Beton- und Natursteine

Pflasterklinker: Gebundene Verlegung für besondere Bauvorhaben

Die gebundene Verlegung von Pflasterklinker im Mörtelbett stellt hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Richtig umgesetzt bietet sie dauerhafte, verformungsbeständige Flächen für anspruchsvolle Anwendungen im GaLaBau.

Gebundene Pflasterklinkerbauweise: Anforderungen und Ausführung

Die Verlegung von Pflasterklinker im Mörtelbett mit fester Fuge eröffnet Planern und Ausführenden im Garten- & Landschaftsbau vielfältige gestalterische Möglichkeiten. Gleichzeitig stellt die gebundene Bauweise besondere Anforderungen an Planung, Materialwahl, Bauausführung und Qualitätssicherung. Anders als bei der ungebundenen Verlegung entsteht ein dauerhafter, starrer Verbund zwischen Klinker, Bettungs- und Fugenmörtel.

Während in Südeuropa Ziegelpflaster traditionell im gebundenen Mörtelbett ausgeführt wird, sind in Mitteleuropa höhere Niederschläge, Frost-Tausalz-Belastungen und starke Temperaturschwankungen zu berücksichtigen. Deshalb dominiert hier die flexible, ungebundene Bauweise. Die gebundene Ausführung bleibt speziellen Anwendungsbereichen vorbehalten.

Einsatzbereiche und konstruktive Besonderheiten

Gebundene Pflasterdecken kommen insbesondere dort zum Einsatz, wo hohe Verformungsbeständigkeit und standfeste Fugen gefragt sind, etwa in Steigungsbereichen oder auf Rampen. Auch auf privaten Terrassen und Wegen bietet die Mörtelfuge Vorteile bei Pflege und Instandhaltung. Zudem kann die intensive Reinigung mit saugenden Kehrfahrzeugen ein Argument für die starre Bauweise sein. Anwendungen im Nassbereich, beispielsweise bei Fontänenfeldern, oder in Innenräumen sprechen ebenfalls für diese Konstruktion.

Da das Tragverhalten einer steifen Platte entspricht, sind Feldgrößen, Bewegungsfugen und der konstruktive Aufbau sorgfältig zu planen. Für private Flächen außerhalb des öffentlichen Straßenbaus gelten die Anforderungen der ZTV Wegebau. Diese differenzieren nach Beanspruchung – von reiner Fußgängerbelastung bis hin zu gelegentlichem Lieferverkehr – und fordern unter anderem einen Entwässerungsplan sowie eine nutzungsgerechte Dimensionierung des Oberbaus.

Materialwahl und Ausführung

Die Tragschicht kann gebunden oder ungebunden ausgeführt werden. Im Straßenverkehr und bei Nutzungsklasse N3 ist eine gebundene Tragschicht vorgeschrieben. Fugenmörtel sind wasserundurchlässig (Zementmörtel) oder wasserdurchlässig (Kunstharzmörtel) erhältlich. Der Bettungsmörtel muss stets wasserdurchlässig sein, da Feuchtigkeit auch bei Zementmörtel durch Haarrisse eindringen kann. Eine Abstimmung mit dem Systemhersteller wird empfohlen.

Die Herstellung erfolgt von der Unterlage aus. Die mit Haftgrund versehenen Klinker werden manuell höhengerecht und hammerfest mit einer Fugenbreite von 8 ± 3 mm in den Bettungsmörtel gesetzt. Ein Nachrichten oder Abrütteln ist unzulässig. Die Bettungsdicke beträgt 4 bis 6 cm, wobei der Mörtel höchstens bis zu einem Drittel der Fugenhöhe aufsteigen darf. Außentemperatur und Verarbeitungszeit sind zwingend einzuhalten.

Bis zur Verfugung ist die Fläche vor Witterung und Verschmutzung zu schützen. Nach ausreichender Erhärtung des Bettungsmörtels wird der Fugenraum vollständig mit Fugenmörtel gefüllt. Dabei ist die Oberfläche kontinuierlich feucht zu halten, Mörtelreste sind sofort zu entfernen, um Zementschleier zu vermeiden. Bei größeren Flächen erleichtert eine Schwammputzmaschine die Reinigung. Leichte Schleier lassen sich manuell oder mit geeigneten Reinigern beseitigen.

Regelwerke und Ausschreibung

Für befahrene Flächen mit Zuordnung zu Belastungsklassen der RStO 12 liefert das FGSV-Arbeitspapier „Flächenbefestigungen mit Pflasterdecken und Plattenbelägen in gebundener Ausführung“ Hinweise. Ergänzend enthält das WTA-Merkblatt E 5 21 07/D „Gebundene Bauweise – historisches Pflaster“ weitere Empfehlungen.

Da die gebundene Bauweise nicht als Regelausführung gilt, sind projektspezifische Leistungstexte erforderlich. Sämtliche Angaben zu Baustoffe & Materialien, Bauausführung und Qualitätssicherung müssen vollständig und eindeutig formuliert sein.

Praxiswissen kompakt

Vertiefende Informationen bietet die kostenlose Broschüre „Technische Informationen Klinkerpflaster“ der Arbeitsgemeinschaft Pflasterklinker e.V. Das rund 100 Seiten starke Praxiswerk bündelt aktuelle Regelwerke, wissenschaftliche Erkenntnisse und langjährige Erfahrung und dient Planern wie Ausführenden als fundierte Arbeitshilfe. Die Broschüre kann online bestellt oder heruntergeladen werden.

06.08.2021

Video zu diesem Thema

Pflasterklinker richtig verlegen

Zurück