Einfache und effektive Vermehrung aromatischer Kräuter
Aromatische Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei und Oregano sind eine Bereicherung für Gärten, Balkone und Terrassen. Sie zeichnen sich durch ihre Pflegeleichtigkeit und Hitzetoleranz aus. Ihre Blüten ziehen zudem Insekten wie Schmetterlinge, Wildbienen und Schwebfliegen an. Diese Kräuter können sowohl im Gartenbeet als auch in Töpfen kultiviert werden.
Die Vermehrung dieser Kräuter durch Stecklinge ist eine effektive Methode. Dies ist besonders relevant, da blühende Kräuter auch für Schmetterlinge, wie das Tagpfauenauge, attraktiv sind. Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Bewegung „Natur im Garten“, betont die Vorteile dieser Methode:
Die Vermehrung von Kräutern über unverholzte Kopfstecklinge zwischen Juni und August ist eine einfache, zuverlässige und kostengünstige Möglichkeit, neue Jungpflanzen zu ziehen. So können Sie sicher sein, dass Ihre Gewürzkräuter für die Küche ohne chemisch-synthetische Pestizide oder Kunstdünger heranwachsen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kräutervermehrung
- Stecklinge schneiden: Wählen Sie gesunde und kräftige Pflanzen aus. Schneiden Sie mit einer sauberen, scharfen Gartenschere etwa 10 cm lange Stecklinge von den Triebspitzen ab. Die Triebe sollten unverholzt, aber fest sein und mindestens sechs Blattpaare aufweisen. Der Schnitt sollte direkt unter einem Blattknoten erfolgen. Entfernen Sie die unteren Blätter vorsichtig, sodass nur die oberen zwei bis drei Blattpaare verbleiben. Stellen Sie die Stecklinge unmittelbar nach dem Schnitt bis zum Einpflanzen in ein Wasserglas.
- Einpflanzen der Stecklinge: Füllen Sie kleine Töpfe mit einer Mischung aus torffreier Anzuchterde und Quarz- oder Rasensand, um eine gut durchlässige Substratmischung zu gewährleisten. Stecken Sie die Stecklinge etwa 2 bis 3 cm tief in die Erde. Bei großblättrigen Pflanzen wie Salbei können die verbliebenen Blätter mit einer sauberen Schere um die Hälfte eingekürzt werden. Dies reduziert die Verdunstungsfläche und fördert das Anwachsen der Stecklinge.
- Bewässerung und Feuchtigkeit: Gießen Sie die Stecklinge leicht an, sodass die Erde feucht, aber nicht nass ist. Komposttee mit Weidenrindenextrakt kann die Bewurzelung unterstützen. Decken Sie die Töpfe mit einer durchsichtigen Abdeckung ab, um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Ein Minigewächshaus ist hierfür geeignet. Achten Sie darauf, dass die Abdeckung die Blätter nicht berührt. Lüften Sie die Abdeckung regelmäßig und besprühen Sie die Stecklinge bei Bedarf mit einem Wasserzerstäuber.
- Standortwahl: Stellen Sie die Töpfe an einen hellen Ort. Direkte Sonneneinstrahlung ist für Jungpflanzen ungünstig.
- Pflege und Bewurzelung: Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht. Nach etwa zwei bis vier Wochen sollten die Stecklinge frischen Blattaustrieb zeigen und Wurzeln gebildet haben. Zu diesem Zeitpunkt kann die Abdeckung entfernt werden.
- Umpflanzen: Sobald die Stecklinge gut verwurzelt sind, können sie in größere Töpfe oder ins Freiland umgepflanzt werden. Achten Sie darauf, sie weiterhin gut zu bewässern und vor extremer Hitze zu schützen.

