Wachstumstrend auch in Krisenzeiten und gesundheitliche Vorteile
Aktuelle Daten aus den Pilzbetrieben zeigen, dass sich dieser Aufwärtstrend auch während der Corona-Pandemie fortsetzte. Ein Einbruch der Nachfrage während des Lockdowns blieb aus. Offenbar wurden Pilze, die nicht in Restaurants verarbeitet werden konnten, verstärkt in Privathaushalten zubereitet.
Pilze werden aufgrund ihrer einfachen und schnellen Zubereitung sowie ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften geschätzt. Sie enthalten Antioxidantien, Beta-Glukane und Lektine, die zur Stärkung des Immunsystems beitragen können. Besonders die braunen Champignons erfreuen sich wachsender Beliebtheit; ihre Menge stieg von 2014 bis 2018 von über 16.000 Tonnen auf über 26.000 Tonnen. Die Menge der weißen Champignons blieb in diesem Zeitraum weitgehend konstant.
Bio-Pilze und Substratknappheit als limitierende Faktoren
Ein weiterer Trend ist die steigende Nachfrage nach Bio-Pilzen. Ihr Anteil erhöhte sich von 5,5 % im Jahr 2018 auf 7,2 % im Jahr 2019. Eine weitere Steigerung wird jedoch durch die Verfügbarkeit von Biostroh begrenzt, das für das Substrat benötigt wird. Insbesondere in Hitzesommern, die das Halm-Wachstum reduzieren, ist Biostroh auch für konventionelle Betriebe schwer zu beschaffen.
Anbau und Ernte: Hygiene und Personalbedarf als Herausforderungen
Der Anbau und die Kultur von konventionellen und Bio-Pilzen unterscheiden sich kaum, abgesehen vom Biostroh. Pilze sind sehr empfindlich, weshalb der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nicht praktikabel ist. Stattdessen gewährleisten strenge Sauberkeit und Hygiene die Vorbeugung von Krankheiten und Schädlingen in den Kulturen.
Diese sorgfältige Kulturführung ist personalintensiv. Besonders die Ernte erfordert viel Handarbeit, da die empfindlichen Pilze ausschließlich manuell geerntet werden können. Dies führte während des ersten Lockdowns zu Engpässen bei den Arbeitskräften, da Saisonarbeiter aus Polen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien entweder nicht einreisen durften oder aus gesundheitlichen Bedenken nicht einreisen wollten.
Infolgedessen konnte nicht in allen Betrieben die gesamte Produktion geerntet werden, und frische Pilze mussten vernichtet werden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium erarbeitete in Zusammenarbeit mit dem BMI und BMAS eine Regelung, die unter Gesundheitsauflagen die Einreise von Saisonarbeitskräften ermöglichte. Dies sicherte die Ernte weitgehend. Die Pilzanbauer blicken jedoch mit Sorge auf die Entwicklung einer möglichen zweiten Welle und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Einreiseverfahren.
