Umfassende Revision und breite Beteiligung
Der Deutsche Forst-Zertifizierungsrat hat am 26. November 2014 einstimmig neue PEFC-Standards verabschiedet. Dies markiert das Ende eines 14-monatigen Revisionsprozesses, der durch eine breite Beteiligung verschiedener Interessengruppen gekennzeichnet war.
In rund 25 Sitzungen seit September 2013 wurden die PEFC-Waldstandards überarbeitet und präzisiert. Zudem wurde eine „Regionenoffensive“ zur Unterstützung der regionalen PEFC-Zertifizierung initiiert und drei neue, freiwillige Zertifizierungsangebote für Forstbetriebe entwickelt.
Ich freue mich, dass wir den Revisionsprozess erfolgreich abgeschlossen haben und wir über das Jahr hinweg eine so hohe Beteiligung an der Überarbeitung der Standards erzielen konnten. Dies zeigt deutlich, dass das Motto ‚PEFC ist ein dialogorientiertes System‘ nicht nur eine Behauptung darstellt, sondern dass wir dies auch mit Leben füllen können.
Dies erklärte Prof. Dr. Ulrich Schraml, Vorsitzender von PEFC Deutschland. Im Rahmen des Revisionsprozesses wurden Anregungen aus den Arbeitsgruppen „Standards“ und „Verfahren“ sowie das Feedback aller Stakeholder einer Online-Plattform berücksichtigt.
Im Juli 2014 erfolgte eine Zwischenpräsentation der Arbeitsgruppen auf dem „Würzburg+15“-Kongress. Nach einer 60-tägigen öffentlichen Konsultationsperiode wurden weitere Vorschläge eingearbeitet. Wesentliche Änderungen und redaktionelle Überarbeitungen des PEFC-Waldstandards betreffen insbesondere die Punkte 6.2 (Private Selbstwerber) und 6.4 (Forstunternehmerzertifikate).
So wurden die Anforderungen an den Nachweis eines qualifizierten Motorsägenlehrgangs präzisiert, um die Sicherheit bei der motormanuellen Holzaufarbeitung zu gewährleisten. Auch die Forderung des PEFC-Standards nach dem Einsatz zertifizierter Forstunternehmer wurde neu gefasst.
Der neue Waldstandard tritt zum 1. Januar 2015 in Kraft.
Ich freue mich, dass wir mit den neuen Standards bei allen Gruppen, die wir bei der Überarbeitung einbezogen haben, eine hohe Akzeptanz erreichen konnten. Die Standards spiegelten bereits vor der aktuellen Revision ein hohes Niveau nachhaltiger Waldbewirtschaftung wider, aber wir haben sie verbessern können, indem wir sie noch präziser und vor allem praxisnaher formuliert haben.
Dies sagte Prof. Dr. Andreas W. Bitter, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Standards und stellvertretender Vorsitzender von PEFC Deutschland. Neben der Verabschiedung der PEFC-Waldstandards wurde auch der Startschuss für eine „Regionenoffensive“ gegeben.
Stärkung regionaler Strukturen und neue Zertifizierungsangebote
Die „Regionenoffensive“ zielt darauf ab, die regionalen PEFC-Arbeitsgruppen zu stärken, die für die Umsetzung der PEFC-Zertifizierung in den Regionen verantwortlich sind. Hierfür werden sieben neue Stellen für Regionalassistenten geschaffen.
Diese Assistenten unterstützen die regionalen Arbeitsgruppen bei der Erarbeitung von Zielen und Handlungsprogrammen zur Verbesserung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, dem Informationsaustausch mit Zertifizierungsteilnehmern und der Kommunikation mit der Öffentlichkeit.
Der Deutsche Forst-Zertifizierungsrat verabschiedete zudem drei neue freiwillige Angebote zur Ergänzung bestehender PEFC-Zertifizierungen für Forstbetriebe. Dazu gehören die Zertifizierung von Weihnachtsbaumkulturen auf Waldflächen sowie ein zusätzliches PEFC-Zertifikat für Erholungswälder.
Letzteres ermöglicht Waldbesitzern, ihr Engagement für Erholungssuchende zu dokumentieren. Beide einzelbetrieblichen Zertifizierungsansätze sind mit einem jährlichen Vor-Ort-Audit verbunden.
Des Weiteren wurde das Label „Heimisches Holz aus [der Region]“ entwickelt. Dieses Label soll Verbrauchern nicht nur die Herkunft der Holzprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern aufzeigen, sondern auch den regionalen Ursprung betonen.
Mit diesen drei neuen Zertifizierungsangeboten ab kommendem Jahr haben wir das PEFC-Portfolio sinnvoll erweitert und bieten sowohl Waldbesitzern als auch den Unternehmen der Chain-of-Custody neue Möglichkeiten, von der PEFC-Zertifizierung zu profitieren.
Dies erklärte Dirk Teegelbekkers, Geschäftsführer von PEFC Deutschland. Alle neuen Dokumente, die vom Deutschen Forst-Zertifizierungsrat verabschiedet wurden, sind online abrufbar.

