Auszeichnung für herausragendes Engagement im Umweltschutz
In diesem Jahr ging der Berliner Naturschutzpreis an Gülcan Nitsch und Jens Scharon. Die Preisverleihung fand als Live-Stream aus dem historischen Wasserturm des Euref-Campus statt. Es sprachen Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, sowie Stefan Tidow, Vorsitzender des Stiftungsrats und Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz. Die Laudationes hielten Doris Nabrowsky, Preisträgerin des Naturschutzpreises 1991, und Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH).
Gülcan Nitsch: Dolmetscherin für den Umweltschutz
Gülcan Nitsch wurde in der Kategorie Ehrenpreis ausgezeichnet. Sie verbindet Naturschutz und Integration und gründete „Yeşil Çember“, die erste türkischsprachige Umweltgruppe in Deutschland. Durch ihr Engagement ist „Yeşil Çember“ mittlerweile in 13 deutschen Städten aktiv. Die Initiative zielt darauf ab, Menschen durch mehrsprachige und niedrigschwellige Angebote für den ökologischen Wandel zu sensibilisieren.
Nitsch erreicht Menschen in Vereinen, Schulen und auf Märkten durch interkulturelle Veranstaltungen und Schulungen. Sie organisiert deutsch-türkische Umwelttage, entwickelte ein Schulungsprogramm für bildungsbenachteiligte Personen und fördert die Verbreitung von Wissen über nachhaltige Lebensstile innerhalb der türkischen Gemeinschaft. Ihr Engagement ermöglicht es, auch Migrantengruppen für den Umweltschutz zu begeistern, die sonst schwerer zu erreichen sind. Obwohl sie in Berlin lebt und arbeitet, reicht ihr Einfluss über die Stadtgrenzen hinaus.
Jens Scharon: Naturschützer mit Herz und Verstand
Auch Jens Scharon erhielt einen Ehrenpreis. Er ist bekannt für seinen Einsatz im Vogel-, Amphibien- und Reptilienschutz in Berlin. Scharons Arbeit, ob ehrenamtlich oder hauptberuflich, ist von Leidenschaft und Fachwissen geprägt. Er ist sowohl bei der Vogelberingung in Baumwipfeln als auch beim Bau von Amphibienschutzzäunen aktiv.
Sein Wissen teilt er in Publikationen, auf Exkursionen und in Vorträgen. Als Referent für Natur- und Artenschutz beim NABU Berlin und Mitinitiator des Berliner Naturschutztages gelingt es ihm, zahlreiche Menschen für den Naturschutz zu gewinnen. Besonders hervorzuheben ist sein Beitrag zur Entwicklung und Pflege des Biesenhorster Sandes. Durch seinen Einsatz konnte dieser Hotspot der Artenvielfalt auf einer ehemaligen Munitionsverdachtsfläche für die Berliner Bevölkerung erhalten werden.

