Beetpflanzen und Gehölze, Pflanzen und Pflanzenteile

Schmale Säume zu Schmuckstücken entwickeln

Ungenutzte schmale Flächen und Ecken im Garten lassen sich mit gezielter Bepflanzung in attraktive Bereiche verwandeln. Staudengärtnermeister Henryk Härtel zeigt, wie auch „Problemstandorte“ zu blühenden Schmuckstücken werden können.

Blühflächen im Kleinstformat gestalten

In Zeiten kleiner werdender Gärten gewinnt jeder Quadratmeter an Bedeutung. Härtel weist darauf hin, dass die Natur für nahezu jeden Standort passende Pflanzenarten bereithält. Ein klassisches Beispiel ist die Fläche unter einem Dachüberstand. Dort haben Pflanzenwurzeln oft wenig Platz, der Boden ist trocken, da Niederschläge abgefangen werden. Auf der Südseite kommt im Sommer extreme Hitze hinzu, während Pflanzen auf der Nordseite mit wenig Licht auskommen müssen.

Trotz dieser Herausforderungen muss nicht auf Blüten- oder Blattschmuck verzichtet werden. Für sonnige, trockene Standorte auf der Südseite eignen sich beispielsweise Thymian, Rosmarin und andere Kräuter. Auch die Goldhaar-Aster (Aster linosyris), viele Malvenarten und verschiedene Katzenminzen (Nepeta) sind anspruchslos. Sie können sogar in Pflasterfugen wachsen und sich bereitwillig versamen, was auch Wildbienen und anderen Insekten zugutekommt.

Lichtgestalten für Schattenplätze

Auch auf der Nordseite von Gebäuden oder im Schatten von Mauern und Hecken gibt es vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Auf sehr schmalen Streifen lassen sich mit der Teppich-Japan-Segge (Carex morrowii ssp. foliosissima ‚Irish Green‘) Akzente setzen. Das Herbst-Kopfgras (Sesleria autumnalis) ist aufgrund seiner gleichmäßigen Horste und attraktiven Blütenstände beliebt, um dunkle Ecken aufzuhellen.

Das Japanische Berggras (Hakonechloa), die Staude des Jahres 2022, bildet üppige Horste. Die elegante Lilientraube (Liriope) ist ebenfalls trockenheitsverträglich, besitzt gräserartiges, immergrünes Laub und schmückt sich im Herbst mit weißen oder violetten Blütentrauben. Henryk Härtel hebt hervor, dass diese Pflanzen auch in formalen Gärten und zu moderner Architektur gut passen.

Staudenhecken als Alternative

Für die Abgrenzung von Nachbargrundstücken werden häufig Hecken oder Zäune verwendet. Da Blütensträucher oft zu viel Platz beanspruchen, kommen oft schmale Thuja- oder Lorbeerkirschhecken zum Einsatz, die weder für Menschen noch für Insekten von großem Nutzen sind.

Meist wird ja eine Hecke oder ein Zaun verwendet, um zwei Nachbargrundstücke voneinander abzugrenzen. Da Blütensträucher zu viel Platz einnehmen, wird es dann oft eine recht schmale, aber eher langweilige Thuja- oder Lorbeerkirschhecke, von der weder Menschen noch Insekten viel haben.

Eine dritte Alternative, die zunehmend Anklang findet, ist die Staudenhecke.

02.06.2022

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