Studienergebnisse zur Wertschätzung handwerklicher Leistungen
Eine aktuelle Studie zeigt, dass das Ansehen handwerklicher Expertise mit dem eigenen Fachwissen zunimmt. Fast neun von zehn Handwerkern äußern sich zufrieden mit der Leistung eines von ihnen beauftragten Kollegen. Insbesondere die jüngere Generation schätzt ihre eigenen handwerklichen Fertigkeiten wie Sägen, Bohren oder Hämmern als eher gering ein.
Das Hamburger Marktforschungsinstitut SPLENDID RESEARCH führte im Oktober 2018 eine repräsentative Online-Umfrage unter 1.003 Bundesbürgern im Alter von 18 bis 69 Jahren durch. Die Befragung konzentrierte sich auf die Themen Heimwerken und Baumärkte, wobei die handwerkliche Versiertheit der Deutschen, der Besitz von Werkzeugen bestimmter Marken und die bevorzugten Baumärkte im Fokus standen.
Junge Menschen bevorzugen den Fachmann
Drei von fünf Bundesbürgern bezeichnen ihre handwerklichen Fähigkeiten als gut bis sehr gut. Lediglich 16 Prozent trauen sich im Bereich Heimwerken wenig bis gar nichts zu. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten steigt mit dem Alter: In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen bezeichnet sich nur jeder Zehnte als guter Heimwerker.
Daher ist die Beauftragungsquote von Handwerkern unter jungen Deutschen am höchsten.
Dies stellt Luise Neumann, Studienleiterin von SPLENDID RESEARCH, fest. Bei den 50- bis 59-Jährigen zählt sich hingegen rund jeder Fünfte zu den geschickten Heimwerkern.
Hohes Ansehen unter Fachleuten
Knapp 30 Prozent der Bundesbürger haben in den letzten sechs Monaten einen Handwerker beauftragt. Dabei zeigten sich fast vier von fünf Auftraggebern mit der erbrachten Leistung zufrieden. Bemerkenswert ist, dass zwei von fünf Auftraggebern selbst Handwerker waren. Insgesamt 88 Prozent dieser Handwerker waren mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis des beauftragten Profis zufrieden.
Unter den Profis herrscht ein hohes Ansehen handwerklicher Expertenleistungen. Das erklärt die höhere Zahlungsbereitschaft.
Auch andere Werte sind positiv: 80 Prozent der Heimwerker und 70 Prozent der Laien bewerten das Preis-Leistungs-Verhältnis eines beauftragten Handwerkers mit gut bis sehr gut.
Beliebteste Baumärkte und Werkzeugmarken
Für jeweils ein Drittel der Handwerker und Heimwerker ist OBI der populärste Baumarkt in Deutschland. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Hornbach und Bauhaus. Bauhaus ist bei Heimwerkern (19 Prozent) und Laien (18 Prozent) deutlich beliebter als bei Handwerkern (elf Prozent). Toom/B1 sowie die Hagebaumärkte/Werkers Welt belegen die Plätze vier und fünf mit ähnlichen Werten um zehn Prozent über alle Gruppen hinweg.
Mehr als drei von fünf Bundesbürgern besitzen ein Werkzeug der Marke Bosch. Hilti und Black+Decker folgen auf den Plätzen zwei und drei, wobei jeweils etwa ein Drittel der Befragten angibt, ein solches Werkzeug zu besitzen. Der Hammer ist das am häufigsten in deutschen Haushalten zu findende Werkzeug; neun von zehn Bundesbürgern besitzen einen. Schraubenzieher und Akkuschrauber folgen auf den Plätzen zwei und drei. Handwerker besitzen tendenziell weniger eigene Werkzeuge als Heimwerker oder Laien.
Ein möglicher Grund ist der berufliche Zugang zu Werkzeugen, sodass der persönliche Besitz unnötig wird.
Dies vermutet die Studienleiterin.
Zusammenhang zwischen Einkommen und Schwarzarbeit
Ein Viertel der Deutschen hat bereits einmal einen Handwerker schwarz beschäftigt. Auffällig ist, dass die Bereitschaft zur Schwarzarbeit mit dem eigenen Einkommen steigt. 37 Prozent der Personen mit einem Haushaltsnettoeinkommen ab 4.000 Euro haben bereits einen Handwerker schwarz beauftragt.
