Würdigung eines engagierten Gärtners
Roland Albert, Präsident des Bayerischen Gärtnereiverbandes, ist der Träger des Sebastian-Englerth-Preises 2014. Der Verband Ehemaliger Veitshöchheimer (VEV) verlieh diese Auszeichnung zum zweiten Mal in seiner Geschichte an eine Persönlichkeit des Berufsstands. Die Verleihung erfolgte anlässlich der VEV-Hauptversammlung in der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim.
Reimund Stumpf, Vorstandsvorsitzender des VEV, begründete die einstimmige Entscheidung des Vorstands in seiner Laudatio. Roland Albert wurde als unermüdlicher Streiter für den bayerischen Gartenbau und dessen Nachwuchs gewürdigt. Seit 1997 ist Albert im gärtnerischen Berufsstand aktiv. In dieser Zeit setzte er sich im Bayerischen Gärtnerei-Verband gegen Wettbewerbsverzerrungen in der EU ein, kämpfte für die Mineralölsteuer-Rückerstattung und für die Beibehaltung der reduzierten Mehrwertsteuer auf Blumen und Pflanzen.
Sein Engagement führte 2000 zur Wahl zum Bezirksobermeister des Gartenbaubezirkes Unterfranken. Im Jahr 2003 wurde er Vizepräsident und 2006 schließlich Präsident des Bayerischen Gärtnereiverbandes (BGV). In dieser Funktion wurde er 2009 und 2012 bestätigt.
Roland Albert widmet sich besonders den Fachbereichen Zierpflanzen und Gemüsebau sowie der Kontaktpflege zum Fachverband der Floristen. Ein weiteres Anliegen ist ihm die Verbesserung der Mitgliederwerbung und -betreuung. Zudem engagierte er sich für den Zusammenschluss von Berufs- und Freizeitgärtnern, was zur Gründung der Landesvereinigung Gartenbau führte, deren Vizepräsident er ist.
Darüber hinaus ist Roland Albert Mitglied der Tarifkommission im Gartenbau. Die gärtnerische Ausbildung liegt ihm ebenfalls am Herzen. Seit 2008 ist er zweiter Vorsitzender der Max-Schönleutner-Gesellschaft, die das Grüne Zentrum Weihenstephan betreibt und sich dort um die akademische Ausbildung von Gartenbau- und Agraringenieuren kümmert.
Roland Albert, Jahrgang 1951, ist ein Quereinsteiger in den Gärtnerberuf. Nach einer Tätigkeit als Assistent der Geschäftsleitung eines deutschen Unternehmens übernahm er gemeinsam mit seiner Frau den Betrieb der Schwiegereltern. Seine Ausbildung zum Gärtner absolvierte er an der LWG Veitshöchheim und legte 1999 die Meisterprüfung ab.
Seit 1984 führt Roland Albert zusammen mit seiner Frau Carmen einen mittelgroßen Endverkaufsbetrieb in Mömbris, Kreis Aschaffenburg. Dieser Betrieb wurde trotz beengter örtlicher Verhältnisse von einer anfänglichen Verkaufsfläche von 60 Quadratmetern in den 1970er Jahren auf über 5.000 Quadratmeter Produktions- und Verkaufsfläche mit drei Gewächshäusern erweitert. Die Blumengalerie Albert beschäftigt 14 Mitarbeiter und eröffnete 2008 eine Filiale in Schöllkrippen.
Wichtige Erfahrungen für seine heutigen Tätigkeiten sammelte Roland Albert in den 1980er Jahren, als er die Prunksitzungen der Sängervereinigung Mömbris organisierte und moderierte.
Die dabei trainierte Schlagfertig- und Scharfzüngigkeit hat ihm sicher auch in vielen, weit weniger amüsanten Sitzungen geholfen, an denen er in den letzten zehn Jahren teilgenommen hat.
