Ausbau der Umweltbildung und Artenschutzmaßnahmen
Bayern intensiviert seine Maßnahmen zum Schutz der heimischen Artenvielfalt. Zehn Jahre nach dem Start der Kampagne „Bayerns UrEinwohner“ wird das Angebot zur Umweltbildung weiter ausgebaut. Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf betonte die Bedeutung dieser Initiative.
Wir wollen Bayerns UrEinwohnern auch in Zukunft eine Heimat bieten. Unsere Kampagne ist ein wichtiger Baustein zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Seit 10 Jahren fördert das Umweltministerium die Gemeinschaftsaktion mit den Landschaftspflegeverbänden. Die Kampagne ist inzwischen auf rund 90 Projekte angewachsen. Wir haben damit eine der erfolgreichsten und kreativsten Naturschutzaktionen in Deutschland etabliert. An diese Erfolge wollen wir auch in Zukunft anknüpfen.
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Kampagne konzentrieren sich die bayerischen Landschaftspflegeverbände auf sechs ausgewählte Arten, für deren Erhaltung Bayern eine besondere europäische Verantwortung trägt. Dazu zählen das Bodensee-Vergissmeinnicht, der Große Brachvogel und die Gelbbauchunke, die nach europäischem Recht streng geschützt sind. Dies berücksichtigt auch das 25-jährige Bestehen der Europäischen Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie.
Es ist eine der Kernaufgaben der Landschaftspflegeverbände, die Lebensräume zu pflegen. Damit erhalten wir nicht nur unsere bayerische Heimat, sondern werden auch unserer europäischen Verantwortung gerecht.
Dies erklärte Nicolas Liebig, Landessprecher der bayerischen Landschaftspflegeverbände. Das Bayerische Umweltministerium unterstützt die aktuelle Kampagne mit rund 270.000 Euro.
Projekte zur Sensibilisierung und zum Artenschutz
Sieben Projekte der bayerischen Landschaftspflegeverbände, die im Sommer 2017 starten, sollen für die besonderen Arten und deren Erhalt sensibilisieren. Der Landschaftspflegeverband in der Stadt Lindau organisiert beispielsweise das Sammeln von Treibholz, das dem Bodensee-Vergissmeinnicht schadet, und initiiert daraus ein Kunstprojekt. Dabei arbeitet der Verband auch mit Baden-Württemberg, Österreich und der Schweiz zusammen.
In einem weiteren Projekt organisieren die Landschaftspflegeverbände Dingolfing-Landau und Fürstenfeldbruck, die beide große Wiesenbrütergebiete betreuen, einen Erfahrungsaustausch zwischen Landnutzern und Naturschützern zum Großen Brachvogel. Der Landschaftspflegefonds im Landkreis Cham setzt sich bei Waldbesitzern für die Schaffung von Laichplätzen für die Gelbbauchunke ein.
Die Projekte sollen die Bemühungen für den Artenschutz stärken und positive Naturerlebnisse ermöglichen. Die ausgewählten „Bayerns UrEinwohner“ für 2017/2018 sind:
- Großer Brachvogel – Landkreise Dingolfing-Landau und Fürstenfeldbruck
- Gelbbauchunke – Landkreis Cham
- Bodensee-Vergissmeinnicht – Lindau
- Feldhamster – Landkreise Würzburg und Kitzingen
- Bienen-Ragwurz – Landkreis Lichtenfels
- Wachtelkönig – Landkreis Kelheim
Die Kampagne „Bayerns UrEinwohner“ wurde 2008 vom Bayerischen Umweltministerium gemeinsam mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege ins Leben gerufen und unterstützt die Umsetzung des Bayerischen Biodiversitätsprogramms. Im Rahmen der Kampagne wurden bayernweit bisher rund 90 Projekte umgesetzt. Dazu gehören eine Fahrrad-App zum Lebensraum Wertachtal, eine Hirschkäfer-Meile mit Skulpturen aus Eichenholz im Landkreis Regensburg und die Pflanzung der ersten unterfränkischen Speierlings-Allee. Insgesamt wurden die Umsetzungsprojekte mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert.
