Klimawirksamkeit durch Wiedervernässung von Moorflächen
Moore stellen aufgrund ihrer Torfauflagen bedeutende Kohlenstoffspeicher dar und sind somit relevant für den Klimaschutz. Die Wiedervernässung von Moorflächen trägt zu einem positiven Klimaeffekt bei. Im Weitmoos, Landkreis Rosenheim, wurde eine 2,6 Hektar große Moorfläche renaturiert. Dieses Projekt wurde durch eine Spende der Brauerei Hofbräu München über den Bayerischen Naturschutzfonds realisiert. Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf überreichte hierfür ein moorbenefits-Zertifikat an Dr. Michael Möller, Direktor von Hofbräu.
Durch aktiven Moorschutz wird der Klimavertrag von Paris lebendig. Wir machen Bayern klimafest. Renaturierte und intakte Moore sind CO2-Speicher. Außerdem sind Moore Hotspots der Artenvielfalt und Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen wie Hochmoorgelbling und Sonnentau. Deshalb haben wir ein klares Ziel: Wir wollen 50 Moore bis 2020 wiedervernässen. Heute sind wir diesem Ziel erneut einen Schritt näher gekommen.
Die renaturierte Fläche im Weitmoos leistet einen Beitrag zur Klimasicherheit. Wissenschaftliche Berechnungen der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf prognostizieren, dass durch die Renaturierung in den nächsten 50 Jahren 1.115 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Diese Menge entspricht der Emission eines Mittelklasseautos auf etwa 10 Millionen Kilometern.
Die Umsetzung der Renaturierung erfolgte durch den Bayerischen Naturschutzfonds in Zusammenarbeit mit der Regierung von Oberbayern, dem Landratsamt Rosenheim und weiterer fachlicher Unterstützung. Der Landkreis Rosenheim erwarb und stellte die Fläche zur Verfügung.
Bedeutung der Moore für Klima und Artenvielfalt in Bayern
Moore sind nicht nur für das Klima von Bedeutung, sondern auch wertvolle Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten. Sie sind charakteristische Bestandteile der bayerischen Natur. In bayerischen Mooren sind etwa 185 Millionen Tonnen Kohlenstoff gespeichert.
Über Generationen hinweg war die Entwässerung und Urbarmachung von Mooren zur Lebensmittelproduktion oder zur Gewinnung von Heizmaterial üblich. Diese historische Nutzung kann nicht kurzfristig rückgängig gemacht werden. Seit 2008 wurden in Bayern auf rund 1.500 Hektar Moorfläche Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt. Dafür wurden über 17 Millionen Euro in die Renaturierung und Begleituntersuchungen investiert.
Der Freistaat Bayern stellt weiterhin jährlich etwa 3 Millionen Euro für die Wiedervernässung von Mooren bereit. Moore entziehen der Atmosphäre weltweit jährlich 150 bis 250 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Entwässerte Moore setzen hingegen durch Torfzersetzung große Mengen Treibhausgase frei. Bayern gehört zu den moorreichsten Ländern Deutschlands, mit einer Gesamtmoorfläche von etwa 220.000 Hektar. Die Wiedervernässung von Mooren ist ein wichtiger Bestandteil des Bayerischen Klimaschutzprogramms 2050.
Seit 2008 wurde durch die Maßnahmen in Bayern ein positiver Klimaeffekt von etwa 70.000 Tonnen Kohlendioxid erreicht. Gleichzeitig werden einzigartige Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten erhalten.
