Naturschutz

Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava: Leuchttürme der Forschung

Die Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava intensivieren ihre Zusammenarbeit durch zwei neue, EU-geförderte Projekte. Diese Partnerschaft soll die Forschung und Bewahrung mitteleuropäischer Waldnatur weiter stärken und eine grüne Brücke zwischen den Staaten bilden.

Intensivierung der grenzüberschreitenden Forschung

Die Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava intensivieren ihre langjährige Zusammenarbeit. Zwei neue, von der EU geförderte Projekte sollen diese Kooperation weiter ausbauen. Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf betonte bei einem Besuch im Nationalpark Šumava die Bedeutung dieser Partnerschaft.

Die beiden Großschutzgebiete sind zu einer grünen Brücke zwischen den beiden Staaten geworden. Unsere Nationalparke haben bereits heute eine europaweite Leuchtturm-Funktion in der Nationalparkforschung und in der Bewahrung mitteleuropäischer Waldnatur. Diese naturschutzfachliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit werden wir weiter intensivieren. Die bayerisch-tschechischen Großschutzgebiete sind auf einem guten Weg zu einem einmaligen, europäischen Urwald von morgen.

Grenzüberschreitende Forschungsprojekte im Detail

In Kvilda gaben Umweltministerin Scharf und der tschechische Umweltminister Richard Brabec den Startschuss für die beiden neuen, EU-geförderten grenzüberschreitenden Forschungsprojekte. Ziel ist die Schaffung eines grenzübergreifenden Monitoring-Netzwerks sowie die Erfassung der Biodiversität von Wäldern, Mooren und Gewässern in beiden Nationalparken. Hierfür sollen einheitliche und standardisierte Methoden zum Einsatz kommen. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen der Ableitung von Empfehlungen für das Naturschutz-Management der Parke.

Ein weiterer Fokus liegt auf der besseren Erfassung der Struktur nachwachsender Wälder. Durch die Anlage einer grenzüberschreitenden Monitoringfläche soll die natürliche Walddynamik langfristig beobachtet werden. Insgesamt ist geplant, dass die Nationalparke rund 2,2 Millionen Euro in die gemeinsame Forschung investieren.

Planung eines dritten Nationalparks in Bayern

Die Bayerische Staatsregierung hat beschlossen, neben den bestehenden Nationalparken im Bayerischen Wald und im Berchtesgadener Land einen dritten Nationalpark in Bayern zu etablieren. Eine Projektgruppe im Umweltministerium prüft derzeit umfassend die Möglichkeiten hierfür. Das Verfahren wird als offen und transparent beschrieben.

Ein Nationalpark ist ein ökologisches Konjunkturprogramm allererster Güte. Er stärkt die Naturheimat Bayern, erhält die Artenvielfalt und treibt die wirtschaftliche, touristische und infrastrukturelle Gesamtentwicklung voran. Gleichzeitig ist ein dritter Nationalpark ein Angebot an die Regionen.

Die Auswahl einer geeigneten Region soll nach einem intensiven Dialogprozess mit den Verantwortlichen erfolgen.

02.09.2016

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