Beetpflanzen und Gehölze

Schattenbereiche im Garten- und Landschaftsbau attraktiv gestalten

Schattenbereiche im Garten können mit der passenden Pflanzenauswahl zu Blickfängen werden. Dabei ist zu beachten, dass Schatten nicht gleich Schatten ist. Es gibt Unterschiede zwischen lichtem Schatten, Halbdunkel und trockenem Schatten, der besondere Herausforderungen mit sich bringt.

Pflanzenauswahl für unterschiedliche Schattenlagen

Schattenbereiche im Garten können mit der passenden Pflanzenauswahl zu Blickfängen werden. Dabei ist zu beachten, dass Schatten nicht gleich Schatten ist. Es gibt Unterschiede zwischen lichtem Schatten, dem Halbdunkel unter Baumbeständen und dem trockenen Schatten, der besondere Herausforderungen mit sich bringt.

Lichter Schatten, wie er beispielsweise unter einem Kirschbaum entsteht, bietet gute Bedingungen für blühende Wald-Glockenblumen (Campanula latifolia) und Breitblatt-Phlox (Phlox paniculata). Später im Jahr können hier Herbst-Anemonen (Anemone hupehensis) und Eisenhut (Aconitum) Akzente setzen. Im Halbdunkel alter Baumbestände entfalten Salomonssiegel (Polygonatum), Schaublatt (Rodgersia), Farne, Funkien (Hosta) und Ziergräser ihre Wirkung.

Herausforderung trockener Schatten

Der trockene Schatten stellt eine besondere Herausforderung dar. Er tritt beispielsweise im Schlagschatten von Gebäuden, unter hohen Hecken oder unter flachwurzelnden Gehölzen wie Birken, Ahorn und Nadelbäumen auf. Besonders Fichten gelten als schwierig. Unter ihnen gedeiht lediglich der Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella).

„Vor allem Fichten sind ein echter Härtefall, darunter kann man höchstens noch Oxalis acetosella pflanzen, den Wald-Sauerklee. Ich rate daher in der Regel explizit davon ab, zu viele Nadelgehölze in den Garten zu pflanzen.“

Für die meisten anderen Situationen im trockenen Schatten und unter flachwurzelnden Laubgehölzen lassen sich jedoch abwechslungsreiche Staudenpflanzungen realisieren. Die Gartenbau-Ingenieurin Cornelia Pacalaj von der gartenbaulichen Lehr- und Versuchsanstalt in Erfurt hat hierzu Staudenmodule für den Schatten mitentwickelt.

Ein Beispiel für eine geeignete Blütenstaude ist das Zottige Silberglöckchen (Heuchera villosa var. macrorrhiza). Es blüht von September bis November und besitzt ein limettengrünes Laub, das sich im Winter orangerot verfärbt. Ein feiner Flaum dient als Verdunstungsschutz, wodurch die Pflanze sommerliche Trockenphasen toleriert. Der Knotige Storchschnabel (Geranium nodosum) ist ebenfalls robust und trockenheitsresistent. Er blüht von Mai bis zum Frost rosaviolett über glänzendem Laub.

Ästhetik durch Blattstrukturen

Das Kaukasusvergissmeinnicht 'Jack Frost' (Brunnera macrophylla) ist eine weitere Pflanze für Schattenbereiche. Seine himmelblauen Blüten sind dekorativ, doch die Aufmerksamkeit zieht vor allem das herzförmige Laub mit silbrig-grüner Blattzeichnung auf sich.

„Was die Blicke viel mehr auf sich zieht, ist das herzförmige Laub mit der silbrig-grünen Blattzeichnung. Das ist charakteristisch für viele Schattenpflanzungen, sie wirken oft mehr durch ihre abwechslungsreichen Strukturen und attraktives Laub als durch bunte Blüten.“

Bei den Blütenfarben dominieren Weiß, Violett und Pastelltöne. Ausnahmen bilden goldgelb blühende Pflanzen wie die Waldsteinie (Waldsteinia) und der Gelbe Lerchensporn (Pseudofumaria lutea).

„Luftig und verspielt, puristisch, elegant, exotisch – grundsätzlich kann man im Schatten ebenso unterschiedliche Stimmungen erzielen wie an sonnigen Standorten, die Pflanzenauswahl ist groß genug.“

Experimente mit der Pflanzenauswahl können sich lohnen, da jeder Standort einzigartig ist und Stauden anpassungsfähig sind.

Optimale Startbedingungen für Schattenpflanzen

Auch für Extremstandorte im trockenen Gehölzschatten kann die Auswahl an Staudenarten erweitert werden, wenn bestimmte Maßnahmen zur Unterstützung der Pflanzen ergriffen werden. Cornelia Pacalaj gibt hierzu folgende Empfehlungen:

  • Lichteinfall erhöhen: Wo möglich, kann dies durch das Fällen überzähliger oder ökologisch weniger bedeutsamer Nadelgehölze oder durch gezieltes Aufasten (Entfernen der untersten Äste) geschehen.
  • Bodenfeuchte erhöhen: Eine automatisch gesteuerte Tropfbewässerung, die direkt in den Wurzelbereich und vorzugsweise nachts wässert, kann den Wasserverbrauch minimieren.
  • Boden vorbereiten: Vor dem Pflanzen sollte der Boden gelockert werden. Bei stark durchwurzelten Böden empfiehlt es sich, 10 bis 15 cm hoch Pflanzerde aufzubringen. Dabei ist ein 20 cm breiter Ring um den Stamm auszusparen, da einige Gehölze Überschüttungen nicht vertragen.
  • Dicht pflanzen oder mulchen: Eine geschlossene Pflanzendecke reduziert die Verdunstung. Alternativ kann eine drei bis fünf Zentimeter starke Mulchschicht aus Gartenfaser-Staudenmulch, Xylit oder Rindenhumus aufgebracht werden. Bei Xylit und Rindenhumus wird eine Stickstoff-Ausgleichsdüngung von 70 g pro Quadratmeter empfohlen.
  • Laub liegen lassen: Dies fördert das Bodenleben und die Bodenstruktur.

10.01.2019

Zurück