK).
„Wiederaufforstung ist teuer, nicht ohne Risiko und braucht deshalb einen sehr langen Atem“, betonte Wiegand.
Die durchschnittlichen Kosten beliefen sich auf rund 12.000 Euro pro Hektar. Eine im Frühjahr 2022 begonnene Wiederaufforstung erwies sich aufgrund der extremen Trockenheit im Sommer 2022 als Totalausfall. Ein neuer Anlauf war daher erst im Herbst 2023 möglich.
Herausforderungen und Finanzierungsbedarf
Wiegand hob das Engagement der Waldeigentümer hervor, ohne das eine Bewirtschaftung des Waldes nicht möglich wäre.
„Der Wald steht angesichts der Klimakrise vor epochalen Herausforderungen“, unterstrich Prof. Andreas Bitter, Präsident des Verbandes AGDW – Die Waldeigentümer.
Seit 2018 entstanden durch rund 600.000 Hektar Schadfläche mit etwa 300 Millionen Festmetern Schadholz finanzielle Verluste von rund 20 Milliarden Euro für den Waldbesitz. Bitter schätzt, dass der Umbau von etwa einem Drittel der Waldfläche notwendig ist, insbesondere bei Fichten- und Buchenbeständen.
Für diesen Waldumbau wird in den kommenden 30 Jahren ein Finanzbedarf von bis zu 45 Milliarden Euro erwartet.
„Wir brauchen deshalb dringend eine Entscheidung zum Erhalt der GAK-Sondermittel im Bundeshaushalt 2024 und eine Ausstattung dieser Titel mit mindestens 100 Millionen Euro“, forderte Bitter.
Die seit 2020 verfügbaren Sondermittel zur Minderung der Kalamitätsfolgen aus dem GAK-Förderprogramm sind derzeit bis Ende 2023 befristet. Eine Verlängerung wird aktuell innerhalb der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages diskutiert.
Wald als Ökosystem und Energiequelle
Carl Anton Prinz zu Waldeck und Pyrmont, Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes, wies auf die vielfältigen Leistungen des Waldes hin.
„Der Wald erbringt zahlreiche Ökosystemleistungen – von der Holzproduktion über die CO2-Speicherung bis hin zum Erholungswert.“
Diese Leistungen müssten künftig von der Gesellschaft stärker honoriert werden. Die 56 Eigentümer der Waldgemeinschaft Frielendorf-Verna nutzen ihren Wald seit rund 150 Jahren auch zur Selbstversorgung mit Energieholz.
„Wir verfügen damit über eine dezentrale Wärmeversorgungsmöglichkeit mit kurzen Transportwegen, die für unser Dorf umweltfreundlich und bezahlbar ist“, erklärte Wiegand.
Einschlag und Abtransport des Energieholzes übernehmen die Eigentümer selbst. Wiegand sprach sich dafür aus, Energieholz künftig stärker in die kommunale Wärmeplanung einzubeziehen.
