Erfolgreiches Geschäftsjahr 2012: STIHL übertrifft Branchenwachstum
Die STIHL Unternehmensgruppe erzielte im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von 2.776 Millionen Euro, was einem Wachstum von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Davon entfielen 2,7 Prozentpunkte auf günstige Wechselkursentwicklungen. Die Investitionen erreichten mit 227 Millionen Euro ein neues Rekordniveau.
STIHL ist stärker als die Branche gewachsen, so dass wir weltweit unsere Marktposition ausbauen konnten. 2013 rechne ich mit leichtem Wachstum.
Dies erklärte der STIHL Vorstandsvorsitzende, Dr. Bertram Kandziora, anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens.
Globaler Wachstumskurs und Marktentwicklungen
STIHL setzte seinen globalen Wachstumskurs 2012 fort, auch unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In nahezu allen wichtigen Produktkategorien wurden neue Absatzbestmarken erreicht. Das Wachstum in den Schwellenländern übertraf erneut das der Industrieländer. Die weltweite Nachfrage nach Benzinmotorsägen stieg, begünstigt durch eine wachsende Zahl privater Anwender, steigende Energiepreise und die Erschließung neuer Zielgruppen in den Schwellenländern. Die Nachfrage nach Motorsägen asiatischer Billiganbieter war rückläufig.
Der Auslandsumsatz der STIHL Gruppe erhöhte sich auf 90,1 Prozent, verglichen mit 89,4 Prozent im Vorjahr.
Unser hoher Auslandsanteil am Umsatz belegt, dass wir die Chancen der Globalisierung zu nutzen wissen. Offene Märkte und freier Welthandel sind für die Stärke unserer Unternehmensgruppe und die Sicherung der Arbeitsplätze von entscheidender Bedeutung.
So Dr. Kandziora.
Die Maßnahmen zur Sanierung öffentlicher Haushalte im Zuge der Euro-Schuldenkrise wirkten sich insbesondere in Südeuropa dämpfend auf die Nachfrage nach STIHL Produkten aus. In Mittel- und Nordeuropa hingegen stabilisierten sich die Märkte. Die Produktmärkte in Nordamerika zeigten sich stabil, wobei der Markt für Motorsensen trotz einer Dürre in weiten Teilen der USA zulegte. Das Wachstum in Lateinamerika wurde durch Importrestriktionen, insbesondere in Argentinien, gebremst. Nach einem kräftigen Wirtschaftswachstum und günstigen Witterungsbedingungen im Jahr 2011 konsolidierte sich die Nachfrage in Ozeanien auf einem etwas niedrigeren Niveau.
Finanzstruktur und Investitionen
Die Investitionen übertrafen mit 227 Millionen Euro das Vorjahresniveau von 184 Millionen Euro. Insbesondere die produzierenden Gesellschaften der STIHL Gruppe investierten verstärkt in den Kapazitätsausbau und in Zukunftstechnologien, um weiteres Wachstum zu ermöglichen. Der Anteil produzierender Gesellschaften am Gesamtinvestitionsvolumen betrug 89 Prozent. Die Liquidität in der Gruppe stieg weiter an, und nahezu alle Investitionen wurden mit eigenen Mitteln finanziert. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 68,5 Prozent (Vorjahr: 68,2 Prozent), was die gesunde Finanzstruktur weiter stärkte. Die Zahl der Beschäftigten wuchs um 2,6 Prozent auf 12.338 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine neue Höchstmarke.
Investitionen im deutschen Stammhaus
Im deutschen Stammhaus, der ANDREAS STIHL AG & Co. KG, stieg der Umsatz 2012 um 2,1 Prozent auf 887 Millionen Euro. Die Exportquote erhöhte sich leicht auf 88,4 Prozent (Vorjahr: 88,1 Prozent). Das Investitionsvolumen lag bei 49 Millionen Euro und wurde vollständig eigenfinanziert. Die Investitionen lagen wie in den Vorjahren über den Abschreibungen. STIHL plant, auch künftig ein hohes Investitionsniveau beizubehalten, um den Wachstumskurs fortzusetzen.
Unter allen Standorten werden wir in den nächsten Jahren mit Abstand am meisten in das deutsche Stammhaus investieren – zum Beispiel in die Erweiterung unseres Entwicklungszentrums und einen Neubau für die Produktionslogistik. Ein klares Bekenntnis zum deutschen Standort.
Betonte Dr. Kandziora. Er forderte jedoch eine Verbesserung der Standortbedingungen in Deutschland.
Eine Vermögensabgabe wäre Gift für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Wir brauchen vielmehr eine Entlastung der Unternehmen durch Steuervereinfachungen und eine wettbewerbsfähige Gestaltung des Steuersystems bei gleichzeitiger Konsolidierung der öffentlichen Haushalte.
Die Eigenkapitalquote im Stammhaus stieg um 2,1 Prozentpunkte auf 45,1 Prozent. Der Personalstand blieb mit 3.964 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nahezu konstant. Dr. Kandziora zeigte sich erfreut über die positive Entwicklung bei der Übernahme befristet Beschäftigter. Alle geeigneten Auszubildenden des vergangenen Jahres erhielten ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, und STIHL wird dies auch 2013 allen auslernenden gewerblichen und kaufmännischen Auszubildenden anbieten.
Produktneuheiten von STIHL und VIKING
In den vergangenen Monaten wurden mehrere neue Produkte erfolgreich eingeführt. Dazu gehören die Akku-Motorsäge STIHL MSA 200 C-BQ und der Gesteinschneider STIHL GS 461, der eine neue Produktgattung im STIHL Portfolio eröffnet und auf der bauma in München Beachtung fand. Für private Anwender wurde die Akku-Heckenschere STIHL HSA 66 vorgestellt.
