Kluge Planung und Bepflanzung gegen Starkregen
Sander empfiehlt, um Häuser herum eine schmale Kiesschicht anzulegen. Diese leitet Wasser sofort in die Tiefe ab und verhindert ein Aufschwemmen am Mauerwerk. Angrenzend an diesen Streifen sollten großzügige Beete mit verschiedenen Gehölzen, Stauden und Blumen bepflanzt werden. Eine dichte Bepflanzung fördert einen lockeren, offenporigen Boden, der ein zügiges Versickern von Wasser ermöglicht.
Diese Methode bietet mehrere Vorteile: Wasser gelangt schnell in den Wurzelraum der Pflanzen und wird dort langfristig gespeichert, wodurch die Pflanzen über längere Zeit versorgt sind. Überschüssiges Wasser dringt zudem in die grundwasserführenden Schichten vor. Diese Eigenschaften sind angesichts des Klimawandels von Bedeutung.
Bepflanzte Beete sind gut geeignet, um Starkregen aufzunehmen. Ihr Bewuchs lockert den Boden auf, sodass sie als „Schwämme“ wirken, die Regenwasser aufsaugen können. Abgestorbene Pflanzenwurzeln schaffen kleine vertikale Gänge, die das Eindringen von Wasser in tiefere Bodenschichten erleichtern. Eine große Rasenfläche ist als Versickerungsfläche weniger geeignet, da der Boden dort durch regelmäßiges Betreten fester und verdichteter ist.
Bepflanzen Sie also Ihren Garten so dicht wie möglich. Und nehmen Sie ruhig die Pflanzen, die Ihnen gefallen. Alles was grün und lebendig ist, hilft.
Dennoch sind in Gärten auch befestigte Bereiche wie Wege, Garageneinfahrten und Pflasterflächen notwendig. Diese können mit größeren Fugen gestaltet werden, die mit Sand oder feinem Kies aufgefüllt werden, um das Wasser ins Erdreich abzuleiten.
Starkregen und seine Folgen für die Umwelt
Bei starken Regenfällen in kurzer Zeit fließt Wasser oft oberflächlich ab und verursacht Schäden. Besonders in Städten und Ballungsgebieten mit vielen versiegelten Flächen ist dies ein zunehmendes Problem. Auch in Vor- und Hausgärten werden Grünflächen oft mit Schotter und Folien versiegelt.
Die Folge ist, dass Wasser nicht im Boden versickern kann, sich an Hauswänden staut und im schlimmsten Fall Keller überflutet. Zudem geht dieses Wasser für den Garten und die Region verloren. Der schnelle Abfluss in die Kanalisation verhindert die Speicherung im Boden für trockene Zeiten, was zu einem Mangel im Grundwasser führt.
Wenn der einzelne Gartenbesitzer nun denkt, meine 28 Quadratmeter machen doch keinen Unterschied, irrt er gewaltig. Jede noch so kleine, neu angelegte Grünfläche hilft, den Wasserhaushalt zu regulieren. Zudem werden die Sommertemperaturen der Städte und Gemeinden durch die Kühlfunktion von Pflanzen wieder angenehmer und gesünder für uns alle und die Böden können das Wasser auch bei heftigen Regenfällen besser speichern. Das summiert sich einfach auf.
Jens Sander wirbt daher für die Bepflanzung auch kleiner Flächen.
