Die Entwicklung des Halloween-Brauchs in Deutschland und seine Auswirkungen
Halloween, ursprünglich ein irischer Brauch, der über die USA nach Deutschland kam, etablierte sich hierzulande seit Ende der 1990er-Jahre. Medien griffen das Phänomen auf, und innerhalb weniger Jahre wurde Halloween zu einem Anlass für Feiern, Streifzüge durch die Nachbarschaft und Gruselpartys mit ausgehöhlten Kürbissen.
Wachsende Bedeutung des Kürbisanbaus
Die zunehmende Popularität von Halloween in Deutschland spiegelt sich in den Anbauflächen für Kürbisse wider. Im Jahr 2017 erreichten diese mit fast 4.500 Hektar einen Höchststand, was einem Zuwachs von 12 Prozent gegenüber 2016 entspricht. Nordrhein-Westfalen führt den Ländervergleich an, gefolgt von Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Mit einer Rekordernte von über 92.000 Tonnen konnte Deutschland im selben Jahr rund 90 Prozent des Bedarfs aus eigenem Anbau decken.
Verbraucherpräferenzen und Saisonalität
Kürbis hat sich als Trendgemüse etabliert, was die steigenden Verbrauchszahlen belegen. Die Einkaufsmenge pro Privathaushalt stieg von 0,58 Kilogramm im Jahr 2013 auf fast 1 Kilogramm im Jahr 2017. Kürbisgewächse, zu denen auch Zucchini, Gurke und Wassermelone gehören, werden bevorzugt in der kalten Jahreszeit konsumiert, wenn das Gemüse von September bis Dezember Saison hat. Besonders beliebt ist die Kürbissuppe, die durch die Zugabe von Ingwer eine scharfe Note erhält und den nussigen Geschmack des Kürbisses ergänzt.
Vielfalt der Kürbissorten
Die Sortenvielfalt des Kürbisses ist groß und reicht von Speisekürbissen wie Hokkaido, Butternut, Muscat und Spaghettikürbis bis hin zu Zierkürbissen. Jürgen Engelmeier, ein Kürbisproduzent aus Obersasbach, beobachtet die Entwicklung neuer Formen und Farben bei Zierkürbissen, die von klein bis groß und einfarbig bis bunt variieren. Bei Speisekürbissen schätzt er besonders den Mikrowellenkürbis.
Hokkaido
Der Hokkaidokürbis ist mit 0,5 bis 1,5 Kilogramm Gewicht relativ leicht und eignet sich daher auch für kleinere Haushalte. Seine dünne Schale wird beim Kochen weich und kann mitgegessen werden, was die Verarbeitung vereinfacht. Geschmacklich erinnert er an Esskastanien und entfaltet sein Aroma besonders gut mit Ingwer und Chili. Er ist vielseitig einsetzbar für Suppen, Pürees, Risottos oder Kürbiskuchen.
Butternusskürbis
Der Butternusskürbis zeichnet sich durch seine buttrige Konsistenz und seinen Geschmack aus, wodurch er sich für Suppen, gebratene Gerichte oder Salate eignet.
Spaghettikürbis
Der Spaghettikürbis ist eine Alternative zu Nudeln in der Low-Carb-Küche. Sein Fruchtfleisch lässt sich nach dem Garen in dünne Streifen zerteilen.
Feldkürbis
Für das Schnitzen und Aushöhlen von Halloween-Kürbissen wird der Feldkürbis empfohlen. Er ist groß und stabil. Sein Fruchtfleisch ist faserig und nicht zum Verzehr geeignet, seine Kerne lassen sich jedoch gut rösten.
Einkauf und Lagerung
Beim Einkauf von Kürbissen geben bestimmte Merkmale Aufschluss über die Reife. Die Schale sollte orangerot sein, mit Ausnahme grüner Sorten, und keine grünen Stellen aufweisen. Der Stiel sollte trocken, holzig und bräunlich sein, ohne dass Flüssigkeit austritt. Ein hohler Klang beim Klopftest deutet auf Reife hin. Unversehrte Kürbisse können an einem kühlen und dunklen Ort über mehrere Monate gelagert werden.
Rezept: Kürbissuppe mit Kürbiskernpesto und Bacon
Diese Kürbissuppe eignet sich für kalte Tage und kombiniert eine sonnige Farbe mit aromatischen Düften. Sie wird mit knusprigem Bacon serviert.
Zutaten (für 4 Portionen, Schwierigkeitsgrad Mittel, 45 Minuten)
- 600 g Hokkaido Kürbis
- 300 g Steckrübe
- 200 g Kartoffeln
- 2 Zwiebeln
- 2 Knoblauchzehen
- 8 g Ingwer
- 2 Lorbeerblätter
- Olivenöl
- Meersalz
- 200 ml trockener Weißwein
- 1 Bund Petersilie
- 1 EL Kürbiskernmus
- 2 EL Zitronensaft
- 3 EL Parmesan
- 150 ml naturtrüber Apfelsaft
- 1 EL Honig
- 1⁄2 TL Cayennepfeffer
- 4 Scheiben Bacon
- 1 EL Kürbiskerne
Zubereitung
- Hokkaido waschen, trocknen, Strunk und Kerne entfernen und grob würfeln. Steckrübe, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer schälen und ebenfalls grob würfeln.
- Zwiebeln, Ingwer und die Hälfte des Knoblauchs mit 4 EL Olivenöl und Lorbeerblättern in einem großen Topf goldbraun anbraten. Kürbis-, Steckrüben- und Kartoffelwürfel hinzufügen und etwa 8 Minuten weiter anbraten. 1 TL Salz hinzufügen, mit Weißwein ablöschen und etwa 600 ml Wasser aufgießen. Aufkochen lassen und bei geschlossenem Deckel etwa 25 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist.
- Für das Kürbiskernpesto: Petersilie waschen, trocken schütteln, Blättchen abzupfen und mit dem restlichen Knoblauch, 100 ml Olivenöl, Kürbiskernmus, 1⁄2 TL Salz, Zitronensaft und Parmesan in einem hohen Gefäß fein pürieren.
- Lorbeerblätter aus der Suppe nehmen. Suppe mit 150 ml Apfelsaft fein pürieren und mit Salz, Honig, Cayennepfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken. Bei Bedarf Flüssigkeit nachgießen.
- Bacon in einer Pfanne ohne Öl knusprig braten.
- Kürbissuppe in Suppenschüsseln verteilen und mit Kürbiskernpesto, Kürbiskernen und Bacon servieren.
