Pflanzenarten für die Absenkervermehrung
Die Absenkervermehrung ist besonders effektiv bei Sträuchern mit langen, flexiblen Trieben, die den Boden erreichen. Hierzu zählen Kletterpflanzen wie Glyzinien, Clematis und Geißblatt. Auch bestimmte Küchenkräuter wie Lorbeer, Rosmarin, Salbei, Thymian und Winterbohnenkraut lassen sich auf diese Weise vermehren. Erfolgreich ist die Methode ebenfalls bei Gehölzen wie Buchs, Liguster, Korkspindel und Ilex. Sollten die Triebe nicht ausreichend biegsam sein, kann das Anhäufeln von Erde um die Sträucher die Bedingungen verbessern.
Vorgehensweise bei der Absenkervermehrung
Zunächst ist der Boden um die Mutterpflanze zu lockern. Es werden ein oder mehrere lange, gesunde und niedrig wachsende Triebe ausgewählt, die nicht älter als zwei Jahre, weich und nicht stark verholzt sein sollten. Blätter und Seitentriebe sind zu entfernen, wobei die Triebspitze mit drei bis fünf Blättern intakt bleibt. Anschließend wird eine etwa 10 cm tiefe Furche ausgehoben. Bei steinigen oder schweren Böden empfiehlt sich eine Verbesserung der Vermehrungszone mit Gärtnersubstrat.
Der vorbereitete Trieb wird in die Furche gelegt. Bei einigen Pflanzen, wie der Clematis, kann das leichte Anritzen oder Verletzen der Rinde an der Unterseite des Triebes die Wurzelbildung beschleunigen, da sich an der Schnittstelle Wundgewebe bildet. Der Trieb wird an der Wunde nach oben gebogen und mit einem gebogenen Draht im Boden fixiert. Dabei ist darauf zu achten, dass die Triebspitze senkrecht aus der Erde ragt und gegebenenfalls an einem Stab befestigt wird. Die Furche wird mit lockerer, humoser Erde aufgefüllt und leicht angedrückt. Innerhalb von zwei bis drei Monaten bilden sich Wurzeln.
Während dieser Zeit versorgt die Mutterpflanze den Absenker mit Wasser und Nährstoffen. Eine konstante Bodenfeuchtigkeit ist dabei zu gewährleisten.
Wellenförmige Ableger
Für die Gewinnung mehrerer Pflanzen aus Kletterpflanzenablegern können vorjährige Triebe wellenförmig in die Erde gelegt werden. Der Trieb wird dabei zwischen den Blattknoten mit Haken im Boden fixiert. Eine Verletzung der Pflanzenrinde an den Fixierungspunkten kann die Wurzelbildung beschanken. Die Anwendung von Bewurzelungshilfen an den Wundstellen kann diesen Prozess zusätzlich fördern.
Entwicklung und Trennung
Im Herbst sollte die Wurzelentwicklung der Absenker kontrolliert werden. Sobald ausreichend Wurzeln vorhanden sind, kann der Absenker von der Mutterpflanze getrennt und in lockere Erde gepflanzt werden. Bei Pflanzen wie Buchs, Clematis und anderen Gehölzen kann es bis zum Frühling dauern, bis die ersten Wurzeln sprießen.