Die Bedeutung fachgerechter Baumpflege für das Stadtbild
In vielen Städten offenbaren sich hinter Gebäudefassaden oft unerwartete Grünflächen. Diese Gärten und Hinterhöfe prägen mit einer Vielzahl von Bäumen wie Zierkirschen, Birken, Fichten oder Walnussbäumen ein grünes Stadtbild. Diese Bäume tragen maßgeblich zur Atmosphäre bei und bilden ein lebendiges Mosaik.
Jörg Cremer, Vorsitzender des Fachverbands geprüfter Baumpfleger und selbst Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung, betreut seit 30 Jahren Bäume in urbanen Gebieten. Er betont die Bedeutung einer fachgerechten Pflege:
Bäume im Wohngebiet steigern die Lebensqualität und den Grundstückswert. Damit sie lange erhalten bleiben, müssen sie aber fachgerecht gepflegt werden. Im eng besiedelten Raum ist das umso wichtiger, denn falsch geschnittene oder wild gewachsene Bäume werden schnell zum Sicherheitsrisiko.
Eine frühzeitige und regelmäßige Pflege ist dabei entscheidend. Cremer empfiehlt, Bäume bereits in ihrer Jugendphase professionell begleiten zu lassen. Wer in den ersten 15 Jahren alle zwei bis drei Jahre einen Fachmann beauftragt, muss später seltener eingreifen. Dies spart Kosten und trägt zum Erhalt attraktiver und langlebiger Bäume bei.
Methoden der Baumpflege und Fällung
Für Schnittmaßnahmen und Fällungen setzen Baumpfleger verschiedene Techniken ein. Die Seilklettertechnik und der Einsatz von Hubarbeitsbühnen sind dabei am häufigsten. Die Klettertechnik ermöglicht den Zugang auch auf kleinen Grundstücken und in hohen Bäumen. Bei Fällungen wird der Baum Stück für Stück vom Leittrieb aus zerlegt und die Teile kontrolliert abgeseilt. Baumstümpfe werden anschließend mit einer Stubbenfräse zu Holzspänen verarbeitet. Dadurch entstehen in der Regel keine Verwüstungen im Garten.
Kostenintensive Maßnahmen, wie der Einsatz eines Krans, sind meist nur in Ausnahmefällen notwendig, beispielsweise wenn stark geschädigte Bäume zu lange unbehandelt blieben und selbst für Kletterer ein Sicherheitsrisiko darstellen.
Häufige Gründe für Baumfällungen und Alternativen
Die häufigsten Gründe für Fällungen sind nicht primär kranke oder überalterte Bäume. Oft stören sie, weil sie Wohnungen verdunkeln, Nadeln oder Blätter abwerfen oder durch unsachgemäßen Schnitt unansehnlich geworden sind. Jörg Cremer erläutert, dass eine Beratung durch Baumpfleger in solchen Fällen verschiedene Optionen aufzeigen kann:
Als Baumpfleger liegen uns Bäume am Herzen, deshalb ist es uns am liebsten, wenn wir eine überzeugende Alternative zum Fällen finden. Das gelingt auch sehr häufig, etwa mit gezieltem Aufasten, einer Bodensanierung oder einem Korrekturschnitt, der die Harmonie der Krone wiederherstellt.
Sollte eine Fällung unumgänglich sein, beraten Fachbetriebe auch zu rechtlichen Aspekten wie Fällgenehmigungen, dem Bundesnaturschutzgesetz oder örtlichen Baumschutzsatzungen. Geprüfte Baumpfleger sind zudem kompetente Ansprechpartner für Ersatzpflanzungen und fungieren oft als Sachverständige für Kommunen. Ihre Einschätzung hat Gewicht, insbesondere wenn behördlich angeordnete Ersatzpflanzungen ohne Ortskenntnis als wenig sinnvoll erscheinen.
Den passenden Baumpflegebetrieb finden
Der Begriff Baumpfleger ist rechtlich nicht geschützt. Um eine fachgerechte Ausführung sicherzustellen, empfiehlt sich die Wahl eines Mitgliedsbetriebs des Fachverbands geprüfter Baumpfleger. Dieser Verband nimmt ausschließlich geprüfte Baumpfleger auf und fördert die Weiterbildung seiner Mitglieder durch eigene Veranstaltungen. Eine Betriebssuche ist über den Verband möglich.
