Naturschutz

Schutz von Feuchtgebieten: Ökologische und ökonomische Notwendigkeit

Der Schutz von Feuchtgebieten ist ökologisch und ökonomisch unerlässlich. Eine Fachtagung des BfN betonte die zentrale Rolle dieser Ökosysteme für Hochwasser- und Klimaschutz sowie als Lebensraum. Ihr Verlust hat weitreichende Folgen.

Warum Feuchtgebiete unverzichtbar sind

Der konsequente Schutz von Feuchtgebieten wird als ökologische und ökonomische Notwendigkeit betrachtet. Diese Einschätzung resultiert aus einer Fachtagung im Bundesamt für Naturschutz (BfN) zur Umsetzung der internationalen Ramsar-Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten.

BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel betonte zum Ende des Internationalen Jahrs des Wassers die Notwendigkeit eines konsequenten Handelns aller Akteure. Feuchtgebiete erfüllen in Deutschland und weltweit zentrale Funktionen im Hochwasser- und Klimaschutz. Sie dienen als Trinkwasserspeicher, filtern schädliche Stoffe aus der Intensivlandwirtschaft, werden als Erholungsgebiete genutzt und bieten Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten.

Feuchtgebiete nehmen in Deutschland und weltweit eine zentrale Funktion beim Hochwasser- und Klimaschutz ein. Sie wirken als Trinkwasserspeicher, filtern schädliche Stoffe aus der Intensivlandwirtschaft, werden als Erholungsgebiete genutzt und sind Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Der Verlust von Flächen durch Torfabbau in Mooren, Kanalisierung von Bächen, die ackerbauliche Nutzung von Auen oder die Bebauung von Ufern führt zu einer Verringerung der Leistungen dieses wichtigen Ökosystems. Damit wird nicht nur die Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten bedroht, sondern es kommt auch zu erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Folgen.

Daher müsse der ökonomische Wert der Ökosystemdienstleistungen von Feuchtgebieten stärker in Entscheidungen über den Umgang mit diesen Gebieten einbezogen werden, so Jessel.

Hintergrund der Ramsar-Konvention

Das Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wat- und Wasservögel, von internationaler Bedeutung (Ramsar-Konvention) wurde 1971 geschlossen. Ursprünglich zielte die Konvention auf den Erhalt und die nachhaltige Nutzung von Feuchtgebieten als Lebensraum von Wasservögeln ab. In den letzten Jahren haben sich die Konventionsziele erweitert und umfassen nun den ganzheitlichen Schutz von Feuchtgebieten als bedeutende Ökosysteme zum Erhalt der Biodiversität. Deutschland ist seit 1976 Mitglied der Konvention, der insgesamt 160 Staaten beigetreten sind.

Ökosystemdienstleistungen

Unter Ökosystemdienstleistungen werden Leistungen verstanden, die ein Ökosystem, wie ein Feuchtgebiet, erbringt, beispielsweise durch die Schadstofffilterung. Wird ein Feuchtgebiet trockengelegt, kann es diese Funktion nicht mehr erfüllen und erbringt somit keine ökologischen Dienstleistungen mehr. Viele Ökonomen vertreten die Auffassung, dass diese Leistungen der Ökosysteme in wirtschaftliche Berechnungen einbezogen und ihnen ein ökonomischer Wert zugewiesen werden sollten.

Ein Forschungsvorhaben zur ökonomischen Bewertung der naturverträglichen Hochwasservorsorge belegte den volkswirtschaftlichen Sinn dieses Vorgehens. In einem Fallbeispiel wurde eine Auenreaktivierung an der Elbe, die dem Naturschutz diente, untersucht. Die Kosten für Maßnahmen wie eine Deichrückverlegung wurden den verschiedenen Nutzen einer Auenreaktivierung gegenübergestellt. Dazu zählten eingesparte Kosten für die Deichunterhaltung, vermiedene Hochwasserschäden und Kosten für die technische Wasserreinigung. Zudem kann durch solche Maßnahmen eine höhere Wertschätzung für Arten- und Habitatschutz sowie Erholung in der Bevölkerung der untersuchten Gebiete erreicht werden.

03.12.2013

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