Die Grüne Stadt

Freiraumkonzept für Niederrad: Potenziale für ein lebendiges Quartier

Die Standort-Initiative Neues Niederrad (SINN) hat ein Freiraumkonzept in Auftrag gegeben, um die Gestaltung von Straßen, Wegen und Flächen für zukünftige Bewohner und Beschäftigte zu untersuchen. Das Konzept zeigt auf, wie der Freiraum nachhaltig gestaltet werden kann und welche Potenziale das Viertel bietet.

Umfassendes Entwicklungskonzept für Niederrad

Für die Umwandlung der ehemaligen Bürostadt Niederrad in ein gemischt genutztes Quartier fehlte bislang ein umfassendes Entwicklungskonzept. Die Standort-Initiative Neues Niederrad (SINN) hat daher ein Freiraumkonzept in Auftrag gegeben, um die Gestaltung von Straßen, Wegen und Flächen für zukünftige Bewohner und Beschäftigte zu untersuchen.

Das vom Frankfurter Architektur- und Stadtplanungsbüro raumwerk erstellte Konzept zeigt auf, wie der Freiraum nachhaltig gestaltet werden kann und welche Potenziale das Viertel bietet. Mit dem Beschluss des zweiten Bebauungsplans 872 entstehen in Niederrad zahlreiche neue Wohnungen. Zu den bereits 25.000 Beschäftigten werden tausende neue Bewohner hinzukommen, darunter Familien und Sporttreibende, die attraktive Wegeverbindungen und Grünflächen wünschen.

Bisher gab es wenige konkrete Ideen zur Freiraumgestaltung in dem campusartig angelegten Viertel. Die SINN beauftragte das Konzept, um beispielhaft Möglichkeiten für einen Teil des Viertels aufzuzeigen.

Wir wollten wissen, wohin die Reise gehen kann und welches Potenzial in den großzügigen Flächen und Straßen des Quartiers schlummert.

erläutert Dr. David Roitman, Vorsitzender der SINN, die Motivation des Vereins.

Grundlage für die Quartiersentwicklung

Detlef Hans Franke, Geschäftsführer der SINN, hebt die Bedeutung des Konzepts hervor.

Das Konzept umfasst sowohl den öffentlichen, als auch den privaten Raum. Das macht es zu einer idealen Gesprächsgrundlage, um mit der Stadt und den Eigentümern im Quartier zu überlegen, was sich umsetzen lässt.

Der Fokus des Konzepts liegt auf dem südwestlichen Bereich des Quartiers, erstreckt sich jedoch teilweise darüber hinaus. Die Wahl dieses Gebiets begründet Detlef Hans Franke mit der Nähe zum Stadtwald und der Präsenz mehrerer Vereinsmitglieder dort.

Sieben Strategien zur Aufenthaltsqualität

Sonja Moers und ihr Team entwickelten sieben Strategien zur Aufwertung des Freiraums. Dazu gehört die Schaffung eines grünen Rahmens mit Rundweg um das Quartier. Ergänzend sind offene und beleuchtete Wege mit einem einheitlichen Orientierungssystem als Querverbindungen vorgesehen. Eine klare Gliederung könnte die Parkflächen aufwerten, beispielsweise durch Restaurantbereiche, Treffpunkte, Ruhezonen und Sportplätze. Als vierte, kurzfristig umsetzbare Strategie wird vorgeschlagen, Funktionsflächen durch alternative Markierungen oder Streetart attraktiver und effizienter zu gestalten.

Der großzügige Straßenbereich der westlichen Lyoner Straße könnte durch eine andere Raumaufteilung belebter werden. Breite Bürgersteige mit Baumreihen, Kiosken und Bänken sollen die Aufenthaltsqualität steigern, während schmalere Fahrstreifen und Längsparkflächen die Barrierewirkung der Straße reduzieren. Für die Lyoner Straße im Süden schlägt Sonja Moers Rasengleise und Baumreihen zur Strukturierung des Raumes vor. Schließlich könnten Eigentümer durch einladende Bereiche vor den Gebäuden attraktive und belebte Hauseingänge schaffen.

Bedarf an einem Verkehrskonzept

Detlef Hans Franke betont die Notwendigkeit eines Verkehrskonzepts für das Quartier.

Einige Teile des Freiraumkonzeptes lassen sich nur umsetzen, wenn klar ist, was mit den zahlreichen Autos passiert.

Die SINN wird das Freiraumkonzept mit Politik, Bürgern und Unternehmen am Standort diskutieren. Dr. David Roitman, Vorsitzender der SINN, fasst zusammen:

Nur wenn alle mitmachen, wird die ehemalige Bürostadt Niederrad zu einem vorzeigbaren, lebendigen Quartier.

09.11.2016

Zurück