Wiesenweihen: Lebensraum, Gefährdung und Schutzbedarf
Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V. engagiert sich seit 15 Jahren für den Schutz der Wiesenweihe. Diese Greifvögel, die sich durch ihren niedrigen Schaukelflug und ihre schmalen Schwingen auszeichnen, sind für ihre akrobatischen Futterübergaben in der Luft bekannt.
Wiesenweihen sind Bodenbrüter mit einer Flügelspannweite von etwa einem Meter. Da ihr ursprünglicher Lebensraum, wie Seggenwiesen, Heiden und Moore, in den letzten dreißig Jahren seltener geworden ist, brüten sie zunehmend auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Dort sind die Jungvögel jedoch durch Erntemaschinen gefährdet, da sie vor dem Erlangen der Flugfähigkeit Opfer der Ernte werden können. Untersuchungen zeigen, dass ohne Schutzmaßnahmen bis zu 40 Prozent der Jungvögel verloren gehen.
Schutzmaßnahmen in Schleswig-Holstein
In Schleswig-Holstein können Wiesenweihen dank der Zusammenarbeit von Landwirten, Jägern und Vogelkundlern sicher brüten. Über neunzig Ehrenamtliche suchen und finden ab Mitte Mai die Brutplätze der Weihen. Anschließend werden Verträge mit den betroffenen Landwirten geschlossen, die das Stehenlassen einer ausreichend großen Fläche um das Nest herum vorsehen. Landwirte erhalten für diese Maßnahme Entschädigungszahlungen aus Mitteln der Jagdabgabe. Nach dem Ausfliegen der Wiesenweihen kann die Fläche wieder in den Routinebetrieb überführt werden, ohne weitere Verpflichtungen für die Landwirte.
Erfolge und Koordination
Das Projekt, das 1995 eingeführt wurde, konnte die Zahl der Verluste um die Hälfte reduzieren. Schleswig-Holstein trägt damit seiner Verantwortung für die rund 50 Brutpaare im Land Rechnung. Deutschlandweit gibt es etwa 400 Paare, wobei Schleswig-Holstein eine der höchsten Konzentrationen aufweist.
Die Koordination und wissenschaftliche Begleitung des Projekts erfolgt durch das Wildtierkataster Schleswig-Holstein. Diese wildbiologische Forschungsstelle ist eine Kooperation der Universität Kiel und des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein e.V. Bei Sichtungen von Wiesenweihen kann das Wildtierkataster kontaktiert werden.
