Ergebnisse der Informationstage zur Biologischen Vielfalt
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) unterstützte im Jahr der Biologischen Vielfalt zahlreiche Projekte in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie im Gartenbau. Projektträger präsentierten ihre Arbeiten am 21. und 22. April 2010 auf den Informationstagen über Biologische Vielfalt in Bonn.
Die Veranstaltung bot Raum für einen intensiven Austausch unter den Diskutanten. Dabei kristallisierte sich heraus, dass Schutzmaßnahmen für Arten, Rassen und Lebensräume eng mit deren Nutzung verknüpft sind. Das Prinzip "Schutz durch Nutzung" oder "Naturgüter nutzen – Landschaft schützen" soll künftig verstärkt dazu dienen, die Öffentlichkeit über die Zusammenhänge zwischen Nutzung und Erhaltung von Arten aufzuklären und für den Erhalt alter und seltener Pflanzen zu motivieren.
Herausforderungen im Erhalt der Biodiversität
Trotz dieser Bemühungen bleiben viele Fragen zur Problematik der Biologischen Vielfalt offen. Die EU-Umweltminister mussten kürzlich feststellen, dass das Ziel, den Rückgang der Biodiversität bis 2010 zu stoppen, nicht erreicht wurde. Der Verlust an Biodiversität schreitet demnach "in inakzeptablem Tempo" voran.
Gleichzeitig erschweren EU-Verordnungen im Bereich Saatgut die Verbreitung und den Erhalt alter und seltener Sorten. Die Tagung "Lets Liberate Diversity" Ende März in Graz, an der 160 Teilnehmer aus aller Welt teilnahmen, befasste sich mit dem Ausmaß dieser Gefahr. Der Verlust an Vielfalt schreitet fort, auch begünstigt durch Vorschriften, die Landwirte, Gärtner und Hobbygärtner an der Gewinnung und Vermehrung eigenen Saatguts hindern.