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Deutscher Hochbau: Wachstum durch Wohnungsbau und günstige Rahmenbedingungen

Der deutsche Hochbau verzeichnete 2013 eine Stabilisierung des Marktvolumens und soll in den kommenden Jahren weiter wachsen. Insbesondere der Wohnungsbau trägt maßgeblich zu diesem positiven Trend bei, gestützt durch Urbanisierung und günstige Rahmenbedingungen.

Positive Entwicklung im deutschen Hochbau

Der deutsche Hochbau verzeichnete 2013 eine Stabilisierung des Marktvolumens mit einem Anstieg von 0,4 Prozent auf 214,4 Milliarden Euro. Diese Entwicklung soll sich in den kommenden Jahren fortsetzen, wie die Hochbauprognose von OC&C Strategy Consultants aufzeigt.

Für 2014 wird ein Wachstum von 2,7 Prozent erwartet. In den Jahren 2015 und 2016 prognostiziert die Studie weitere Zuwächse von 1,1 Prozent beziehungsweise 0,5 Prozent. Insbesondere der Wohnungsbau trägt maßgeblich zu diesem positiven Trend bei. Ausschlaggebend hierfür sind die fortschreitende Urbanisierung, steigende Miet- und Kaufpreise sowie günstige Rahmenbedingungen wie niedrige Zinsen, hohe Arbeitsplatzsicherheit und stabile Einkommen.

Im Bereich des Wohnungsbaus wird für 2014 ein Plus von 2,8 Prozent prognostiziert. Auch der Nichtwohnungsbau soll mit 2,4 Prozent im Jahr 2014 wieder wachsen. Die Baubranche profitiert 2014 noch von Bauvorhaben, die aufgrund des Winters 2012/13 verschoben wurden. Dieser Effekt wird in den Folgejahren abflachen, was zu einem moderateren Wachstum führt. Das Neubaugeschäft stützt die positive Entwicklung der kommenden Jahre, mit einem erwarteten Wachstum des Neubauvolumens von durchschnittlich 2,5 Prozent zwischen 2013 und 2016.

Das Renovierungsgeschäft zeigt sich gesättigter, mit einem prognostizierten jährlichen Wachstum von 0,7 Prozent bis 2016.

Der Hochbau hängt auch 2014 stark von der Entwicklung im Wohnungsbau ab. Die Voraussetzungen sind gut: Miet- und Kaufpreise steigen, zahlreiche Bauvorhaben sind bereits genehmigt, die Aufträge nehmen zu und Wohnimmobilien gelten nach wie vor als interessantes Anlageobjekt. Positiv wirken sich das geringe Währungsrisiko und die insgesamt wieder stabilere Wirtschaftslage in Europa aus.

Wohnungsbau: Neubausegment mit deutlichem Wachstum

Die aktuelle Baufinanzierung ist günstig, was zu einem Anstieg des Volumens abgeschlossener oder neu verhandelter Wohnungsbaukredite führt. Zudem gelten andere Anlageformen wie Aktien und Anleihen derzeit oft als weniger attraktiv. Das Eigenheim ist daher als Sparmotiv in Deutschland wieder stärker gefragt. Laut Statistischem Bundesamt geben 54 Prozent der Sparer ein eigenes Heim als Sparmotiv an, was einer Steigerung von 8 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Haushalte mit mehr als zwei Personen ab, während 1- und 2-Personen-Haushalte zunehmen.

Für die Jahre 2013 bis 2016 prognostiziert die Studie ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 1,9 Prozent im gewerblichen und 1,5 Prozent im privaten Wohnungsbau. Das Neubausegment soll sich mit einem Anstieg von durchschnittlich 3,5 Prozent besonders stark entwickeln. Das Renovierungssegment wächst mit 0,8 Prozent deutlich schwächer. Sowohl im privaten als auch im gewerblichen Wohnungsbau sind die Kaufpreise in den vergangenen Jahren merklich gestiegen, insbesondere in Ballungsgebieten.

Die steigenden Kaufpreise in Ballungsgebieten müssen nun über einen längeren Zeitraum durch die weniger stark gestiegenen Mietpreise amortisiert werden. Das kann sich langfristig etwas dämpfend auf die Marktentwicklung auswirken. Außerhalb der Ballungsgebiete sind Mieten und Kaufpreise nach wie vor günstig.

Wieder Wachstum im Nichtwohnungsbau

Der öffentliche Bau wird die positive Entwicklung von 2013 in den kommenden Jahren fortsetzen. Die Hochbauprognose geht für die Jahre 2013 bis 2016 von einem durchschnittlichen Wachstum von 1,5 Prozent aus. Ein kurzfristiger Effekt könnte durch den Fluthilfefonds zur Beseitigung der Schäden des Elbehochwassers entstehen, wobei ein Großteil dieser Mittel voraussichtlich in den Tiefbau fließen wird. Steigende Steuereinnahmen der Länder und Kommunen könnten neue Investitionsmöglichkeiten für den öffentlichen Bausektor eröffnen.

Nach Einbußen im Vorjahr verbessern geplante Investitionen von Unternehmen die Perspektiven im Wirtschaftsbau. Für die Jahre 2013 bis 2016 wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 1,1 Prozent erwartet.

Mittelfristige Aussichten: Moderates Wachstum

Der deutsche Hochbau ist ein reifer Markt. Der Renovierungsmarkt hat mit einem Anteil von über 62 Prozent ein hohes Niveau erreicht. Das Neubausegment hat sich in jüngerer Vergangenheit gut entwickelt, und Bedarfslücken schließen sich zunehmend. Langfristig sind daher weder starke Ausschläge nach unten noch nach oben zu erwarten.

Wir gehen davon aus, dass sich die Bauwirtschaft in ihrer Entwicklung tendenziell der gesamtwirtschaftlichen Situation folgen wird. Das Volumen wird sich innerhalb eines Korridors von 200-230 Mrd. € zu Preisen von 2005 einpendeln. Der derzeitige Krim-Konflikt könnte sich negativ auswirken, für fundierte Prognosen in dieser Frage ist es jedoch noch zu früh.

04.04.2014

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