Fachtagung zeigt Potenziale urbaner Gärten für Städte und Gesellschaft
Die wachsende Bedeutung von Urban Gardening für Städtebau, Gesellschaft und Gartenbau stand im Mittelpunkt einer Fachtagung in Veitshöchheim. Die Bayerische Gartenakademie an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) brachte dazu ein breit gefächertes Fachpublikum zusammen. Neben Freizeitgärtnern nahmen auch Vertreter aus Gartenämtern, Beratungseinrichtungen und Verbänden teil.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll die internationale Vielfalt urbaner Gartenprojekte. Praxisnahe Beispiele und fachliche Beiträge lieferten konkrete Ansätze für die Integration von urbanem Gärtnern in moderne Stadtentwicklungsstrategien.
Politische Unterstützung und steigende Relevanz
Die gesellschaftliche, ökologische und städtebauliche Relevanz von Urban Gardening wird zunehmend auch auf politischer Ebene anerkannt. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt aktiv die Weiterentwicklung und Verbreitung entsprechender Konzepte.
Im Fokus stehen dabei sowohl die Förderung sozialer Interaktion als auch die Verbesserung städtischer Lebensqualität. Gleichzeitig trägt Urban Gardening zur nachhaltigen Nutzung von Flächen und zur Stärkung regionaler Kreisläufe bei.
Internationale Projekte und fachliche Einordnung
Einen globalen Überblick über innovative Gartenprojekte gab Garry Grueber von Cultivaris. Er stellte die Bedeutung urbaner Gartenkonzepte für die Zukunft des Gartenbaus heraus und zeigte deren Potenziale für unterschiedliche klimatische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen auf.
Ergänzend ordnete Dr. Juliane von Hagen von der Natur- und Umweltschutzakademie NRW die neuen Stadtgärtner-Bewegungen rechtlich ein. Technische und gartenbauliche Grundlagen vermittelte Jürgen Eppel von der LWG und zeigte konkrete Umsetzungsansätze für die Praxis.
Soziale Dynamik und Praxisbeispiele
Ein zentrales Thema der Tagung war die soziale Dimension urbaner Gartenprojekte. Vertreter verschiedener Initiativen verdeutlichten, wie Gemeinschaftsgärten als Treffpunkte fungieren und zur Integration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen beitragen.
Praxisberichte aus München, Innsbruck und Berlin machten deutlich, wie vielfältig die Ansätze sind – von gemeinschaftlich organisierten Flächen bis hin zu professionell betreuten Projekten. Die hohe Dynamik und Innovationskraft überraschte sowohl Fachpublikum als auch engagierte Freizeitgärtner.
Branchenbeteiligung und technische Lösungen
Auch Unternehmen und Verbände nutzten die Plattform, um Produkte und Lösungen für den urbanen Gartenbau zu präsentieren. Dazu zählten unter anderem Anbieter aus den Bereichen Substrate, Bewässerung und Pflanzenpflege.
Vertreten waren unter anderem Patzer Erdenwerke, Netafim, Neudorff sowie Tensio-Technik (Blumat). Ergänzt wurde das Angebot durch Beiträge des Verbands Garten-, Landschaft- und Sportplatzbau Bayern, des Landesverbands für Gartenbau und Landespflege sowie des Landesverbands Bayerischer Kleingärtner.
Die Tagung verdeutlichte, dass Urban Gardening weit mehr ist als ein kurzfristiger Trend. Für den Garten- und Landschaftsbau ergeben sich daraus neue Aufgabenfelder – von der Planung über die Umsetzung bis hin zur langfristigen Betreuung urbaner Grünräume.
