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Imkertag an der LWG: Forschung und Praxis im Fokus

Der jährliche Imkertag an der LWG informierte über aktuelle Forschungsprojekte und Herausforderungen für Honigbienen. Rund 700 Imker tauschten sich mit Experten aus und erhielten Einblicke in die Bienenhaltung.

Aktuelle Forschung und Herausforderungen für Honigbienen

Am 9. Juli 2017 fand an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) der jährliche Imkertag statt. Das Fachzentrum Bienen informierte dabei in Kurzvorträgen über aktuelle Forschungsprojekte. Rund 700 Berufs- und Hobbyimker folgten der Einladung nach Veitshöchheim. Der Imkertag bot Interessierten die Möglichkeit, sich über den Einstieg in die Imkerei zu informieren und Erfahrungen mit Imkern vor Ort sowie Experten des LWG-Fachzentrums auszutauschen.

Bedrohungen und Schutzmaßnahmen für Bienenvölker

Ein Schwerpunkt der Vorträge lag auf den Bedrohungen für Honigbienen. Dr. Nicole Höcherl stellte ein neues Frühwarnsystem für die Asiatische Hornisse und den Kleinen Beutenkäfer vor. Ziel ist es, das Auftreten dieser Schädlinge frühzeitig zu erkennen und Bekämpfungsstrategien zu entwickeln. Auch die Varroamilbe bleibt eine Herausforderung. Dr. Stefan Berg, Leiter des Fachzentrums Bienen, berichtete über neue Behandlungsmittel.

Qualitätssicherung bei Bienenwachs

Im Imkereibetrieb des Fachzentrums wurde die Verarbeitung von Bienenwachs thematisiert. Bienenwaben sind essenziell für ein Bienenvolk, da sie als Speicher für Honig und Blütenpollen sowie für die Brutaufzucht dienen. Die Sicherung der Wachsqualität ist daher für Imker von großer Bedeutung. Johann Fischer, Fachberater für Schwaben, informierte über Verfälschungen von Bienenwachs. Ferdinand Keidel demonstrierte die Wachsgewinnung und die Herstellung von Mittelwänden aus Bienenwachs.

Bienenfreundliche Gestaltung von Gärten und Balkonen

Der Imkermarkt bot ein breites Angebot, von Bienenkästen bis zur Bienenweide. Führungen durch die LWG-Schaugärten der Bayerischen Gartenakademie zeigten Umsetzungsbeispiele für Bienenweiden. Dr. Ingrid Illies präsentierte zahlreiche Nektar- und Pollenspender für Beet und Balkon, um Bienen auch im eigenen Garten einen reichhaltigen Speisezettel zu bieten. Zudem konnten Besucher am Stand von Katrin Knoke vom Honiglabor des LWG-Fachzentrums Analytik die Vielfalt bayerischen Honigs entdecken.

Forschung und Geschichte der Imkerei

Ein optisches Highlight waren die Demonstrationen zum Schwarmverhalten von Bienen. Innerhalb weniger Minuten sammelten sich die Tiere eines aufgehängten Kunstschwarmes um ihre Königin und bildeten eine Schwarmtraube. Die Bienenkönigin setzte dafür ein Pheromon frei, dessen Duft während der Vorführung wahrnehmbar war.

Unter dem Motto „Wissenschaft am Bienenvolk“ erläuterten Mitarbeiter des Fachzentrums Bienen moderne Forschungsmethoden. Mit RFID-Chips (radio-frequency identification) können Bienen individuell markiert und am Stockeingang digital erfasst werden. Dies ermöglicht die Bestimmung der Häufigkeit und Dauer von Sammelflügen. Ziel ist es, die Auswirkungen von Stresssituationen wie Pflanzenschutzmitteleinsatz oder Krankheiten auf den Sammelflug und die Rückkehr der Bienen zum Volk zu erforschen.

Viele Besucher nutzten auch die Gelegenheit, die historische Sammlung des Fachzentrums Bienen zu besichtigen. Dr. Friedgard Schaper, ehemalige Leiterin des Fachzentrums, stellte alte Bienenkästen, historische Gerätschaften zur Honiggewinnung sowie Präparate vor.

18.07.2017

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