Wiederherstellung wertvoller Ökosysteme
Ein Projekt zur Renaturierung von Moorlebensräumen auf der Bergischen Heideterrasse zielt darauf ab, rund 500 Hektar Moorflächen in der Niederrheinischen Bucht wiederherzustellen. Dies geschieht durch Maßnahmen wie Wiedervernässung und Biotoppflege. Das Vorhaben wird vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt mit etwa einer Million Euro gefördert. Träger des Projekts ist der BUND Nordrhein-Westfalen.
Moorlebensräume sind als Lebensraum für gefährdete Pflanzen und Tiere, für den Landschaftswasserhaushalt und als Kohlenstoffspeicher von Bedeutung. Ihre Existenz ist jedoch durch die Klimakrise und menschliches Handeln bedroht. Die Nationale Moorschutzstrategie, die Ende 2022 vom Bundeskabinett verabschiedet wurde, soll den Natur- und Klimaschutz in diesem Bereich stärken.
Moorlebensräume sind selten geworden. Und sie werden durch die Klimakrise und menschliches Handeln weiter bedroht. Dabei sind Moorlebensräume sehr wichtig: als besonderer Lebensraum für gefährdete Pflanzen und Tiere, für den Landschaftswasserhaushalt und als Speicher für Kohlenstoff. Mit der Nationalen Moorschutzstrategie, die das Bundeskabinett Ende 2022 beschlossen hat, sind die Weichen gestellt für mehr und besseren Natur- und Klimaschutz.
Der Schutz von Mooren wird als aktiver und natürlicher Klimaschutz betrachtet. Naturnahe Moore können große Mengen Wasser und CO2 speichern. Die Renaturierung dieser Flächen, die in der Projektregion in der Niederrheinischen Bucht noch zahlreich vorkommen, fördert nicht nur die biologische Vielfalt, sondern trägt auch zum Klimaschutz bei. Zudem dient sie als Klimaanpassungsmaßnahme, da die Wiedervernässung die Auswirkungen von Starkregen, Überschwemmungen und Dürren mindern kann.
Hintergrund und Projektmaßnahmen
Die Bergische Heideterrasse ist ein Landschaftsband zwischen Ruhr und Sieg, das zur Großlandschaft Niederrheinische Bucht gehört. Historisch waren hier moortypische Flächen weit verbreitet, die einer spezialisierten Flora und Fauna Lebensraum boten. Heute sind viele dieser Standorte bedroht und geschädigt. Versiegelungen, land- und forstwirtschaftliche Nutzungen sowie daraus resultierende Entwässerungen haben zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt. Zudem sind viele Flächen im Ballungsraum Rhein-Ruhr durch Verkehrswege isoliert.
Eine Voruntersuchung im Rahmen des Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens „Wiedervernässung von Heide- und Waldmooren auf der Bergischen Heideterrasse“, gefördert von BMUV und BfN, identifizierte rund 500 Hektar Moorflächen, auf denen eine Wiedervernässung möglich ist. Im aktuellen Projekt werden nun Grabenverschlüsse oder Verfüllungen eingesetzt, um die entwässernde Wirkung der Gräben zu stoppen. Zur Verbesserung des Bodenwasserhaushalts und im Sinne der Biotoppflege werden auch Gehölze entfernt.
Beteiligung und Bewusstseinsbildung
Die Umsetzung des Projekts erfolgt in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren. Lokale Gruppen wie Schulen, Vereine, Firmenbelegschaften und BUND-Gruppen können sich beispielsweise am Verschließen von Entwässerungsgräben und an Biotoppflegemaßnahmen beteiligen. Exkursionen und Vorträge informieren über die Lebensräume und ihre Ökosystemleistungen sowie über den Zustand der Flächen vor Ort und sinnvolle Maßnahmen. Dies soll das Bewusstsein für heimische Lebensräume und das Engagement für den Naturschutz fördern.
Neben der Förderung durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt erhält das Projekt zusätzliche Unterstützung vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.
