Standortansprüche und Pflege wintergrüner Stauden
Im Frankfurter Palmengarten sind wintergrüne Stauden ein fester Bestandteil der Freiflächengestaltung. Sven Nürnberger, verantwortlich für die Staudenanlagen im südlichen Teil des Palmengartens, kennt die Bedürfnisse dieser Pflanzen.
Die Heimische Haselwurz (Asarum europaeum) passt zum Beispiel sehr gut zu anderen wintergrünen Wildpflanzen wie dem Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) oder dem Leberblümchen (Hepatica nobilis). Da entstehen im Halbschatten und unter Gehölzen natürliche und schöne Bilder, die auch in unseren Laubwäldern vorkommen könnten.
Viele wintergrüne Stauden, darunter Elfenblumen und Lenzrosen, bevorzugen halbschattige und absonnige Standorte.
Wintergrüne für verschiedene Standorte
Einige wintergrüne Stauden zeigen sich in ihren Ansprüchen flexibel. Die Bergenie (Bergenia cordifolia) eignet sich sowohl für lichte Gehölzrandbereiche als auch für sonnige Freiflächen. Sie verträgt Trockenphasen, wächst aber auf frischen Böden üppiger.
Für vollsonnige und hitzebetonte Standorte empfiehlt Nürnberger die Mittelmeer-Wolfsmilch (Euphorbia characias), die gut mit Trockenheit zurechtkommt. Diese Art ist nicht nur wintergrün, sondern auch im Frühling mit ihrer frischgrünen Blüte attraktiv. Auch einige Vertreter der Gattung Storchschnabel (Geranium), wie der Cambridge-Storchschnabel (Geranium x cantabrigiense), bevorzugen sonnige Standorte und tolerieren Hitze und Trockenheit.
Gestaltung mit wintergrünen Stauden
Die Vielfalt der wintergrünen Stauden ermöglicht abwechslungsreiche Pflanzkombinationen. Neben sonnenliebenden Arten gibt es auch die Balkan-Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides ssp. robbiae), die halbschattige und absonnige Standorte bevorzugt.
Sie passt sehr gut zur Wald-Marbel (Luzula sylvatica) oder Purpurglöckchen (Heuchera).
Ein weiteres Beispiel für eine gelungene Kombination im Halbschatten ist die Korallen-Iris (Iris foetidissima) mit ihren orangeroten Samenständen, die über dem Laub der Bergenien-Hybride ‘Oeschberg’ leuchten. Das frischgrüne, spitze Laub der Iris ragt ganzjährig zwischen dem Bergenienlaub hervor. Diese Iris sät sich selbst aus und integriert sich so in die Pflanzung.
Auch das Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum) und der Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) vermehren sich selbst. Letzterer kann an die Nordseite einer Mauer gesetzt werden, wo er bei ausreichender Feuchtigkeit in Fugen und Spalten sprießt. Das Zulassen von Zufällen in der Gartengestaltung kann zu mehr Grün und Freude im Garten führen.