Eine weitere Innovation ist die Motorsäge STIHL MS 261 C-M, eine Komfortvariante der MS 261, die im Juli mit dem vollelektronischen Motormanagement M-Tronic auf den Markt kommt. Dieses System regelt Zündzeitpunkt und Kraftstoffdosierung für eine optimale Motorleistung ohne manuelle Einstellungen und kompensiert Höhenlage, Umgebungstemperatur oder Kraftstoffqualität. Die intelligente Elektronik erkennt den Betriebszustand des Geräts, wodurch nur noch eine Startposition am Kombihebel erforderlich ist. Die neue Motorsäge richtet sich an Anwender in Forst, Landwirtschaft, Garten- und Landschaftsbau sowie an anspruchsvolle Gelegenheitsanwender.
VIKING startete mit einer Reihe von Produktneuheiten in die Saison 2013. Dazu zählen vier neue Aufsitzmäher der Serie T4 mit Schnittbreiten von 95 und 110 Zentimetern. Diese Seitenauswurfmäher eignen sich für die Grünpflege öffentlicher Grundstücke, im Gebäudemanagement, in der Landwirtschaft oder für die Pflege weitläufiger Privatgrundstücke bis 8.000 Quadratmeter.
Für Besitzer kleiner und mittlerer Rasenflächen bis 1.200 Quadratmeter erweitert VIKING die Rasenmäher-Serie 4. Der neue Benzin-Rasenmäher MB 443 ergänzt das Elektro-Modell ME 443 und den Akku-Mäher MA 443, wodurch alle drei Antriebsarten für ein Mäher-Modell verfügbar sind. Darüber hinaus bietet VIKING mit dem MB 4 R, MB 4 RT und MB 4 RTP drei neue Mulchmäher für den semi-professionellen und professionellen Einsatz an. Diese benzinbetriebenen Mäher sind für die Pflege größerer Flächen konzipiert, die seltener gemäht werden, wie Verkehrsinseln oder naturbelassene Parkanlagen.
Ausblick und STIHL TIMBERSPORTS Weltmeisterschaft
Die ersten Monate des Jahres 2013 waren in Deutschland vom langen Winter geprägt, was den Verkaufsbeginn einiger Produktgruppen verzögerte.
Wir sind aber zuversichtlich, mit dem Einsetzen von frühlingshaften Temperaturen wieder aufzuholen.
So Dr. Kandziora. Am 13. April fand der dritte bundesweite STIHL Test-Tag statt, bei dem Kunden und Interessenten STIHL und VIKING Produkte bei teilnehmenden Fachhändlern testen konnten.
Die Wachstumsperspektiven in diesem Jahr sind für den deutschen Markt insgesamt ordentlich. Viele neue STIHL und VIKING Produkte werden die Kunden im Test überzeugen und bei der Anwendung begeistern. Und mit dem exklusiven Vertrieb über den servicegebenden Fachhandel sind wir hervorragend aufgestellt.
Betonte Dr. Bertram Kandziora. Zur Stärkung der Fachhandelspartner wird das STIHL Trainingszentrum in der deutschen Vertriebszentrale in Dieburg, Hessen, modernisiert und erweitert.
Die STIHL TIMBERSPORTS Weltmeisterschaft 2013 findet am 25. und 26. Oktober in Stuttgart statt. Die Sportholzfäller-Elite aus über 20 Nationen, darunter mehr als 100 Top-Athleten aus Europa, Australien, Neuseeland, den USA und Kanada, wird dort antreten.
Wir erwarten rund 10.000 Zuschauer in der Porsche-Arena zum internationalen Saisonfinale der Königsklasse im Sportholzfällen – ein absolutes Highlight in Stuttgart.
Freute sich Dr. Kandziora.
Verhaltener Optimismus für 2013
Der lange Winter verzögerte den Verkaufsstart der Branche in einigen Ländern, was eine stabile Prognose für das Gesamtjahr 2013 erschwert.
Doch ich rechne in der Unternehmensgruppe mit leichtem Wachstum. Wie sich die Situation im Stammhaus, das fast 90 Prozent exportiert, entwickelt, ist derzeit noch unklar. Hier kämpfen wir mit rigiden und unsinnigen Importrestriktionen in Argentinien und Venezuela, die unsere Lieferungen dorthin stark behindern.
Erläuterte Dr. Kandziora. Die Gruppe wächst stärker als das Stammhaus, da das Absatzwachstum weltweit eher im Einstiegs- und Farmersegment stattfindet. Das Stammhaus, bestehend aus den sieben produzierenden Werken der ANDREAS STIHL AG & Co. KG, konzentriert sich aufgrund der Kostenstruktur am Standort Deutschland auf die Fertigung von Profigeräten. STIHL berücksichtigt bei den Planungen für das Gesamtjahr auch die unsichere Weltkonjunktur sowie die Folgen der Schulden- und Finanzkrise, die sich dämpfend auf die Nachfrage nach Produkten für die Landschaftspflege sowie Forst- und Bauwirtschaft in den betroffenen Krisenländern auswirken.
Gleichwohl haben wir dank unserer wettbewerbsfähigen Produktpalette, intensiveren Vertriebsaktivitäten und der einzigartigen Vertriebsstruktur Grund zu verhaltenem Optimismus. Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit ist aber auch in diesem Jahr sicherlich das Gebot der Stunde.
Resümierte Dr. Kandziora.