Ressourcenmanagement und Rohstoffknappheit in der Pilzbranche
Ein zentrales Thema der Tagung war der Umgang mit Rohstoffen wie Stroh, Torf und Energie. Stroh und Pferdemist bilden die Grundlage für Champignonsubstrate. Im vergangenen Jahr waren diese Rohstoffe extrem knapp, was zu einem deutlichen Preisanstieg bei Stroh führte. Dr. Herbert Funk von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erläuterte die Ursachen der Strohknappheit im Jahr 2011. Schlechte Witterungsbedingungen, die zu geringen Erträgen und unzureichender Qualität führten, sowie steigende Düngerpreise trugen maßgeblich zu höheren Strohpreisen bei.
Für alle Rohstoffe, die in der Champignonkultur eingesetzt werden, besteht zudem eine zunehmende Konkurrenz durch Biogasanlagen und andere alternative Energieerzeugungsmethoden. Wim Arts, Vertreter des niederländischen Substratproduzenten CNC, betonte die Notwendigkeit, künftig Alternativen zu Stroh zu finden und das vorhandene Substrat effektiver zu nutzen.
Lam Janssen vom niederländischen Substrathersteller Topterra befasste sich mit dem Thema Deckerde. Der Abbau von Torf, der die Basis für Deckerde bildet, unterliegt in Mitteleuropa immer stärkeren Restriktionen, was die Suche nach Alternativen vorantreibt. Weltweit sind jedoch noch erhebliche Torfreserven vorhanden.
Nachhaltige Produktionsmethoden und die Rolle von Exotenpilzen
Roland Vonarburg von der Schweizer Firma Wauwieler Champignons präsentierte Möglichkeiten zur ressourcenschonenden Pilzproduktion. Er zeigte auf, wie der Einsatz von Solaranlagen, Wärmerückgewinnung und Regenwassernutzung die Nachhaltigkeit verbessern kann.
Nicht jede Maßnahme lässt sich betriebswirtschaftlich in Heller und Pfennig berechnen, aber für das Image bei Abnehmern und Anwohnern ist eine nachhaltige Produktion viel Wert.
Pilzarten wie Kräuterseitlinge, Austernpilze und Shiitake gelten in der Branche noch als Exoten, da ihre Marktanteile gering sind. Ulrich Groos, Spezialberater beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, erklärte, dass die geringen Produktionsmengen der Hauptgrund für die seltene Kultivierung dieser Pilze sind. Um den Markt für diese Pilze zu erschließen, sei gezielte Werbung erforderlich. Der BDC hat dies bereits vor Jahren erkannt und durch einen erfolgreichen Internetauftritt sowie kontinuierliche Pressearbeit über das Grüne Medienhaus (GMH) in Bonn eine Position als kompetenter Ansprechpartner in Pilzfragen aufgebaut, wie Michael Legrand vom GMH berichtete.