Allgemeines

Pflanzenzüchtung als Schlüssel zur globalen Ernährungssicherung

Ein Kolloquium der Gregor Mendel Stiftung und Eiselen-Stiftung Ulm beleuchtete die zentrale Rolle der Pflanzenzüchtung für die globale Ernährungssicherung. Experten diskutierten Herausforderungen und Lösungsansätze, um die landwirtschaftliche Produktivität zu steigern und Hunger zu bekämpfen.

Experten diskutieren Herausforderungen und Lösungsansätze

Die Bedeutung von Forschung und Pflanzenzüchtung für die globale Ernährungssicherung stand im Mittelpunkt des Kolloquiums „Agrarraumentwicklung und Pflanzenzüchtung – Aufgaben moderner Entwicklungszusammenarbeit“. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Gregor Mendel Stiftung und der Eiselen-Stiftung Ulm ausgerichtet.

Dr. Kartz von Kameke, Kuratoriumsmitglied der Gregor Mendel Stiftung, betonte in seiner Eröffnungsrede die Bereitschaft der Pflanzenzüchter, ihre Erfahrungen in der Entwicklungsarbeit einzubringen. Ziel sei es, genetische Ressourcen zu erschließen, um angepasste Pflanzen vor Ort zu entwickeln.

Die Experten des Kolloquiums waren sich einig, dass eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität unerlässlich ist. Angesichts einer prognostizierten Weltbevölkerung von neun Milliarden Menschen bis 2050 und bereits einer Milliarde hungernder Menschen sei dies eine zentrale Aufgabe.

Anton van Doornmalen vom niederländischen Pflanzenzüchter Rijk Zwaan hob hervor, dass der Schlüssel zur Problemlösung in der Ertrags- und Qualitätsverbesserung durch Züchtung liege, da die landwirtschaftlich nutzbare Fläche begrenzt sei. Für eine „Grüne Revolution“ in Afrika forderte van Doornmalen, der ein eigenes Zuchtprogramm in Tansania betreibt, entsprechende Rahmenbedingungen wie einen Sortenschutz, um Innovationen zu ermöglichen.

Dr. Claire Schaffnit-Chatterjee von Deutsche Bank Research unterstrich auf Basis ihrer Studie „Lebensmittel – eine Welt voller Spannung“, dass die Nahrungsmittelproduktion vor Ort gesteigert, mehr Mittel für die Landwirtschaft in Entwicklungsländern und für die Forschung bereitgestellt sowie der Zugang der Bauern zu Ressourcen gesichert werden müsse. Zudem seien international koordinierte Maßnahmen gegen den Klimawandel von Bedeutung.

Dr. Hanns-Christoph Eiden vom Bundeslandwirtschaftsministerium bezeichnete die Sicherung der Welternährung als Schwerpunktaufgabe der internationalen Politik. Die reformierte „Globale Partnerschaft für Landwirtschaft, Nahrungssicherheit und Ernährung“ sei ein wichtiges Instrument zur Koordination der Akteure. Er betonte, dass Maschinen, Saatgut und Dünger unabdingbar seien, um eine nachhaltige und leistungsstarke Landwirtschaft unter regionalen Bedingungen zu betreiben. Dr. Uschi Eid, ehemalige Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium, hob die vielfältigen Anforderungen an die Entwicklungsarbeit hervor. Robert Buntzel vom Evangelischen Entwicklungsdienst ergänzte die Ziele und Wege der agrarischen Entwicklungszusammenarbeit aus Sicht der evangelischen Entwicklungshilfe.

Über die Gregor Mendel Stiftung

Die gemeinnützige Gregor Mendel Stiftung wurde am 5. November 2002 in Bonn gegründet. Sie widmet sich der gesellschaftlichen Bedeutung der Pflanzenzüchtung und zeichnet mit dem Innovationspreis Persönlichkeiten aus, die maßgeblich zur Förderung der Wissenschaft und zur Erhaltung der Vielfalt in der Züchtung beigetragen haben.

Die Eiselen-Stiftung

Die Vater und Sohn Eiselen-Stiftung in Ulm wurde im Dezember 1978 als gemeinnützige GmbH gegründet und 1991 in eine Stiftung bürgerlichen Rechts umgewandelt. Zu ihren Aufgaben gehören die Trägerschaft des Museums der Brotkultur und die Förderung von Forschungsvorhaben zur Verbesserung der weltweiten Ernährungslage.

26.11.2009

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