Die Schönaster – "Staude des Jahres" mit vielen Talenten
Die Schönaster (Kalimeris) zeichnet sich durch eine wochenlange Blütenpracht ab dem Hochsommer aus. Ihre zahlreichen Blüten dienen Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten als Nahrungsquelle. Diese Eigenschaften haben ihr den Titel "Staude des Jahres" eingebracht.
Obwohl die Gattung Kalimeris viele Vorteile bietet, ist sie im Handel noch relativ selten zu finden. In Gartencentern ist sie kaum erhältlich, jedoch in gut sortierten Staudengärtnereien. Die Schönaster, die bis vor etwa 100 Jahren botanisch als Unterart der Astern galt, wurde 1825 in die eigenständige Gattung Kalimeris überführt. Beide gehören zur Familie der Korbblütler (Asteraceae), was die optische Ähnlichkeit ihrer Blüten erklärt.
Das ist schon deshalb keine Schande, weil beide zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehören und sich ihre Blüten verblüffend ähnlich sehen.
Ulrike Leyhe, langjährige Technische Leiterin des Sichtungsgartens in Freising-Weihenstephan, hat positive Erfahrungen mit der ursprünglich aus Ostasien stammenden Staude gemacht. Sie betont den Wert der Kalimeris, da sie blüht, wenn die Fülle des Frühsommers vorbei ist und die Spätblüherzeit noch bevorsteht. In Freising liegt die Blütezeit meist zwischen Juli und September, in milderen Regionen kann sie bereits Ende Juni beginnen.
Pflegeleicht und robust
Die Schönaster ist anspruchslos. Sie bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte und frische bis mäßig trockene Böden. Ihr Nährstoffbedarf ist gering bis mittelmäßig, sodass sie auch in Beeten gedeiht, die nicht oder nur gelegentlich mit Kompost gedüngt werden. Ihr zweiter deutscher Name, Sibirische Buschaster, weist auf ihre Frosthärte hin. Ein geschützter Standort oder Winterschutz sind daher nicht notwendig. Die Pflanzung ist zwischen März und November möglich, solange der Boden offen ist.
Auch der Rückschnitt gestaltet sich unkompliziert. Die Schönaster behält auch nach der Blüte ihre Struktur und ist im Winter mit Raureif überzuckerten Trieben attraktiv. Der Rückschnitt kann daher auf das Frühjahr verschoben werden, um Platz für den neuen Austrieb zu schaffen. Das Entfernen verwelkter Blüten ist nicht zwingend erforderlich, da die Scheinastern auch ohne dies weiterblühen.
Ich finde bei Kalimeris alle Entwicklungsstadien attraktiv: Knospen, Blüten und auch die verblühten kleinen Knöpfe ergeben ein schönes Gesamtbild.
Krankheiten wie Mehltau oder Schädlingsbefall, einschließlich Schnecken, sind bei der Schönaster nicht bekannt.
Sortenvielfalt und Standfestigkeit
Das Sortiment an Schönastern ist übersichtlich. Die positiven Eigenschaften der Gattung gelten für alle verfügbaren Sorten. Viele davon sind Auslesen der weiß blühenden Kalimeris incisa. Die Sorte ‘Alba’ ähnelt der reinen Art, besitzt etwas größere Blüten und erreicht eine Höhe von etwa 70 cm. ‘Madiva’ zeigt weiße Blüten mit einem violetten Hauch, ist standfest, wächst dicht und kugelig und wird 60 bis 80 cm hoch. In zartem Blauviolett sind die Sorten ‘Blue Star’ und ‘Jürgen Wever’ erhältlich, deren Farbe mit zunehmender Blühdauer heller wird.
Die blauviolette ‘Antonia’, eine Sorte der Mongolischen Schönaster (Kalimeris mongolica), zeichnet sich durch eine intensive Farbe aus. Von dieser Art, die feinere Blätter als Kalimeris incisa besitzt, gibt es auch die weiße Züchtung ‘Mon Jardin’. Eine Besonderheit ist die Japan-Schönaster (Kalimeris pinnatifida var. hortensis) mit gefüllten, weißen und gelblich-mittigen Blüten, die an kleine Chrysanthemen erinnern. Bei der Koreanischen Scheinaster (Kalimeris yomena) der Sorte ‘Shogun’ stehen die hell- und dunkelgrün gemusterten Blätter im Vordergrund. Diese Sorte blüht in hellem Rosa bis Violett.
Auch höhere Sorten, die über einen Meter erreichen können, sind standfest und benötigen keine Stützen. Sie trotzen Regenschauern und windigen Wetterlagen.
Schönastern sind sehr standfest und brauchen keine Stützen. Das ist wirklich ein sehr großer Pluspunkt im Garten.
Vielseitige Verwendung im Garten
Die Kalimeris bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Sie fügt sich sowohl in naturnahe Gärten als auch in prächtige Rabatten ein. Ihr horstförmiger Wuchs macht sie zu einer guten Begleitpflanze, die andere Stauden nicht bedrängt. Dank ihrer flexiblen Standortansprüche lässt sie sich vielseitig kombinieren. Im Halbschatten harmoniert sie mit der Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata). Sonnenliebende Pflanzen wie die Hohe Fetthenne (Sedum x telephium) oder klassische Beetstauden wie die Edel-Pfingstrosen (Paeonia Lactiflora-Gruppe) gedeihen ebenfalls gut an ihrer Seite.
In Kombination mit Pfingstrosen entstehen langlebige Pflanzbilder, da beide Stauden viele Jahre zuverlässig wieder austreiben und nicht regelmäßig durch Teilen verjüngt werden müssen. Eine Vermehrung durch Teilen ist jedoch möglich.
