STIHL Gruppe steigert Umsatz in anspruchsvollem Marktumfeld

Allgemeines

Die STIHL Gruppe verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Umsatzsteigerung auf 5,48 Milliarden Euro. Trotz herausfordernder Zollpolitik und Kaufzurückhaltung erreichte das Unternehmen ein starkes Ergebnis und investiert weiter in Akku-Technologie und den weltweiten Fertigungsverbund.

Umsatzentwicklung und globale Herausforderungen

Die STIHL Gruppe verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Umsatzsteigerung auf 5,48 Milliarden Euro, was einem Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (5,33 Milliarden Euro) entspricht. Damit erreichte das Unternehmen nahezu das Niveau des Jahres 2022 (5,49 Milliarden Euro). Dieses Ergebnis wurde trotz einer herausfordernden Zollpolitik im größten Einzelmarkt USA, Kaufzurückhaltung aufgrund konjunktureller Schwäche und negativer Wechselkurseffekte erzielt. Rund 91 Prozent der Erlöse erwirtschaftete die STIHL Gruppe im Ausland.

„Wir entwickeln STIHL aus einer Position der Stärke heraus konsequent weiter. Auch wenn das Umfeld unsicher ist, handeln wir vorausschauend: Wir forcieren weiter die Transformation hin zur Akku-Technologie und investieren in unseren weltweiten Fertigungs- und Vertriebsverbund.“

Die Eigenkapitalquote des Familienunternehmens stieg auf 71,2 Prozent (Vorjahr: 69,0 Prozent), ebenso wie die Liquidität. Dies ermöglicht es STIHL, Investitionen grundsätzlich aus eigenen Mitteln zu tätigen. Zum Jahresende beschäftigte die STIHL Gruppe weltweit 20.246 Mitarbeitende, ein Anstieg von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (19.732 Mitarbeitende). Ein Grund für diesen Zuwachs ist die Inbetriebnahme eines neuen Werks in Rumänien im Jahr 2025.

Globale Marktentwicklung und Akku-Geschäft

In Westeuropa entwickelte sich das Geschäft positiv, wobei der Marktanteil in einem schwächer werdenden Marktumfeld zunahm. Das Akku-Geschäft in dieser Region verzeichnete zweistellige Wachstumsraten, teilweise über 20 Prozent. In Osteuropa erholte sich der Markt leicht, obwohl handelspolitische Folgen des Krieges in der Ukraine weiterhin bremsend wirkten. Auch hier stiegen Absatz und Umsatz von Akku-Geräten spürbar, wobei der Absatzanteil im Akku-Segment bereits deutlich über 20 Prozent lag.

Nordamerika blieb mit einem Umsatzanteil von rund einem Drittel der größte Einzelmarkt der STIHL Gruppe. Der Umsatz lag in einem zunehmend verunsicherten Marktumfeld leicht über dem Vorjahresniveau. Dies wurde durch günstige Wetterbedingungen, das Aftermarket-Geschäft und Effekte der US-Zollpolitik begünstigt, da viele Händler ihre Lager vorzeitig auffüllten.

Lateinamerika zeigte kumuliert ein deutliches Wachstum, jedoch mit regionalen Unterschieden. Während in Brasilien die Konsumstimmung verhalten war, erholte sich das Geschäft in Argentinien. Märkte wie Kolumbien, Peru, Ecuador, Nicaragua und Honduras verzeichneten zweistellige Zuwächse, bedingt durch hohe Preise für Agrargüter und die daraus resultierende Investitionsbereitschaft.

In China und Indien, den größten Einzelmärkten in Asien, entwickelte sich das Geschäft 2025 ebenfalls positiv. In China verbesserte ein profitablerer Produktmix bei Motorsägen und Ketten die Ergebnisqualität bei gleichzeitigem Umsatzwachstum. Afrika/Naher Osten war die am dynamischsten wachsende Region für die STIHL Gruppe, wenn auch auf noch niedrigem Niveau. Sowohl die etablierte Tochtergesellschaft in Südafrika als auch die neu aufgebauten Gesellschaften in Ostafrika konnten Umsätze und Marktanteile steigern.

Ozeanien war die einzige Region, die bei Absatz und Umsatz im Minus lag. Die Werte für Akku-Geräte legten jedoch auch hier gegenüber dem Vorjahr zu. Angesichts einer schwachen Binnen- und Exportkonjunktur in Australien und Neuseeland verstärkt die STIHL Gruppe ihre Vertriebsmaßnahmen und erwartet für 2026 wieder Wachstum in dieser Region.

Strategische Investitionen in Akku-Technologie

Die Transformation hin zu Akku-Produkten bleibt ein zentraler Strategiebaustein für STIHL. Im Jahr 2025 machten akkubetriebene Produkte 27 Prozent des weltweiten Absatzes aus, nach 25 Prozent im Vorjahr. Starke Impulse kamen insbesondere aus den europäischen Vertriebsregionen, wo bereits rund zwei Drittel der verkauften Produkte akkubetrieben sind.

„Unser Anspruch ist und bleibt die doppelte Technologieführerschaft. Wir wollen die Spitzenposition, die wir seit Jahrzehnten beim Verbrenner innehaben, auch beim Akku einnehmen.“

Im Oktober wurde im rumänischen Oradea das erste Werk der STIHL Gruppe eingeweiht, das ausschließlich der Produktion von Akku-Packs und -Geräten dient. Es fungiert als europäisches Kompetenzzentrum für die Produktion von Akku-Geräten. Die Investitionssumme betrug 125 Millionen Euro.

