Regionale Abstimmung für den dritten Nationalpark
Ein dritter Nationalpark in Bayern soll in enger Abstimmung mit den betroffenen Regionen entstehen. Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf betonte die Bedeutung dieses Dialogs bei einer Informationsveranstaltung im Spessart.
Ich freue mich, dass wir den Dialog im Spessart fortsetzen werden. Wir haben der Region dazu ein umfassendes Informations- und Veranstaltungspaket angeboten. Wir werden jetzt eine umfassende Studie zu offenen Fragen und Details in Auftrag geben. Der Spessart ist eine hochattraktive Region. Der dritte Nationalpark ist ein Angebot, das wir den Regionen machen. Das Ja zum Nationalpark muss am Ende des Dialogs aus der Region heraus kommen. Unsere Nationalparke Bayerischer Wald und Berchtesgaden sind in den vergangenen Jahrzehnten zu kraftvollen Motoren der regionalen Entwicklung geworden. Und sie sind Leuchttürme der Biodiversität. Wir haben dort im Jahr rund 3 Millionen Besucher und eine Wertschöpfung von fast 70 Millionen Euro. Diese Erfolgsgeschichte wollen wir fortschreiben.
An der Veranstaltung in Aschaffenburg nahmen Landräte, Bürgermeister und regionale Mandatsträger teil. Diskutiert wurden die Chancen eines Nationalparks sowie dessen Auswirkungen auf die Region.
Diskussionspunkte und Planungsdetails
Im Mittelpunkt der Gespräche standen Themen wie Forstrechte, Holzversorgung, die Zukunft der Eiche und die Wasserversorgung. Das Ministerium präsentierte zudem einen Kartenentwurf als Orientierungsgrundlage für die weiteren Gespräche. Dieser Vorschlag umfasst eine Fläche von rund 10.900 Hektar, um Spielraum für eine spätere Feinabgrenzung zu ermöglichen. Für einen Nationalpark sind gesetzlich mindestens 10.000 Hektar Fläche vorgeschrieben. Der erste Entwurf basiert auf naturschutzfachlichen Überlegungen.
Bedeutung des regionalen Dialogs
Ministerin Scharf hob die zentrale Rolle der Region für die weiteren Schritte hervor.
Wir setzen auf Dialog. Gemeinsam mit den Regionen soll ein maßgeschneiderter Nationalpark entwickelt werden. Basis der weiteren Schritte ist eine neutrale und sachliche Information für die Bevölkerung.
Zur umfassenden Information der Öffentlichkeit wird die Nationalpark-Homepage um eine Rubrik „Spessart“ erweitert, die relevante Informationen und Fragen darstellt. Bürgermeistern und regional Verantwortlichen im Spessart wurde zudem eine gemeinsame Bereisung des Nationalparks Bayerischer Wald angeboten. Eine weitere Informationsveranstaltung für Verbände mit Umweltministerin Scharf ist in den kommenden Wochen im Spessart geplant.
Das Umweltministerium plant zudem, im Frühjahr Informationsveranstaltungen auf kommunaler Ebene im Spessart zu starten. Parallel zum Dialog im Spessart finden in Bayern weitere Gespräche mit naturschutzfachlich geeigneten und interessierten Regionen statt. Ministerin Scharf hat bereits Gespräche mit Verantwortlichen aus der Rhön sowie den Regionen Neuburg-Schrobenhausen und Kelheim geführt.
