Naturschutz

Zehn Jahre „Bayerns UrEinwohner“: Eine Bilanz des Artenschutzes

Die Kampagne „Bayerns UrEinwohner“ feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Sie widmet sich dem Erhalt heimischer Arten und ist ein wichtiger Beitrag zum Biodiversitätsprogramm Bayern 2030. Umweltministerin Ulrike Scharf betont die Erfolge der Initiative, die bereits rund 90 Projekte umgesetzt hat.

Erfolgreicher Artenschutz in Bayern: Zehn Jahre „Bayerns UrEinwohner“

Der Schutz heimischer Pflanzen- und Tierarten ist ein Kernanliegen der bayerischen Umweltpolitik. Seit einem Jahrzehnt widmet sich die Kampagne „Bayerns UrEinwohner“ dem Erhalt von Arten, die seit Jahrtausenden in der bayerischen Landschaft beheimatet sind. Diese Initiative ist ein Bestandteil des Biodiversitätsprogramms Bayern 2030 und zielt auf den Erhalt der biologischen Vielfalt ab.

Die geschäftsführende Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf betonte anlässlich des Jubiläums die Bedeutung der Kampagne:

Auch in Zukunft wollen wir Bayerns UrEinwohnern eine Heimat bieten. Unsere Kampagne ist ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung des Biodiversitätsprogramms Bayern 2030 und zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Seit einem Jahrzehnt fördert das Umweltministerium die Gemeinschaftsaktion mit den Landschaftspflegeverbänden. Bayernweit wurden bisher bereits rund 90 Projekte umgesetzt. Damit haben wir eine der erfolgreichsten und kreativsten Naturschutzaktionen in Deutschland etabliert. An diese Erfolge wollen wir anknüpfen.

Zum zehnjährigen Bestehen der Kampagne wurde in München die Wanderausstellung „Wild, bunt und voller Wunder – Pflanzen und Tiere in Bayerns Kulturlandschaft“ vorgestellt. Diese Ausstellung soll auf die besonderen Arten aufmerksam machen. Parallel dazu konzentrieren sich die bayerischen Landschaftspflegeverbände in den Jahren 2017/2018 auf sechs ausgewählte Arten, für deren Erhaltung Bayern eine besondere europäische Verantwortung trägt. Dazu gehören das Bodensee-Vergissmeinnicht, der Große Brachvogel und die Gelbbauchunke. Diese Arten stehen unter strengem europäischem Rechtsschutz. Das Bayerische Umweltministerium unterstützt die aktuelle Kampagne mit rund 270.000 Euro.

Im Rahmen der Kampagne werden verschiedene Projekte realisiert, um für die besonderen Arten zu sensibilisieren und positive Naturerlebnisse zu ermöglichen. Dabei kommen unterschiedliche Partner und Medienformate zum Einsatz. Der Landschaftspflegeverband in Lindau organisiert beispielsweise das Sammeln von Treibholz, das dem Bodensee-Vergissmeinnicht schadet, und initiiert daraus ein Natur- und Kulturprojekt mit Künstlern.

Die Landschaftspflegeverbände Dingolfing-Landau und Fürstenfeldbruck, die beide große Wiesenbrütergebiete betreuen, organisieren einen Erfahrungsaustausch zwischen Landnutzern und Naturschützern zum Großen Brachvogel. An dieser Diskussion nehmen auch Schüler teil. Der Landschaftspflegeverband im Landkreis Cham setzt sich gemeinsam mit Waldbesitzern für die Erhaltung und Schaffung von Laichplätzen für die Gelbbauchunke ein. Zudem hat der Landschaftspflegeverband in Zusammenarbeit mit „Dr. Döblingers geschmackvollem Kasperltheater“ ein Theaterstück und eine CD über den Wachtelkönig produziert.

Die Fokusarten der Kampagne „Bayerns UrEinwohner“ für 2017/2018 sind:

  • Großer Brachvogel – Landkreise Dingolfing-Landau und Fürstenfeldbruck
  • Gelbbauchunke – Landkreis Cham
  • Bodensee-Vergissmeinnicht – Lindau
  • Feldhamster – Landkreise Würzburg und Kitzingen
  • Bienen-Ragwurz – Landkreis Lichtenfels
  • Wachtelkönig – Landkreis Kelheim

Die Kampagne „Bayerns UrEinwohner“ wurde 2008 vom Bayerischen Umweltministerium gemeinsam mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege ins Leben gerufen. Sie unterstützt die Umsetzung des Bayerischen Biodiversitätsprogramms.

Bislang wurden bayernweit rund 90 Projekte im Rahmen der Kampagne umgesetzt. Dazu gehören eine Fahrrad-App zum Lebensraum Wertachtal, eine Hirschkäfer-Meile mit Skulpturen aus Eichenholz im Landkreis Regensburg sowie die Pflanzung der ersten unterfränkischen Speierlings-Allee, einem typischen Wildobstbaum. Die Umsetzungsprojekte wurden insgesamt mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert.

19.03.2018

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