„So stärken wir unsere Position in diesem Wachstumssegment. Das neue Werk spielt eine Schlüsselrolle dabei, die steigende Akku-Nachfrage auf dem

 europäischen Markt zu bedienen und untermauert unseren strategischen Anspruch.“

Am Stammsitz Waiblingen begann die Eigenfertigung von EC-Motoren, die zentrale Bauteile akkubetriebener Geräte sind und zuvor von Zulieferern bezogen wurden. Dies unterstreicht die Technologiekompetenz und fördert die Wertschöpfungstiefe im Akku-Segment. Im Verbrenner-Segment wurde die Benzin-Motorsäge STIHL MS 300 neu auf den Markt gebracht.

Weitere Investitionen und Stammhausentwicklung

Die STIHL Gruppe investierte 2025 insgesamt 335,7 Millionen Euro (Vorjahr: 349,4 Millionen Euro), um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen. Über die Hälfte der Investitionen, rund 175 Millionen Euro, entfielen auf das deutsche Stammhaus. Dort wurde ein zusätzliches Firmenareal erworben, um Unternehmenseinheiten zusammenzuführen und effizientere Strukturen sowie Synergien zu schaffen. Am brasilianischen Standort in São Leopoldo wurde eine neue Montagelinie in Betrieb genommen, die Kapazitäten und Flexibilität erhöht.

Das deutsche Stammhaus erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 1,85 Milliarden Euro (2024: 1,63 Milliarden Euro), ein Plus von über 13 Prozent. Dieses Wachstum ist hauptsächlich auf einen Sondereffekt zurückzuführen: Die STIHL Gruppe stellte zum Jahreswechsel 2025/26 auf ein neues System zur Unternehmenssteuerung um und zog die Produktion im Stammhaus entsprechend vor. Für das Geschäftsjahr 2026 wird daher ein gegenläufiger Effekt erwartet.

Zum 31. Dezember 2025 waren am Stammhaus 5.831 Mitarbeitende beschäftigt (2024: 6.064). Das Unternehmen unterstrich sein Bekenntnis zum Standort durch die Verlängerung des Beschäftigungs- und Standortsicherungsvertrags (BuS) für das Stammhaus um weitere zwei Jahre bis Ende 2027.

Ausblick und ALLPRO-Akkusystem

Im Jahr 2026 feiert STIHL sein 100-jähriges Bestehen. Der Start ins Jubiläumsjahr war wirtschaftlich verhalten, weshalb das Familienunternehmen für 2026 eine konservative Planung verfolgt, um das Umsatzniveau zu halten.

„Unser Umsatzziel mag auf den ersten Blick wenig ambitioniert klingen. Vor dem Hintergrund volatiler Märkte, Währungskrisen und anhaltender handels- und geopolitischer Unsicherheiten sowie der daraus resultierenden Zurückhaltung bei den Kunden ist unser Umsatzziel aber eine Herausforderung.“

Anlässlich der Bilanz des Geschäftsjahres 2025 stellte das Unternehmen das neue ALLPRO-Akkusystem vor. Dieses Akkusystem für Profikunden stellt einen Technologiesprung dar und erschließt Anwendungsfelder, in denen bisher Verbrennerantriebe notwendig waren. Es ist zudem kompatibel mit dem bestehenden AP-Akkusystem. Das Herzstück des ALLPRO-Akkusystems ist eine neue Generation von Hochleistungs-Akkus, die leistungsfähiger sind als Vorgängermodelle. Sie bieten extrem schnelles Laden, längere Laufzeiten und eine längere Lebensdauer bei hoher Robustheit. Mit dem passenden mobilen Schnellladegerät sind die Akkus in neun Minuten zu 80 Prozent aufgeladen.

„Das ALLPRO-Akkusystem ist ein entscheidender technologischer Meilenstein für den Arbeitsalltag unserer Profi-Kunden. Darin bündeln wir unsere 100-jährige Entwicklungs- und Anwendungskompetenz bei Motorgeräten sowie jahrzehntelange Erfahrung in der Akkuentwicklung.“

Für 2026 erwartet der STIHL Vorstandsvorsitzende weiterhin hohen Wettbewerbsdruck und ein entsprechendes Transformationstempo. Die STIHL-Gruppe stellt sich diesen Herausforderungen.

„Ob Kundinnen und Kunden, Fachhandel oder unsere Beschäftigten – sie alle wissen, wofür STIHL steht: strategische Klarheit, hohe Innovationskraft, Kundenorientierung und einen besonnenen, aber entschlossenen Blick nach vorn. Wir gestalten die Transformation, ohne unsere Wurzeln zu vernachlässigen – getragen von demselben Anspruch, den unser Gründer Andreas Stihl vor 100 Jahren formuliert hat: den Menschen die Arbeit mit und in der Natur zu erleichtern.“

Integrierter Unternehmensbericht

Zum abgelaufenen Geschäftsjahr hat die STIHL Gruppe erstmals einen Integrierten Unternehmensbericht (IUB) vorgelegt. Dieser enthält den Finanzbericht sowie Informationen über das Nachhaltigkeitsengagement der Gruppe und weitere Daten. Der Bericht unter dem Motto „Wandel mit Weitsicht“ ist online einsehbar.

Weitere Informationen:

ANDREAS STIHL AG & Co. KG

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71336 Waiblingen
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